Mittwoch 19.August 2026

PCB-Belastung am PAMINA-Schulzentrum Herxheim: Container für Unterricht nach den Sommerferien geplant

10. Juli 2025 | Kategorie: Kreis Südliche Weinstraße

Foto (Archiv): Pfalz-Express 

Herxheim – Am PAMINA-Schulzentrum Herxheim soll der Unterricht nach den Sommerferien in modernen Schulcontainern stattfinden. Grund dafür ist eine festgestellte PCB-Belastung in mehreren Gebäudeteilen.

Der Landkreis Südliche Weinstraße als Schulträger reagiert darauf mit weiteren Messungen, einer geplanten Probesanierung und der Suche nach Übergangslösungen. Das teilte die Kreisverwaltung am 10. Juli 2025 mit.

Kreisausschuss ermöglicht schnelle Maßnahmen

Der Kreisausschuss Südliche Weinstraße hat die Verwaltung einstimmig beauftragt, alle notwendigen Schritte zu unternehmen, um den Unterricht nach den Ferien sicherzustellen. Dazu gehören Sanierungsmaßnahmen ebenso wie das Ausweichen auf Containerlösungen. Die Verwaltung ist damit berechtigt, zügig zu handeln und auch Räume außerhalb des Schulzentrums zu nutzen.

Moderne Schulcontainer als Ersatzräume

Geplant ist der Einsatz moderner Schulcontainer, die ausreichend Tageslicht, gute Belüftung, Internetanschlüsse und digitale Tafeln bieten sollen. Das Zentrale Gebäudemanagement sucht derzeit geeignete Standorte in Herxheim. Erfahrungen mit solchen Containern hat die Kreisverwaltung bereits beim Staufer-Schulzentrum in Annweiler gesammelt, wo zum Schuljahr 2025/2026 ebenfalls Container genutzt werden.

Aufarbeitung früherer Sanierungsarbeiten

Gleichzeitig überprüft die Kreisverwaltung alle Akten zu früheren Sanierungsprojekten am PAMINA-Schulzentrum. Ziel ist herauszufinden, ob es bereits früher Hinweise auf PCB-Belastungen gab.

Nach Aktenprüfungen aus dem Jahr 2021 steht fest, dass damals im Zuge einer üblichen Bausubstanz-Untersuchung eine Materialprobe positiv auf PCB getestet wurde. Warum daraufhin keine Raumluftmessungen veranlasst wurden, wird derzeit geprüft. Zudem sollen interne Abläufe bei Schadstoffsanierungen verbessert werden.

PCB erstmals 2025 in der Raumluft gemessen

Erste Raumluftmessungen fanden 2025 statt, nachdem in einem Klassenraum belastete Deckenplatten geschnitten worden waren. Auch nach der Reinigung lag der PCB-Wert dort über dem Grenzwert. Weitere Referenzmessungen ergaben Belastungen sowohl in sanierten Räumen als auch im Altbau. Daraufhin sperrte der Landkreis vorsorglich den Mittelbau und den direkt angrenzenden Ost-Anbau.

Weitere Messungen und Probesanierung geplant

Inzwischen wurden zusätzliche Proben in weiteren Räumen genommen, deren Ergebnisse derzeit ausgewertet werden. In den Sommerferien sollen auch das Lehrerzimmer und die Sporthallen beprobt werden.

Nach Vorliegen aller Messergebnisse ist eine Probesanierung in vier Räumen vorgesehen, um den Umfang der notwendigen Gesamtmaßnahme zu bestimmen. Die Freigabe eines sanierten Raums erfordert mehrere Messungen mit zeitlichem Abstand und mehrtägiger Auswertungszeit.

Hintergrund: PCB als Schadstoff

PCB (Polychlorierte Biphenyle) wurden früher unter anderem in Kunststoffen, Lacken und Dichtstoffen eingesetzt. Der Mittelbau des PAMINA-Schulzentrums stammt aus dem Jahr 1970 und enthält solche Materialien. PCB gelten als gesundheitsschädlich und potenziell krebserregend. Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass die offene Anwendung von PCB in Deutschland seit 1978 verboten ist. Dennoch können Gebäude aus dieser Zeit noch immer erhöhte PCB-Konzentrationen in der Raumluft aufweisen.

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