Samstag, 11. Juli 2020

Neuer Standort für Fahrzeugelektronik in Landau: „Herzlich willkommen Eberspächer!“

3. Dezember 2014 | noch keine Kommentare | Kategorie: Allgemein, Landau, Regional, Wirtschaft in der Region

Ministerpräsidentin Malu Dreyer ließ sich durch die Firmenspitze bei einem Rundgang informieren.
Fotos: Pfalz-Express/Ahme

Landau/Esslingen. Die Produktion am neuen Standort der Eberspächer Controls GmbH & Co. KG in Landau ist vollständig angelaufen. Die Eröffnungsfeier fand im Beisein der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer und des Oberbürgermeisters der Stadt Landau, Hans-Dieter Schlimmer, statt. Der neue Standort ist auf die Entwicklung und Produktion komplexer Elektroniksysteme für die Automobilindustrie zugeschnitten.

„Herzlich willkommen Eberspächer!“ begrüßte Oberbürgermeister Hans-Dieter Schlimmer die neue Firmenansiedler. „Dass unsere Stadt attraktiv ist und bei allen Standortfaktoren eine Spitzenrolle in der Südpfalz einnimmt, zeigt die Ansiedlung von Eberspächer einmal mehr und bestätigt den guten Kurs unserer kommunalen Wirtschaftspolitik“, so Schlimmer in seinem Grußwort.

„Sie sind Teil eines Gewerbegebietes mit hohem Niveau“ betonte der OB. Dass früher weiche Standortfaktoren wie Schulen, Kindergärten oder Wohnmöglichkeiten mittlerweile bei Firmenansiedlungen eine wichtige Rolle spielen („das sind neue Töne“)- auch das erwähnte Schlimmer. Die Stadt Landau sei eine „Gewinnerstadt“, die vieles ermögliche.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer: Eberspächer Controls passt hervorragend nach Rheinland-Pfalz

„Ich freue mich sehr, dass sich hier in der Pfalz ein neuer, innovativer Unternehmensstandort angesiedelt hat, der Arbeitsplätze schafft und zur Wertschöpfung beiträgt“, sagte die Ministerpräsidentin. Mit 65.000 Beschäftigten sei die Automobilindustrie nach der Chemie die größte Industriebranche, Rheinland-Pfalz deshalb ein Automobilland. „Als führender Systementwickler in der Fahrzeugelektronik passt Eberspächer Controls also sehr gut hierher“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Eberspächer Controls nannte die Ministerpräsidentin ein faszinierendes Unternehmen, das sich über die lange Zeitspanne von 150 Jahren erfolgreich am Markt gehalten habe. „Sich immer wieder auf den Wandel der Zeiten und die Bedürfnisse der Kunden einzustellen, ist eine außerordentliche Leistung“, sagte die Ministerpräsidentin. Schon in der fünften Generation werde das Unternehmen familiengeführt.

„Familienunternehmen sind das Rückgrat der Wirtschaft. Ihr Vorteil liegt unter anderem in den einfachen und klaren Führungsstrukturen, die das notwendige Potenzial haben, um Innovationsprozesse schnell umzusetzen“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Bundesweit seien 92, in Rheinland-Pfalz sogar 94 Prozent der Unternehmen familienkontrolliert.

Eberspächer Controls passe auch deshalb gut nach Rheinland-Pfalz, weil das Thema Digitalisierung ein Schlüsselthema der rheinland-pfälzischen Wirtschaftspolitik sei. Mit dem Begriff „Industrie 4.0“ werde ein Strukturwandel umschrieben, den die Digitalisierung für die Wirtschaft bedeutet. Schließlich änderten sich die Produktionsverfahren und die Arbeitsabläufe grundlegend.

„Rheinland-Pfalz bietet gute Rahmenbedingungen. Durch die Nähe zu den Hochschulen in Landau, Mainz, Karlsruhe und Kaiserslautern gibt es gut ausgebildete Fachkräfte und vielfältige Kooperationsmöglichkeiten, junge Familien können hier gut leben. Ich wünsche dem Unternehmen hier am neuen Standort allen Erfolg“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Fahrzeugelektronik gewinnt an Bedeutung

Dr. Dirk Walliser, Geschäftsführer Eberspächer Automotive Controls, bedankte sich bei allen Beteiligten rund um das Baugeschehen und hob insbesondere „die hervorragende Zusammenarbeit und Unterstützung durch die Stadtverwaltung und Wirtschaftsförderung“ hervor. Mit Bezug auf Infrastruktur und Verkehrsanbindung Eberspächer Climate Control Systems GmbH & Co. KG
ergänzte Walliser: „Die Entscheidung für die Ansiedlung war goldrichtig, wir fühlen uns sehr wohl in Landau“.

Der Anteil der Elektronik im Fahrzeug nimmt ständig zu: Von diesem Trend profitiert auch der auf komplexe Elektroniksysteme spezialisierte Automobilzulieferer Eberspächer Controls.

Pro Tag beliefert das Unternehmen rund 8.000 Fahrzeuge europäischer und US-amerikanischer Hersteller. Größter Wachstumstreiber sind Produkte zur Bordnetzstabilisierung. Diese verhindern einen Spannungseinbruch, wenn die Start-Stopp-Automatik den Motor nach dem Halt an der roten Ampel wieder anlässt und vermeidet so das ständige Abschalten von Radio, Beleuchtung oder Klimatisierung.

Andere Produkte von Eberspächer Controls dienen der Energiespeicherung oder sie steuern elektrische Fahrzeugheizungen, zum Beispiel Hochvoltheizungen in Elektrofahrzeugen.
Durch den neuen Standort in Landau konnte Eberspächer Controls seine Kapazitäten um 50 Prozent erweitern. Walliser betonte: „Wir können jetzt nicht nur die wachsende Nachfrage nach unseren Produkten decken, sondern auch neue Entwicklungsprojekte vorantreiben.“

Rund 180 Mitarbeiter arbeiten in dem dreigeschossigen Gebäude mit 9.000 qm Nutzfläche. „Durch ein gemeinsames Treppenhaus hat man auch in der Architektur die „integrative Begegnung zwischen Produzent und Verwaltung deutlich gemacht“, so Geschäftsführer Wolfgang Kuhn.

Mitarbeiter können zwischen einem Drei-und Vierschichtbetrieb wählen. Auch Homeoffice-Plätze können nach Bedarf eingerichtet werden. Er erläuterte in seiner Festrede die rasante Entwicklung der Firma, die von 30 Mitarbeitern auf 7000 weltweit Tätige angewachsen sei.

„Schon in Herxheim haben wir gesehen, dass wir ein Werk brauchen“, so Kuhn. Inzwischen hießen die Mitbewerber Conti und Bosch: „Wir wissen, wo wir hinwollen.Wir können es mit den Größten aufnehmen“, so Kuhn. (Fotos 1, 3 und 6 in der Bildergalerie: Eberspächer, Text: desa/red)

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