
Der ehemalige Ministerpräsident Kurt Beck ermutigt die Jung-Metaller bei ihrer Kampagne „Revolution Bildung“. Fotos: Licht
Wörth – Unter dem Motto: „Gute Arbeit. Sichere Rente. Soziales Europa.“ fand im Bürgerpark in Wörth das Maifest des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) statt. Als Festredner kam der Ex-Ministerpräsident Kurt Beck.
Auch die IG Metall-Verwaltungsstelle Neustadt war mit einem eigenen Stand dabei. Die Grußworte sprachen der 1. Bevollmächtigte der Verwaltungsstelle, Uwe Schütz, der Betriebsratsvorsitzende des Mercedes-Benz Werks Wörth/ Germersheim, Ulli Edelmann und Roland Heilmann, Ortsvorsteher Wörth und stellvertretender Vorsitzender der SPD Wörth.
Am einem Stand konnten sich die Besucher über Aufgaben, Ziele und Leistungen der IG Metall informieren. Beliebt bei den jungen Gästen war vor allem die „Respekt!“– Fußballtorwand, wo es zahlreiche Sachpreise zu „erschießen“ gab.
Auch ein umfangreiches Kinder- und Familienprogramm mit einem Infomarkt, Verköstigung und Kinderfest hatten die Organisatoren auf die Beine gestellt.
Kurt Beck: „Immer für die Demokratie kämpfen“
Kurt Beck erinnerte in seiner Ansprache an die Ereignisse vor 80 Jahren: An die Zerschlagung der Gewerkschaften durch die nationalsozialistische Diktatur und die Zerstörung der Mitbestimmung in den Betrieben. „Die Lehre daraus ist, immer und immer wieder für die Demokratie zu kämpfen“, sagte Beck eindringlich. Gerade in der augenblicklichen Situation sei die Stabilität in Europa gefährdet: „60 Prozent Jugendarbeitslosigkeit zum Beispiel in Spanien – das ist katastrophal.“Umso wichtiger sei, es die Solidarität in Europa mit aktiver Politik und vor allen Dingen Haushaltskonsolidierungen wieder herzustellen und zu bewahren.
Beck betonte zudem nochmals die Dringlichkeit einer Korrektur des Arbeitsmarkts mit den momentan überschießenden Leih- und Zeitarbeit-Beschäftigungsverhältnissen sowie die Wichtigkeit einer gerechteren Lohn-und Steuerpolitik. „Das ist die Aufgabe Aller – auch die der Gutverdiener, die durchaus einen Beitrag leisten können für eine solidarische Gesellschaft.“
Uwe Schütz: „Tolles Engagement der Beschäftigten“
Uwe Schütz vom DGB in Neustadt lobte das Engagement der Beschäftigten in den Daimlerwerken, insbesondere im Vorfeld der kommenden tariflichen Betriebsrunde der Metall- und Elektroindustrie, die am 2. Mai beginnt.
Auch für den Erhalt von Schaidt Innovations, ehemals Harman Becker, fand Schütz begeisterte Worte. Die US-Konzernspitze von Harman Becker hatte die Verlagerung der Produktion aus Schaidt nach Ungarn bereits beschlossen. Doch der Betriebsrat mit seiner Vorsitzenden Petra Meyer-Spreckic hatte gemeinsam mit der Belegschaft und der IG Metall erfolgreich dagegengehalten: Der Standort und die 670 Arbeitsplätze blieben und sind voraussichtlich bis mindestens März 2016 gesichert. Auch Kurt Beck hatte sich seinerzeit mt viel Engagement eingebracht, um die Arbeitsplätze zu retten.
Revolution Bildung
Die IGM-Jugend fand eine Plattform für ihre Kampagne „Revolution Bildung“ . In einem Manifest fordern die Jung-Metaller: „Bildung muss besser und gerechter werden! Gute Bildung braucht Zeit! Bildung muss allen zugänglich sein! Bildung braucht mehr Geld!“
Eingepackt in einen selbstgebastelten „Mahnkarton“ wandelte ein Mitglied zur Unterschriftensammlung durch die Besucherbänke. Landtagsabgeordnete Barbara-Schleicher Rothmund ließ es sich nicht nehmen und verewigte auf dem Karton: „Bildung entscheidet über die Teilhabe an der Gesellschaft.“ Gleichzeitig kritisierte die SPD-Politikerin den immer stärker werdenden Konkurrenzkampf schon im Kindergarten: „Wer schon mit zwei Jahren Chinesisch und Physik lernen muss, um sich als junger Erwachsener besser durchzuboxen – das ist schon sehr bedenklich.“
Kurt Beck schrieb auf den Karton: „Ihr seid die Zukunft. Helft, sie gerecht zu gestalten.“ (cli)

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