
In seinem Buch „Das Methusalem-Komplott“ wies Schirrmacher auf eine Vergreisung der Gesellschaft aufgrund niedriger Geburtenraten hin und rief zu einem „Aufstand der Alten“ auf. Das Buch wurde ein Beststeller und in 14 Sprachen übersetzt.
Foto: Magnus Manske/wikimedia commons/http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/
Frankfurt/Main – Frank Schirrmacher, einer der Herausgeber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ und zuständig für das Feuilleton, ist am 12. Juni an den Folgen eines Herzinfarkts gestorben. Das teilte die Zeitung mit.
In seiner zwanzigjährigen Zeit als Herausgeber habe er zahllose kulturelle Debatten angeregt und das intellektuelle Leben Deutschlands nachhaltig geprägt. Seine Bücher, allesamt Bestseller und in etliche Sprachen übersetzt, seien auch politisch einflussreich gewesen – angefangen von der Demographie-Debatte, die sich an seinem Buch „Methusalem-Komplott“ entzündete, bis zu „Payback“ und „Ego – Das Spiel des Lebens“, in denen Schirrmacher als einer der ersten die gesellschaftlichen Dimensionen des digitalen Wandels erkannte und eindringlich beschrieb.
„FAZ“-Mitherausgeber Berthold Kohler: „Wir sind tief erschüttert und fassungslos. Das ist ein entsetzlicher Verlust für die `Frankfurter Allgemeine Zeitung`. Frank Schirrmacher war ein großer Journalist, der mit seinen Texten wichtige Debatten in Deutschland angestoßen hat. Im Herausgeber-Kreis hat er mit seinen Ideen und seiner Energie immer wieder Impulse für die Entwicklung der Zeitung gegeben. Wir werden ihn als Kollegen und Persönlichkeit sehr vermissen.“
Schirrmacher, 1959 geboren, trat 1985 als Redakteur ins Feuilleton der „FAZ“ ein, wurde fünf Jahre später Literaturchef als Nachfolger von Marcel Reich-Ranicki und folgte 1994 Joachim Fest im Amt des für das Feuilleton zuständigen Herausgebers nach.
Schirrmachers Gespür für gesellschaftliche Entwicklungen und Bedingungen, die die Lebensformen verändern – seien sie ökonomischer oder technologischer Art – ist legendär: Sein analytischer Blick erfasste das Wesentliche im Wandel, seine Fähigkeit zur pointierten Darstellung komplexer Sachverhalte machte ihn zu einem führenden Intellektuellen unserer Zeit, teilte die „FAZ“ weiter mit.
Schirrmacher hinterlässt seine Ehefrau und zwei Kin der.
(dts Nachrichtenagentur)
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