Mittwoch, 28. Oktober 2020

Mieterglück statt Dauerärger: Neue Wohngesellschaft machen es möglich

27. Juli 2020 | noch keine Kommentare | Kategorie: Bauen & Sanieren, Dienstleistungen, Ratgeber, Sonstiges

Bild: ©istock.com/deepblue4you

Schimmelige Wände, mangelhafte Reparaturen, überhöhte Mieten: Große börsennotierte Wohnungsgesellschaften haben einen schlechten Ruf.

Doch nun stellen sich erste Davids gegen die Goliaths der Mietbranche, darunter die belvona GmbH aus Düsseldorf.

Börsennotierte Unternehmen dominieren den Markt

Eine Gesetzesänderung im Jahr 1988 machte es möglich: Durch die Abschaffung der Gemeinnützigkeit wurde der Wohnungsmarkt revolutioniert und erlaubte den Aufstieg privatwirtschaftlich betriebener Wohnungsgesellschaften. Diese kauften in großem Stil ehemalige Werkswohnungen großer Arbeitgeber wie der Bahn und vorher kommunale Wohnungen.

Mittlerweile besitzen die größten Player am Markt hunderttausende Wohnungen im ganzen Land: Spitzenreiter ist Vonovia mit knapp 400.000 Wohnungen, der einzige Immobilienkonzern, der es bis in den DAX geschafft hat. Ebenfalls börsennotiert sind die Deutsche Wohnen mit 160.000 Wohnungen (vor allem in Berlin) und LEG Immobilien mit 130.000 Wohnungen in Nordrhein-Westfalen.

Immer wieder wird den großen Konzernen Profitgier auf Kosten der Mieter vorgeworfen. So machte Vonovia Schlagzeilen mit überhöhten Heizkosten- und Nebenkostenabrechnungen. Der Ärger über das Gebahren ist so groß, dass sich mittlerweile sogar eine Bürgerinitiative zur Enteignung der großen Wohnungsgesellschaften gründete.

belvona macht’s vor: Neue Wohnungsgesellschaften gehen andere Wege

Gepflegte Anlagen, schnelle Reparaturen, persönlicher freundlicher Kontakt und das alles zu bezahlbaren Mietpreisen: Dieses hohe Ziel hat sich belvona aus Düsseldorf auf die Fahne geschrieben. Das noch junge Unternehmen um Geschäftsführer Frank Krienen will einen Richtungswechsel erreichen und das Vertrauen der Mieter zurückgewinnen.

Ein erster Schritt, der eigentlich selbstverständlich sein sollte, ist die Einführung eines sogenannten Property Managers. Statt endlos in Telefonwarteschlangen zu hängen und mit automatischen Ansagen abgespeist zu werden, sollen Mieter wieder einen persönlichen Ansprechpartner in jeder Wohnanlage haben. Tropft der Wasserhahn oder gibt es anderen Ärger, sind die Wege kurz.

Von der guten alten Zeit ist die Rede, als sich Vermieter und Mieter noch persönlich kannten und ein kurzer Telefonanruf bei Problemen genügte. So ernst nimmt belvona diesen Anspruch, dass das Unternehmen seinen Mietern eine Zufriedenheitsgarantie gibt. Außerdem gibt es Online-Foren und Facebookgruppen, in denen sich die belvona-Mieter austauschen können. Für potenzielle Mieter bietet dies eine Chance, sich vorab zu informieren und überzeugen zu lassen.

Starkes Wachstum geplant

Ob der Plan dauerhaft aufgeht, wird sich zeigen. Derzeit betreut das Unternehmen rund 14.000 Mieter vor allem im Westen und Norden Deutschlands und bietet ein nach eigenen Angaben überdurchschnittlich modernes Zuhause bei bezahlbaren Preisen von durchschnittlich 4,61 Euro pro Quadratmeter. Neu gekaufte Wohnanlagen werden umgehend saniert und renoviert, ohne, dass dies die Preise stark in die Höhe treibt. Sollte sich das Konzept bewähren, dürfte es für umstrittene Großkonzerne ungemütlich werden – möglicherweise auch in der Pfalz.

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