Freitag, 03. Juli 2020

Mehr inklusive Schulen im Landkreis Germersheim – „beispielhaft für das ganze Land“

1. Juli 2016 | noch keine Kommentare | Kategorie: Kreis Germersheim, Regional
Überforderung bewirkt Resignation:  Beeinträchtigte und lernschwache Kinder sollen dieses Schicksal im Kreis Germersheim nicht mehr erleiden.  Symbolbild: dts Nachrichtenagentur

Überforderung bewirkt Resignation: Beeinträchtigte und lernschwache Kinder sollen dieses Schicksal im Kreis Germersheim nicht mehr erleiden.
Symbolbild: dts Nachrichtenagentur

Kreis Germersheim – Lernschwache und beeinträchtigte Kinder sollen mit einem neuen Konzept gezielt gefördert werden.

Im Februar 2015 hatte der Jugendhilfeausschuss beschlossen, im Landkreis Germersheim das Modellprojekt „Integrierte Eingliederungshilfen an Schwerpunktschulen“ (4+1-Projekt) durchzuführen. Die Grundschulen Lingenfeld und Rülzheim boten sich als Modellschulen an.

Es sollte ein kreisweit umsetzbares Konzept erarbeitet werden.

Die Schulen erhielten für den pädagogischen Förderbedarf je eine halbe Stelle Assistenz (Heilerziehungspfleger, Sozialassistenz) pro Klassenstufe (1-4), und zusätzlich an der Schule eine Vollzeitstelle für Elternarbeit, Anleitung, Koordination und pädagogische Einzelförderung.

Wissenschaftlich begleitet wurde das Projekt vom Institut für sozialpädagogische Forschung Mainz (ism). Mitarbeiter stellten dem Jugendhilfeausschuss die Ergebnisse vor. Der Landkreis Germersheim sei für das ganze Land beispielgebend und nehme eine Vorreiterrolle ein, hieß es in der Bewertung.

19 Kinder in Lingenfeld und 23 in Rülzheim erhielten Unterstützung in Form der „integrierten Eingliederungshilfe“. In den meisten Fällen hatten Lehrer den Bedarf erkannt und diesen Kindern einen direkten Zugang zu den Angeboten ermöglicht – ganz ohne stigmatisierende Gutachten.

Die Kinder waren in alle erster Linie mit den schulischen Anforderungen (75%) überfordert, mit großem Abstand folgen Probleme mit allgemeinen Leistungsanforderungen (33%), berichtete Eva Dittmann vom ism. In diesen Bereichen seien „sehr deutliche Verbesserungen“ erreicht worden.

Neben der Hilfe für Kinder und Jugendliche gab es noch einen Grund, das 4+1-Projekt anzugehen: Die Kosten im Bereich der öffentlichen Jugendhilfe seien in den letzten Jahren enorm gestiegen, sagte Landrat Dr. Fritz Brechtel: „Von 2001 bis 2014 haben sich die Kosten auf rund 35 Mio. Euro pro Jahr verdoppelt. Dem müssen wir entgegenwirken.“

Die Ergebnisse des Modells seien „beeindruckend deutlich“, die Richtung gut. Ein Großteil der Kinder werde aber nach Einschätzung von Fachleuten auch an weiterführenden Schulen zusätzliche Unterstützung benötigen, so Brechtel.

Deshalb sollen nun weitere Grundschulen ins Boot geholt werden. Bei Bedarf kann das Konzept auf bis zu acht Grundschulen – je eine in jeder Verbandsgemeinde – ,und vier weiterführende Schulen im Landkreis Germersheim übertragen werden. Allerdings ist die Förderung begrenzt auf die Klassenstufen 5 und 6. (red)

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