
Bei der Einweihung der Fischaufstiegshilfen am Ottersheimer Teilungswehr: (von links) Gerald Job (Bürgermeister der Ortsgemeinde Ottersheim), Landrat Dr. Fritz Brechtel, Kreisbeigeordneter Michael Braun, Prof. Dr. Hans-Jürgen Seimetz (Präsident der SGD Süd), Dieter Adam (Bürgermeister der Verbandsgemeinde Bellheim), Dr. Thomas Gebhart (MdB).
Ottersheim – Am Ottersheimer Teilungswehr ist die Längsdurchgängigkeit der Queich auf dem Gebiet des Landkreises Germersheim wieder hergestellt worden.
Die Baumaßnahmen dazu waren notwendig geworden, um der „Europäischen Wasserrahmenrichtlinie“ gerecht zu werden. Die Vorgaben waren „ein guter ökologischer und chemischer Zustand“ der oberirdischen Gewässer. Dafür muss die Längsdurchgängigkeit an „bedeutsamen Fließgewässern“ gewährleistet werden.
„Damit wird die ökologische Qualität der Queich deutlich verbessert“, so Landrat Dr. Fritz Brechtel bei der offiziellen Einweihung des Umgehungsgewässer am Ottersheimer Teilungswehr am 8. Mai. Das bestehende Querbauwerk war ökologisch nur eingeschränkt durchgängig – so konnten sich Wasser-Organismen nicht richtig ausbreiten.
Der Landkreis Germersheim als „Gewässerunterhaltungspflichtiger“ ist bisher Träger dreier solcher Projekte gewesen. Es wurden Fischaufstiegsanlagen an der Zeiskamer Mühle, der Holzmühle in Westheim und der Ludwigsmühle in Lustadt errichtet. Das jüngste „Längsdurchgängigkeitsprojekt“ am Ottersheimer Teilungswehr stellte den letzten Schritt dar, damit die Fische wieder durchgängig in der Queich schwimmen können.
Am Ottersheimer Teilungswehr wird das Wasser der Queich zu 2/5 auf den Spiegelbach und zu 3/5 auf den weiteren Queichverlauf aufgeteilt. Für den Spiegelbach ist die Verbandsgemeinde Bellheim unterhaltspflichtig.
„Ursprünglich diente das Mitte des 18. Jahrhunderts errichtete Ottersheimer Teilungswehr dazu, den Wasserspiegel der Queich zu erhöhen, um den Holztransport aus dem Pfälzerwald zu ermöglichen. Das Wehr wird in der Denkmalliste des Kreises geführt. Deshalb wurde das Projekt mit der Denkmalschutzbehörde abgestimmt“, so Bau- und Umweltdezernent Michael Gauly.
Die gebauten Umgehungsgewässer beschreiben zwei kurze Bögen und überwinden dabei einen Höhenunterschied von rund 0,3 Metern am Spiegelbach bzw. 0,5 Metern an der Queich.
„Fischleitarten an der Queich sind Schmerle, Gründling, Döbel, Schneider und Hasel. Auch Begleitarten wie Elritze, Stichling, Barbe, Aal und Bachforelle wurden im Unterlauf der Queich in Germersheim nachgewiesen“, sagte Georg Roth, Fachbereichsleiter „Umwelt und Landwirtschaft“ bei der Kreisverwaltung Germersheim.
Sowohl an der Queich als auch am Spiegelbach wird im Unterlauf die Wasserkraft zur Stromgewinnung genutzt. Deshalb mussten die bestehenden Teilungsverhältnisse 2/5 (Spiegelbach) und 3/5 (Queich) auch beim neuen Durchgängigkeitsbauwerk weiterhin beibehalten werden.
Die Gemeinde Ottersheim hat am Teilungswehr das alte Stein-Beton-Wasserhäuschen abgerissen und will es neu in Holzbauweise im Bereich der Hinweisschilder im Randbereich des Spiegelbachs errichten.
„Das Teilungswehr ist ein beliebtes Ziel im Radwegenetz des Landkreises Germersheim. Durch die optische Neugestaltung dürfte das Ottersheimer Teilungswehr zukünftig noch attraktiver für den Rad- und Wandertourismus sein“, sagte der für Umwelt und Tourismus zuständige Kreisbeigeordnete Michael Braun.

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