
Stadtbürgermeister Franz Xaver Scherrer (re.) ehrte zahlreiche Hagenbacher für ihr Engagement.
Fotos: v. privat
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Hagenbach – Altes hinter sich zu lassen und Neuem mit Zuversicht und Offenheit zu begegnen, sei gerade in einer Zeit mit vielen offenen Fragen notwendig, sagte Bürgermeister Franz Xaver Scherrer beim Neujahrsempfang der Stadt Hagenbach.
Dafür bedürfe es eines unvoreingenommenen Blicks, was nicht immer ganz einfach sei. Denn bereits im „Voraus zu wissen“, wie „die Zukunft“ laufen wird“, verstelle den Blick auf Möglichkeiten, die Lösungen näher brächten, auch wenn sie unerreichbar schienen.
Das Jahr 2014 sei geprägt von vielen kriegerischen Auseinandersetzungen, Leid und Schmerz, von täglich neuen, schlimmen Nachrichten: „Auch wenn wir hier in Deutschland immer wieder mit den Widrigkeiten des Lebens zu kämpfen haben, sollte uns unsere Ausnahmestellung in dieser Welt bewusst sein“, sagte Scherrer.
„Welch Luxus ist es doch, in aller Regel nicht um sein Leben fürchten zu müssen, auf frisches sauberes Wasser ohne nachzudenken jederzeit zurückgreifen zu können, oder wenn man Hunger hat, aber der Kühlschrank leer ist, schnell den Pizzaservice anrufen zu können.
Oder einen sicheren Arbeitsplatz zu haben, der jeden Monat pünktlich den Lohn oder das Gehalt sicherstellt. Natürlich kennen die Menschen auch hier Probleme und Sorgen. Aber wir leben in Frieden und Freiheit, das Grundeinkommen ist gesichert und der Aufschwung der letzten Jahre ist bei vielen angekommen.“
Indienreise hat tiefen Eindruck hinterlassen
Dabei hatte Scherrer auch seine Indienreise im vergangenen Jahr vor Augen. Das dort Gesehene lässt ihn nicht los: „Die Hungernden am Wegesrand, sie warteten auf die von uns verteilten Mahlzeiten. Die vielen Slums, Kinder fast nackt, keine Kleider, Lepra- und Krankenstation, Leibeigene: „Alles Menschen, denen geholfen wird oder noch zu helfen ist. Eine Armut bei den Ärmsten der Armen.“
Da sei aber auch eine Dankbarkeit durch strahlende Kinderaugen, fröhliche Kinder, dankbare Hände bei der Armenspeisung und bei den Leprakranken: „Dies ist für mich eine Bereicherung in meinem Leben. Es gibt sie doch noch die Dankbarkeit, die wir zum Teil aus den Augen verloren haben. Und solch eine Dankbarkeit ist für mich eine Sternstunde des Lebens.“
Rückschau und Ausblick
Scherrer hielt auch Rückschau auf das vergangene Jahr, das ein „ereignisreiches, ein sehr markantes“ gewesen sei.
Vieles sei geschehen, sagte Scherrer und nannte die Sanierung der Schlossgärtenstraße, die Entschlammung des Altwassers, Verlagerung und Neubau des REWE-Markts, die Erschließung des Gewerbegebietes „Breitwiesen“, die Runderneuerung des alten Rathauses, die Urnenstelen, das 40-jährige Jubiläum des Kindergartens Regenbogen und den Wechsel in der katholischen Pfarrstelle: Pfarrer Dr. Patrick Asomugha musste nach fünf Jahren Hagenbach verlassen, neuer Pfarrer ist Alexander Pommerening.
Auch der Stadtrat habe bei den Kommunalwahlen ein neues Gesicht bekommen.
Als künftige Projekte nannte der Stadtchef das Neubaugebiet und die Verlagerung des Sportplatzes, die Sanierung der Straße „Am Stadtrand“, die auch für mehr Verkehrssicherheit sorgen soll, eine Beantragung der Förderung für die Sanierung der Maximilian-, Theresien- und Ottostraße.
Für die Gebäude Ludwigstraße 3 und 7 stehen weitere Gespräche mit Investoren an.
Auch die vielen kulturellen Highlights und Veranstaltungen seien ein großer Beitrag zum Gelingen des gemeinschaftlichen Lebens: „Es tut sich was in Hagenbach“, so Scherrer.
Der Empfang wurde musikalisch untermalt vom Musikverein Rheingold und dem Gesangverein Eintracht. Vier Mitglieder des Kleinkunstvereins begeisterten die Gäste mit ihrer Darbietung. (red/cli)

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