Zeiskam. Der T.B Jahn Zeiskam und weite Teile der Zeiskamer Bevölkerung trauern um Josef Lippl, der im Alter von 75 Jahren am 12. November friedlich eingeschlafen ist.
Die tückische, unheilbare Krankheit, die im Sommer dieses Jahres entdeckt wurde, war stärker als der Lebenswille von „Sepp“, wie er in Zeiskam von allen genannt wurde. Alle, die ihn kannten, sind umso mehr froh und glücklich, dass sie mit ihm im Dezember vorigen Jahres in großer Runde seinen 75. Geburtstag feiern durften. Bei dem waren auch mehrere Spielergenerationen als Gratulanten zugegen.
Josef Lippl kam 1956 als landwirtschaftlicher Helfer in das Dorf. Über den damaligen Torwart Roland Mees kam er schnell zu den Fußballern. Fußball spielen konnte er zwar nicht, war aber in allen Trainingseinheiten dabei, beteiligte sich bei den Laufeinheiten und machte sich vielfältig nützlich.
Seine Leidenschaft für diesen Sport lebte er als korrekter Linienrichter aus, natürlich in Schiedsrichterkluft und eigener Fahne. Und wenn von außen Zurufe kamen, war er nie um einen passende Antwort verlegen.
So wurde er schnell auf den Sportplätzen der Region bekannt und beliebt. Ein echtes Original eben. Er ließ es sich nicht nehmen bei allen Auswärtsspielen und auch bei mehrtägigen Ausflugsreisen mit den Spielern dabei zu sein. Er gehörte ganz einfach dazu. Als dann für die 1. Mannschaft in den höheren Klassen Schiedsrichtergespanne abgestellt wurden, war er mit gleichen Eifer auch für die 1b- und 2. Mannschaften aktiv.
Im Jahr 2005 verunglückte Sepp mit dem Fahrrad, ein Bein oberhalb des Knies musste amputiert werden. Mit seinem Optimismus und seiner positiven Lebenseinstellung überwand er diesen harten Schicksalsschlag und seither war er interessierter Zuschauer bei den Heimspielen und auch bei vielen Auswärtsspielen seines Vereins.
Allerdings waren nun Pflege und Betreuung nötig und er konnte, aus baulichen Gründen, nicht mehr im Hause seines seitherigen Arbeitgebers leben, der ihm auch die Treue hielt, nachdem er aus dem Berufsleben ausgeschieden war.
Seine Rente reichte nun nicht mehr, um alle Kosten abzudecken, doch zum Sozialamt musste er nicht gehen. Sein angespartes Geld und zwei große Benefizveranstaltungen, die der T.B, Jahn organisierte und die von den Zeiskamern voll unterstützt wurden, ließen keine finanziellen Sorgen aufkommen.
Am Freitag, 17. November, 14 Uhr findet auf dem Friedhof Zeiskam die Trauerfeier und Urnenbestattung statt. Anschließend lädt der T.B. Jahn die Trauergäste zum Gedenkkaffee in die Jahnstube im Sportzentrum ein. (roland humbert)
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