
Das Schild dokumentiert: Der Platz am Hauptportal der Marienkirche in Landau wird künftig „Kardinal-Wetter-Platz“ heißen (v.l.): Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, Kardinal Friedrich Wetter, OB Thomas Hirsch und Dekan Axel Brecht.
Foto: Hubert Mathes
Landau – Friedrich Kardinal Wetter hat am 4. März in Landau in einem Pontifikalamt für seine 90 Lebensjahre und die Wurzeln in seiner Pfälzer Heimat gedankt.
Im Festgottesdienst standen Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, Landaus Dekan Axel Brecht und weitere Priester aus dem Bistum Speyer mit am Altar.
Unter den Gästen des Gottesdienstes und des anschließenden Empfangs waren unter anderem Kirchenpräsident Christian Schad von der Evangelischen Kirche der Pfalz, Politiker aus Bund und Land sowie Stadtvertreter mit OB Thomas Hirsch an der Spitze.
Noch vor Beginn der eigentlichen Messfeier würdigten sowohl Bischof Wiesemann als auch Dekan Brecht den Jubilar. Axel Brecht überreichte dem Kardinal eine gerahmte Kopie der Taufurkunde: Wetter wurde am 22. Februar 1928 in der Landauer Marienkirche getauft, die er stets als Heimat bezeichnete.
Pfarrer Brecht sagte, dass Friedrich Wetter die künstlerische Ausstattung der Marienkirche sehr stark gefördert habe.
Bischof Wiesemann schenkte Wetter einen Abguss vom Petrusstab des Papstes, wie er auf einer Gedenktafel am Speyerer Dom angebracht ist und hier an den Besuch Papst Johannes Paul II. 1987 erinnert. Wiesemann dankte seinem Vorvorgänger für alles „was du für die Kirche von Speyer und die Kirche in Deutschland getan hast“.
Vieles von dem, was Wetter in den bewegten Jahren nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil als Bischof von Speyer auf den Weg gebracht habe, sei heute noch spürbar und tragfähig.
Wie Bischof Wiesemann erwähnte, feiert Kardinal Wetter in diesem Jahr noch zwei weitere große Jubiläen: 50 Jahre Bischofsweihe und 65 Jahre Priesterweihe. „Daher lade ich dich ein, zu diesem Anlass auch ein Pontifikalamt in unserem Speyerer Dom zu leiten.“
„Liebe Landauer“, mit diesen Worten begann Kardinal Friedrich Wetter seine Predigt. Darin betonte er die Liebe und die Verbundenheit zu seiner Vaterstadt. „Am Abend eines Lebens geht der Blick zurück, an den Anfang des Lebens, an die Wurzeln. Und meine Wurzeln sind hier.“
Der Anfang geht immer mit, so habe der heilige Augustinus einmal betont. „Und so hat mich auch mein Anfang immer begleitet, an alle Stationen meines Lebens.“
Im Lauf der Predigt berichtete der frühere Speyerer Bischof und ehemalige Münchener Erzbischof von diesen Anfängen in Landau. Von seiner Familie, die in geprägt und im Glauben erzogen hatte, von den Gottesdiensten in St. Maria und der Jugendgruppe der Pfarrei. „Wir haben hier den Glauben gefeiert und Gemeinschaft mit Christus und untereinander gefunden. Es war eine Freude, zu leben und zu glauben, hier in dieser Kirche und in dieser Stadt.“
Wetters Rückblick aber schloss nicht nur frohe Erinnerungen ein: „Die Jugendarbeit der Kirche war damals verboten. Aber wir haben uns trotzdem getroffen, wir haben uns das nicht verbieten lassen. Trotzdem hatten wir damals nichts zu lachen“, sagte der Kardinal mit Blick auf die Zeit des Nationalsozialismus und des Weltkrieges, der schließlich auch Landau erreichte. In seiner Predigt warb Wetter dafür, heute gegen die „Gottvergessenheit“ einzustehen.
Am Ausklang des Gottesdienstes erhielt der Jubilar aus München noch eine besondere Würdigung: Landaus OB Thomas Hirsch überreichte dem Geistlichen ein Straßenschild des künftigen „Kardinal-Wetter-Platzes“.
Der Platz am Hauptportal der Marienkirche muss zunächst noch saniert werden, dann erhält er offiziell den Namen Wetters, der seit 1994 Ehrenbürger Landaus ist.
Viele Hände schütteln und Glückwünsche entgegennehmen durfte Friedrich Wetter beim anschließenden Empfang im Pfarrheim St. Maria. Pfarrei und Stadt hatten dazu eingeladen, bei „Pälzer Grumbeersupp“ und Kuchen dem Kardinal zu begegnen. Dieser hatte am Bad in der Menge sichtlich große Freude. (red)

Im Festgottesdienst standen neben Kardinal Wetter und Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, Landaus Dekan Axel Brecht sowie weitere Priester aus dem Bistum Speyer mit am Altar.
Foto (bearb.): Hubert Mathes

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