Montag 20.Juli 2026

Neustadt: Nachhaltigkeit zum Anfassen – neue LGS-Geschäftsstelle eingeweiht

5. Juli 2026 | Kategorie: Neustadt a.d. Weinstraße und Speyer, Regional, Regional

Katharina Schuler, Dirk Herber, Anne Pieper (LGS), OB Weigel, Ministerpräsident Gordon Schnieder und Ministerin Christine Schneider  mit dem Förderbescheid (v.l.n.r.)
Foto: Pfalz-Express/Ahme

Neustadt. Mit der feierlichen Einweihung der neuen Geschäftsstelle der Landesgartenschau (LGS) 2028 hat Neustadt einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur Gartenschau erreicht.

Das umgebaute Gebäude in der Roßlaufstraße 20 dient nicht nur als inspirierender Arbeits- und Begegnungsort direkt am künftigen Gelände, sondern verkörpert auch vorbildlich das Cradle-to-Cradle-Prinzip der Kreislaufwirtschaft. Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU) nahm gemeinsam mit hochrangigen Gästen die offizielle Eröffnung vor.

Zu den Anwesenden zählten auch die Ministerin für Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt und Forsten des Landes Rheinland-Pfalz , Christine Schneider, Staatssekretär Dirk Herber (Inneres), Oberbürgermeister Marc Weigel, die Landtagsabgeordnete Katharina Schuler (CDU) sowie die Architekten Pascal Richter und Nicolas Treitz vom Saarbrücker Büro Richter Treitz.

Rebecca Siemoneit-Barum ist Leiterin der Veranstaltungssparte der Neustadter LGS. Sie gab einen kurzen Überblick über geplante Veranstaltungen.
Foto: Pfalz-Express/Ahme

Im Rahmen eines Rundgangs präsentierten die Verantwortlichen um LGS-Geschäftsführerin Anne Pieper die neuen Räumlichkeiten und gaben zugleich Einblicke in die Gestaltung des entstehenden Landschaftsparks, das Programm des Gartenschaujahrs 2028 und die geplante Nachnutzung des Geländes.

Für musikalische Unterhaltung sorgte die Band Walk-A-Tones, während Holzkünstler Andy Assmann mit seinen Werken Akzente setzte. Rebecca Siemoneit-Barum, Leiterin der Veranstaltungssparte der Neustadter LGS, gab einen kurzen Überblick über die geplanten Veranstaltungen.

LGS-Geschäftsführerin Anne Pieper
Foto: Pfalz-Express/Ahme

Ministerpräsident Gordon Schnieder bekannte sich klar zu einer Fortsetzung der Gartenschau-Tradition in Rheinland-Pfalz. „Gartenschauen sind mehr als Blümchenschauen“, betonte Schnieder. Sie verbinden Umweltanliegen, Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung auf ideale Weise.

Die Entscheidung, die LGS Neustadt auf 2028 zu verschieben, sei rückblickend die einzig richtige gewesen. Er wünsche sich eine „Punktlandung“ zur Eröffnung am 6. April 2028.

Ministerin Christine Schneider unterstrich das Bekenntnis zu Regionalität, Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Aus ihrem Ministerium fließen 200.000 Euro in das Projekt. Das neue Geschäftsgebäude bezeichnete sie als „Leuchtturmprojekt“, das das Cradle-to-Cradle-Prinzip konsequent umsetze.

Die ehemalige Lagerhalle der Flurbereinigungsbehörde VTG in der Roßlaufstraße 20 grenzt unmittelbar an das LGS-Gelände und den renaturierten Speyerbach. Auf rund 500 Quadratmetern Nutzfläche entstand die Geschäftsstelle – mit etwa 250 Quadratmetern Photovoltaik auf dem Dach, Beheizung über eine Wärmepumpe und Innenwänden aus Hanf-Kalkstein.

Gebäude-Modell
Foto: Pfalz-Express/Ahme

Besonders innovativ ist der modulare Einbau aus Holzrahmenbau-Boxen, mit denen die Büros abgetrennt werden. Nach Ende der Landesgartenschau Ende 2028 können diese Elemente problemlos ausgebaut und an anderer Stelle wiederverwendet werden.

Blick in die Halle.
Foto: Pfalz-Express/Ahme

„Die Bauteile sind sehr verschleißarm zusammengefügt“, erläuterte Architekt Pascal Richter. Sein Kollege Nicolas Treitz hob hervor, dass der Bestand so weit wie möglich genutzt wurde. Das Projekt setzt damit konsequent das Prinzip um, dem sich die gesamte Landesgartenschau 2028 verschrieben hat: eine echte Kreislaufwirtschaft, bei der Materialien nach ihrer Nutzung nicht zu Abfall, sondern zu Ressourcen für Neues werden.

Angesichts des hohen CO₂-Ausstoßes und des Abfallaufkommens der Bauwirtschaft sei ein solches Vorgehen von zentraler Bedeutung, betonten die Architekten. Mit der neuen Geschäftsstelle hat Neustadt nicht nur ein funktionales Bürogebäude, sondern ein sichtbares Zeichen für nachhaltiges Bauen und zukunftsweisende Stadtentwicklung geschaffen.

Holzkünstler Andy Assmann beeindruckte die Gäste mit seinen Skulpturen.
Foto: Pfalz-Express/Ahme

Fotogalerie: Pfalz-Express/Ahme

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