
Foto: dts Nachrichtenagentur
Berlin – Jeder dritte Wohnungssuchende mit Migrationshintergrund erlebt Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt. Das ergab eine Umfrage der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, über die die Zeitungen der Funke-Mediengruppe berichten.
„Oft reicht schon ein fremd klingender Name aus, um gar nicht erst zur Wohnungsbesichtigung eingeladen zu werden. Auch offen rassistische Wohnungsanzeigen gehören leider noch immer zum Alltag“, sagte Bernhard Franke, kommissarischer Leiter der Antidiskriminierungsstelle.
Er forderte gesetzliche Änderungen: Sinnvoll sei etwa ein Verbot diskriminierender Wohnungsanzeigen im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz – „genauso, wie es das bei Stellenanzeigen bereits der Fall ist“, so der Leiter der Antidiskriminierungsstelle.
Für die Umfrage seien mehr als 1.000 deutschsprachige Personen über 16 Jahren zu ihren Erfahrungen auf dem Wohnungsmarkt befragt worden. Rund 15 Prozent aller Befragten, die in den vergangenen zehn Jahren auf Wohnungssuche waren, hätten über Diskriminierungserfahrungen aus rassistischen Gründen, wegen der Zugehörigkeit zu einer ethnischen Gruppe oder der Herkunft aus einem anderen Land berichtet. Darunter fänden sich nicht nur Zugewanderte, sondern auch Deutsche, die im Alltag aufgrund ihres Aussehens, etwa ihrer Hautfarbe, oder ihres Namens als „nicht deutsch“ wahrgenommen werden, heißt es in der Studie.
Besonders betroffen aber seien Menschen gewesen, die selbst oder deren Eltern oder Großeltern nach Deutschland eingewandert waren: Jeder dritte Wohnungssuchende mit Migrationshintergrund (35 Prozent) berichtete der Umfrage zufolge von rassistischer Diskriminierung.
Die Umfrage zeige ein hohes Problembewusstsein in Deutschland: Die Mehrheit der Befragten (83 Prozent) sei der Ansicht, dass Diskriminierung aus rassistischen Gründen, wegen der Zugehörigkeit zu einer ethnischen Gruppe oder der ausländischen Herkunft bei der Wohnungssuche häufig vorkommt.
Problembewusstsein und eigene Einstellungen passten jedoch oft nicht zueinander: Auf die Frage nach persönlichen Einstellungen gegenüber eingewanderten Personen als potenzielle Nachbarn oder Mieter zeige sich: Fast jeder Dritte (29 Prozent) hätte sehr große oder große Bedenken, wenn in die Nachbarwohnung oder das Nachbarhaus eine Person einziehen würde, die nach Deutschland eingewandert ist.
Die Vorstellung, einer eingewanderten Person eine eigene Wohnung zu vermieten, sorgt bei 41 Prozent der Befragten für Bedenken. (dts Nachrichtenagentur)
Gefällt Ihnen unsere Zeitung?
Fügen Sie den Pfalz-Express als bevorzugte Quelle bei Google hinzu. So verpassen Sie keine wichtigen Nachrichten aus der Region.
⭐ Bei Google als bevorzugte Quelle hinzufügen
Diesen Artikel drucken



Berlin – Mehr als jeder dritte Deutsche wünscht sich einen Politiker wie Sebastian Kurz auch für Deutschland. Das ist das Ergebnis einer ...
Berlin – Bei der Bundestagswahl wird laut einer Partneragentur-Umfrage jeder dritte, in einer Beziehung lebende, Deutsche das Kreuzchen in das gleiche Kästchen ...
Berlin – In der politischen Diskussion über ein mögliches Burka-Verbot unterstützt eine große Mehrheit der Deutschen entsprechende Pläne. In einer INSA-Umfrage für ...
Berlin – Drei Viertel der Bevölkerung zweifeln angesichts der Affäre um die Bremer Außenstelle des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) generell ...
Berlin – Laut einer Umfrage der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA) unter 16.395 Personen aus 12 EU-Ländern gaben nirgendwo so ...
Berlin – Die Mehrheit der Deutschen ist mit dem von Union und SPD vereinbarten Koalitionsvertrag zufrieden. In einer Umfrage des ZDF bewerteten ...
Berlin – Eine Mehrheit der Deutschen begrüßt es, dass die SPD wieder über die Zukunft der Hartz-IV-Gesetze diskutiert. 75 Prozent finden es ...
Dresden – Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat die Pläne der Bundesregierung zum Klimaschutz grundsätzlich infrage gestellt. „Ich empfinde das Klimapaket an ...
Trotz Mahnungen aus Politik und Wissenschaft sind viele Menschen in Deutschland offenbar nicht dazu bereit, ihre sozialen Kontakte zu reduzieren, um die ...
Berlin – Die Mehrheit der bei einer repräsentativen Umfrage befragten Deutschen will, dass der Fußballverband FIFA dem Emirat Katar die Fußballweltmeisterschaft 2022 ...












