
Frohe Gesichter bei der Vertragsunterzeichnung im Jahr 2008: Damals ahnte niemand, dass man schon einige Jahre später um den Erhalt der Leiststelle bangen muss.
Foto: Pfalz-Express/Ahme
Südpfalz – Die Landesregierung prüft derzeit die Strukturen der Integrierten Rettungsleitstellen in Rheinland-Pfalz.
Die rheinland-pfälzische Koalition (SPD, FDP, Grüne) strebt neue großräumigere Strukturen bei den Leitstellen an und will diese auf fünf Standorte im ganzen Land beschränken. Das wurde im Koalitionsvertrag vereinbart.
Im Lauf des Jahres sollen noch weitere Gespräche dazu stattfinden. Das Land hat Arbeitsgruppen eingerichtet, die die Umsetzung prüfen sollen. Deshalb sei es wichtig, dass sich die Region rechtzeitig positioniere, sagte der Germersheimer Landrat Dr. Fritz Brechtel dem Pfalz-Express. Brechtel spricht sich deutlich gegen eine mögliche Schließung aus.
Der Rettungsdienst ist in der Südpfalz und der Südwestpfalz für Krankentransporte, Rettungsdienst und Notarzteinsätze verantwortlich. Etwas über 100.000 Einsätze hat die Leitstelle im Jahr 2016 koordiniert.
Moderne Technik und Zusammenarbeit mit Frankreich
In einem Schreiben an Innenminister Roger Lewentz (SPD) fordert Brechtel den Erhalt der „innovativsten Leitstelle in Rheinland-Pfalz“.
Brechtel verweist darauf, dass mit der Leitstelle Südpfalz die digitale Alarmierung ebenso professionell umgesetzt werden konnte wie die Implementierung der Einsatzleitsoftware „Cobra 4“. Auch der Digitalfunk werde noch in diesem Jahr voll funktionsfähig sein.
Auch könnten laut Brechtel jederzeit Pilotprojekte übernommen und diese konstruktiv sowie sach- und fachorientiert begleitet werden.
„Die Notfallrettung und die Erstalarmierung der Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis wird durch die Integrierte Leitstelle Südpfalz ebenso zu meiner vollsten Zufriedenheit vorgenommen wie die Alarmierung der „Mobilen Retter“, der First-Responder-Gruppen sowie aller Katstrophenschutzeinheiten“, schreibt Brechtel weiter.
Der Kreichef weist ausdrücklich auf die Zusammenarbeit mit den französischen Nachbarn hin, denn im Rahmen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit mit den Départements Bas-Rhin und Moselle sei die Integrierte Leitstelle Südpfalz auch zentrale Anlaufstelle für die Notfallrettung und die Freiwilligen Feuerwehren aus dem gesamten Raum der Süd-und Südwestpfalz.
„Diese seit vielen Jahren praktizierte Zusammenarbeit mit den französischen Partnern würde bei einem Wegfall der Integrierten Leitstelle Südpfalz erheblich beeinträchtigt. Auch die Bemühungen der Integrierten Leitstelle Südpfalz im Rahmen der Oberrheinkonferenz ein weiteres Pilotprojekt durchzuführen, wären damit obsolet“, argumentiert Brechtel.
Diese Aspekte sprächen deutlich für den Erhalt der Integrierten Leitstelle Südpfalz. Brechtel fordert „von der Schließung der erst vor wenigen Jahren erfolgreich begründeten, effektiv arbeitenden und bestens funktionierenden Integrierten Leitstelle Südpfalz unbedingt Abstand zu nehmen.“
Alle stemmen sich gegen Schließung
Nahezu ausnahmslos alle Politiker, Bürgermeister oder andere kommunale Mandatsträger warnen vor einer Schließung der Integrierten Rettungsleitstelle. Auch SÜW-Landrätin Theresia Riedmaier hatte des öfteren betont, eine Verlagerung gehe zu Lasten der Schnelligkeit der Einsätze.
Jürgen See, Leiter des Rettungsdiensts, hob ebenfalls die Wichtigkeit des Standorts in Landau hervor. Die Kooperation mit dem Elsass und die dafür vorhandenen Kompetenzen aufgrund jahrzehntelanger enger Zusammenarbeit seien ein starkes Argument.
Wenn die Steuerungszentralen der Feuerwehr und des Katastrophenschutzes abwandern würden, sei das auch für die Kommunen ein großes Problem, sagte See dem Pfalz-Express. (red/cli)

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