Mainz. Der ZDF-Verwaltungsrat hat sich heute (30. Juni) in Mainz neu konstituiert und Ministerpräsidentin Malu Dreyer zur Vorsitzenden gewählt.
Der ZDF-Verwaltungsrat setzt sich erstmals nach dem novellierten ZDF-Staatsvertrag zusammen, der am 1. Januar 2016 in Kraft getreten ist.
Entsprechend dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 25. März 2014 zur Staatsferne der Aufsicht ist die Anzahl der „staatlichen und staatsnahen“ Mitglieder jetzt auf maximal ein Drittel der insgesamt zwölf Verwaltungsratsmitglieder beschränkt.
Ministerpräsidentin Malu Dreyer löst als Vorsitzende des Verwaltungsrates Kurt Beck, Ministerpräsident a.D. ab, der das Amt seit 1999 innehatte.
„Ich freue mich sehr auf die neue Aufgabe in diesem wichtigen Aufsichtsgremium des ZDF und danke den Mitgliedern des Verwaltungsrates für das mir entgegengebrachte Vertrauen“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer, die auch Vorsitzende der Rundfunkkommission der Länder ist.
„Es ist mir ein wichtiges Anliegen, das ZDF als einen der größten Fernsehsender Europas zukunftssicher aufzustellen. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk und der Qualitätsjournalismus sind von elementarer Bedeutung in einem pluralistischen und demokratischen System.
„Fake News“ können am besten durch gut recherchierte Nachrichten und Hintergrundberichte entlarvt werden. Dafür steht auch das ZDF“, betonte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.
„Die Herausforderungen sind jedoch groß: einerseits sparsam und effizient, unter Wahrung der Interessen der Mitarbeiter zu wirtschaften und andererseits attraktives und anspruchsvolles Programm zu erstellen, müssen in Einklang gebracht werden, so die Ministerpräsidentin.
Die Konferenz der Regierungschefs hatte im Oktober 2016 entschlossene Reformschritte der öffentlich-rechtlichen Anstalten insbesondere auch im Hinblick auf ihre Strukturen gefordert. Die Ergebnisse sollen im Frühjahr 2018 vorgelegt werden.
Zentrale Aufgabe des Verwaltungsrates, dessen aktuelle Amtsperiode bis 2022 andauert, ist die Überwachung der Finanzen und Investitionen des ZDF.
Die neue Verwaltungsratsvorsitzende wandte sich noch besonders dem Spitzensport und dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk in der digitalen Welt zu. Ministerpräsidentin Malu Dreyer führte aus, sie sehe mit Sorge die Entwicklung der Sportrechte.
Die Sportverbände müssen sich die Frage stellen, welchen Schaden sie anrichten, wenn sie ihren Blick zu sehr auf die kommerzielle Seite richten. „Für den Sport ist es, in der Spitze wie in der Breite, langfristig schlecht, wenn etwa Europas Top-Fußball hinter Bezahlschranken verschwindet und nur noch wenige Menschen daran teilhaben können.
Dass dies für die Verbände zumindest kurzfristig finanziell lukrativer ist, ändert nichts daran, dass Sport auch eine gesellschaftspolitische Funktion hat.
Spitzensport verbindet, er ist ein wichtiger Kitt unserer Gesellschaft“, unterstrich die Ministerpräsidentin. Weiterhin lobte die neue Vorsitzende die neuen digitalen Angebote und sicherte zu, sich dafür einzusetzen, dass der Telemedienauftrag zeitgemäß weiterentwickelt werde und entsprechende Regelungen im Staatsvertrag aufgenommen werden. (red)

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