Dienstag 18.August 2026

Landau: Bürgermeister Hartmann kündigt Kurswechsel bei Hitzeschutz von öffentlichen Gebäuden an

17. Juli 2026 | Kategorie: Landau, Regional

Bürgermeister Lukas Hartmann, Jugendamtsleiterin Clarissa Lorenz-Jahn und Beigeordnete Lena Dürphold (v.l.) beim Vor-Ort-Termin in der Kita Wilde 13. Hier wurde in diesem Jahr eine denkmalgerechte Außenverschattung getestet.
Foto: Stadt Landau

Landau – Raumtemperaturen von mehr als 30 Grad in Gruppen- und Schlafräumen von Kindertagesstätten haben die Stadt Landau zum Umdenken veranlasst. Bürgermeister Lukas Hartmann kündigt deshalb einen Kurswechsel beim Hitzeschutz öffentlicher Gebäude an.

Neben Verschattungen und energetischen Sanierungen sollen künftig auch aktive Kühlsysteme wie Klimaanlagen oder Wärmepumpen mit Kühlfunktion berücksichtigt werden.

Außenverschattung reicht nicht aus

Auslöser für den angekündigten Kurswechsel ist unter anderem ein Test in der Kita Wilde 13. Dort wurde an einem Gruppenraum eine denkmalgerechte Außenverschattung installiert. Nach Angaben der Stadt senkten die Außenrollos die Raumtemperatur um rund zwei Grad. Angesichts von Temperaturen von über 30 Grad in den Räumen reiche dies jedoch nicht aus.

„Wir brauchen deshalb einen Paradigmenwechsel: Passive Maßnahmen wie Verschattung bleiben wichtig, aber wir müssen jetzt auch den Einstieg in die aktive Kühlung öffentlicher Gebäude etwa mit Klimaanlagen schaffen“, sagt Hartmann.

Kitas und Grundschulen haben oberste Priorität

Das Gebäudemanagement der Stadt arbeitet derzeit an einem Hitzeschutzplan für die kommunalen Gebäude, der noch im Sommer den politischen Gremien vorgelegt werden soll. Geprüft werden soll, welche Maßnahmen sich für die einzelnen Gebäude eignen, von Verschattungen über energetische Sanierungen bis hin zu aktiven Kühlsystemen wie Klimaanlagen oder Wärmepumpen mit Kühlfunktion.

Priorität sollen zunächst die Kindertagesstätten haben, anschließend die Grundschulen. Auf diese Reihenfolge hatte sich der Stadtvorstand bereits im vergangenen Jahr verständigt. Weiterführende Schulen und Verwaltungsgebäude sollen in weiteren Schritten folgen.

Änderungen beim Denkmalschutz angeregt

Hartmann hält auch Änderungen bei den gesetzlichen Rahmenbedingungen für erforderlich. Vor allem bei denkmalgeschützten Gebäuden seien praktikablere und schnellere Lösungen notwendig. Die denkmalgerechte Verschattung eines einzelnen Fensters koste derzeit mehrere tausend Euro. Denkmalschutz und Klimaanpassung dürften kein Widerspruch sein. Deshalb werde das Thema auch im Städtetag Rheinland-Pfalz vorangetrieben.

Weitere Investitionen geplant

Jugenddezernentin Lena Dürphold weist darauf hin, dass Kinder ebenso wie ältere Menschen besonders unter extremer Hitze leiden. Eltern müssten sich darauf verlassen können, dass ihre Kinder auch an heißen Tagen gut betreut werden. Deshalb investiere die Stadt bereits in Hitzeschutzmaßnahmen, sehe angesichts der zunehmenden Hitzebelastung aber langfristig weiteren Handlungsbedarf.

Über das kommunale Klimaschutzprogramm KIPKI erhielten die Einrichtungen Zuschüsse von bis zu 8.000 Euro für Verschattungsmaßnahmen. Zudem sollen mindestens eine Million Euro aus dem Sondervermögen des Bundes in Hitzeschutzmaßnahmen an städtischen Kita- und Schulgebäuden fließen.

Hartmann und Dürphold sehen jedoch weiteren Handlungsbedarf. Sie fordern zusätzliche finanzielle Mittel für den Hitzeschutz öffentlicher Gebäude. Ziel sei es, bereits im kommenden Sommer erste zusätzliche Räume spürbar besser vor Hitze zu schützen. 

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