
Gut besetztes Pfalztheater (vordere Reihe von links): Bezirkstagsvorsitzender Theo Wieder, Carmen Raab, Intendant Urs Häberli, Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Peter Handke, Sophie Semin Handke und Sigrid Löffler.
Foto: red
Kaiserslautern. Peter Handke hat im Pfalztheater Kaiserslautern den Else Lasker-Schüler-Dramatikerpreis entgegengenommen.
Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird vom Pfalztheater und der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur vergeben. Der österreichische Autor dankte, indem er aus einem noch unveröffentlichten Stück las. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer hob hervor, dass Peter Handke Weltliteratur schreibe und den Preis „für sein großes literarisches Werk“ erhielt.
„Der Homme de lettres ist ein großartiger Schriftsteller und begnadeter Übersetzer“, so Dreyer. Die Publizistin und Literaturkritikerin Sigrid Löffler würdigte den Autor, der 1942 in Kärnten geboren wurde und mütterlicherseits slowenische Wurzeln hat: Er arbeite „beharrlich an seinem literarischen Kosmos“.
Immer genauer werde seine Welt- und Selbstwahrnehmung. Dabei entwickle er eine „Epik der Ereignislosigkeit“. Er wolle hinter die Dinge schauen. Im Alter bemerke man an ihm einen „Sinn für Selbstkritik und sogar Humor“.
Die Jury, bestehend aus Prof. Dr. Franziska Schößler von der Universität Trier, den Theaterkritikern Jürgen Berger und Gerhard Jörder, Arte-Geschäftsführer Wolfgang Bergmann sowie den Intendanten Ulrich Khuon (Berlin) und Urs Häberli, waren sich einig, mit Peter Handke einen Autor auszuzeichnen, „der mit seinen innovativen Stücken über Jahrzehnte hinweg nicht nur die Bühnensprache in Deutschland und Österreich maßgeblich bereichert und verändert hat“.
Der Stückepreis wurde diesmal – und das ist eine Neuerung – gestaffelt vergeben. Den ersten Preis mit 5.000 Euro erhielt Thomas Köck für sein Stück „Isabelle Huppert“, das in der kommenden Spielzeit am Pfalztheater uraufgeführt wird.
Der zweite Preis mit 3.000 Euro ging an Bonn Park für sein Stück „Traurigkeit & Melancholie oder der aller aller einsamste George aller aller Zeiten“.
Sophie Nikolitsch konnte sich für „Gurlitt“ über den dritten Preis, dotiert mit 2.000 Euro, freuen.
Malu Dreyer wies darauf hin, dass der Else Lasker-Schüler-Dramatikerpreis seit 1993 vergeben werde und „einer der bedeutendsten Würdigungen in Rheinland-Pfalz und einer der wichtigsten Preise im Land“ sei.
Nach 18 Jahren werde er erstmals wieder am Pfalztheater Kaiserslautern verliehen. Die große Resonanz sei ein Zeichen der Wertschätzung den Preisträgern gegenüber. Und Urs Häberli sagte in seiner Begrüßung, dass der Preis für die Förderung der deutschsprachigen Dramatik von großer Wichtigkeit sei.
Die Feierstunde, die Günther Fingerle moderierte, bot szenische Lesungen aus den Stücken der jungen Autoren und musikalische Darbietungen des Pfalztheater-Ensembles und -Orchesters. (red)

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