Sonntag 18.Oktober 2026

Parken in Kandel: Gebühren sollen mehr Platz für Besucher bringen

24. August 2025 | Kategorie: Kreis Germersheim, Politik regional

Foto: Pfalz-Express

Kandel – Am Marktplatz in Kandel blockieren Dauerparker oft über Stunden oder sogar Tage Stellflächen. Das erschwert Besuchern und Kunden der Innenstadt, einen freien Parkplatz zu finden.

Besonders morgens ist es oft schwierig: Neben den Dauerparkern kommen dann die Lehrer der Grundschule sowie Mitarbeiter der Geschäfte und umliegender Büros auf den Platz. Auch Wohnmobile und Transporter stehen mitunter auf den öffentlichen Stellflächen, obwohl sie eigentlich auf privaten oder angemieteten Flächen parken sollten.

Um den Parkraum gerechter zu nutzen, plant die Stadt die Einführung von Parkgebühren. Stadtbürgermeister Michael Gaudier (CDU) und die Beigeordneten Volker Merkel, Jürgen Bauer und Hans Hruschka hatten bei einem ausführlichen Gespräch mit dem Pfalz-Express im Juli die Pläne dazu erläutert. Laut Gaudier wurden die Maßnahmen auch beim Seniorennachmittag erklärt, und die Rückmeldungen seien danach durchweg positiv gewesen.

1 Euro die Stunde, Zahlen mit Bankkarte und App

Die Gebühren sollen voraussichtlich ab Anfang 2026 gelten: 1 Euro pro Stunde, mit einer kurzen kostenfreien Anfangszeit für Besorgungen. Erhoben werden sie von Montag bis Freitag zwischen 8 und 19 Uhr, zunächst am Marktplatz und am Parkplatz östlich der Sparkasse.

Bezahlt werden kann mit Bankkarte direkt am Automaten oder über eine Park-App auf dem Smartphone. Bargeld wird nicht akzeptiert. Für kurze Erledigungen gibt es eine „Brötchentaste“, die 15 Minuten kostenloses Parken erlaubt. Geschäftsangestellte können zudem günstige Monatsplätze mieten.

Nach den Worten von Stadtbürgermeister Gaudier gingen nach einem Pressebericht Anfang August zahlreiche E-Mails im Rathaus ein. Grund für die Beschwerden sei gewesen, dass in dem Artikel nicht erwähnt wurde, dass auch mit Karte bezahlt werden kann. Die Aufregung habe er jedoch jeweils mit konkreten Erklärungen zum Sachverhalt schnell ausräumen können.

Verursacherprinzip

Hintergrund der Regelung ist das Verursacherprinzip: Für das Parkdeck der Verbandsgemeinde entstehen Kosten für Unterhalt und Sanierung. Die Stadt übernimmt davon selbst 300.000 bis 400.000 Euro und zusätzlich 60 Prozent der Sanierungskosten der Verbandsgemeinde. Die Parkgebühren sollen sicherstellen, dass die anfallenden Kosten nicht etwa von den Bürgern getragen werden müssen.

Mit den neuen Automaten rechnet die Stadt jährlich mit Einnahmen im sechsstelligen Bereich und einer Vereinfachung der Kontrolle und Verwaltung. Die Maßnahmen sollen dazu beitragen, dass Parkplätze leichter verfügbar sind und der Parkraum gerechter genutzt wird. (cli)

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