
Foto: dts Nachrichtenagentur
Calw – Das Kommando Spezialkräfte (KSK) soll zum Stichtag 31. Oktober nicht aufgelöst werden. Auch der bisherige Standort Calw werde wohl erhalten bleiben, berichtet die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ unter Berufung auf „gut informierte Kreise“.
Der „Schwarzwälder Bote hatte schon Anfang September von einer Nachricht aus dem Verteidigungsministerium berichtet. Im Sommer hatte der Calwer Kreistag eine Resolution verabschiedet, die ging an das Bundesverteidigungsministerium. Die Botschaft der im September im Landratsamt eingetroffenen Antwort des Ministeriums: „Derzeit ist eine Aufgabe des KSK-Standorts Calw nicht zu erwarten“, schreibt der SB.
Das Verteidigungsministerium wollte dies weder bestätigen noch dementieren. Allerdings hatte der parlamentarische Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Thomas Silberhorn, laut FAS bereits im August an den Landrat des Landkreises Calw geschrieben, dass „die Aufgabe des Standortes Calw als Ergebnis der Untersuchung nicht erwartet wird“.
Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hatte dem Verband im Sommer ein Ultimatum gestellt, um den rechtsextremen Umtrieben in der Truppe beizukommen. Am 31. Oktober will sie ihren Zwischenbericht vorlegen. Das KSK bekommt dann noch bis zum Sommer Zeit, um die Reformen vollständig umzusetzen. Ein Abschlussbericht soll im Juni 2021 vorliegen.
Zum Standort sagte Thomas Hitschler (SPD, Südpfalz), Mitglied im Verteidigungsausschuss des Bundestags: „Die Voraussetzungen in Calw sind ideal. Das an einer anderen Stelle aufzubauen, würde viel zu lange dauern.“ Über die Stimmung in der Truppe sagte Hitschler: „Die Mehrheit hat den Ernst der Lage erkannt“.
Der Verteidigungspolitiker Tobias Lindner (Grüne), ebenfalls aus der Südpfalz, ist unterdessen „durchaus verhalten optimistisch“.
Offenbar sind bei den Reformen wichtige Fortschritte erzielt worden. So hat das KSK nach einer Generalinventur ein klares Bild über seine Waffen und Munition erlangt. Die Ausbildung läuft seit kurzem Hand in Hand mit dem Ausbildungszentrum Infanterie aus Hammelburg. Spätestens Mitte nächsten Jahres sollen die angehenden Kommandosoldaten komplett extern ausgebildet werden.
Der Militärische Abschirmdienst soll weiter bei rund zwanzig KSK-Männer wegen „tatsächlicher Anhaltspunkte für extremistische Bestrebungen untersuchen“. Das geht aus einem vertraulichen Bericht hervor, den das Verteidigungsministerium Mitte September an den Bundestag sandte. Von einem Netzwerk ist dort nicht die Rede, wohl aber von einem „Geflecht von Kontakten und Kennverhältnissen unterschiedlicher Art und Intensität zwischen einzelnen im Fokus stehenden Personen, das durch eine übereinstimmende Geisteshaltung getragen zu sein scheint“. (dts Nachrichtenagentur/red)
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