Bonn – Das Bundeskartellamt steht kurz vor seinem nächsten Schlag gegen das Bierkartell. „Wir werden das Verfahren binnen weniger Wochen zum Abschluss bringen, sicherlich noch im ersten Quartal“, sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.
Die in der zweite Phase beschuldigten Unternehmen müssen sich demnach ebenfalls auf einen saftigen Bescheid einstellen. Die Bußgeldsumme werde noch einmal „ganz erheblich steigen“, sagte Mundt. „Es ist sehr unwahrscheinlich, dass sich Brauereien nach diesem Verfahren noch einmal in Absprachen wagen werden“.
In der vorigen Woche hatte das Kartellamt schon Strafen von 106 Millionen Euro gegen mehrere Brauereien verhängt. Verbraucherverbände beanstandeten die Bußgelder als viel zu gnädig. Sogar Überlegungen, Kartellvergehen wie in den Vereinigten Staaten strafrechtlich zu verfolgen, machen angesichts der sich häufenden Preisabsprachen die Runde.
Mundt sprach sich entschieden gegen einen solchen Systemwechsel aus. Die bisherige Straffreiheit für Kronzeugen, die ein Kartell auffliegen lassen, sei dann nicht mehr zu halten, das „schärfste Schwert“ der Kartellverfolgung würde stumpf. „Vielleicht würde vereinzelt ein Kartellsünder strenger bestraft. Aber ich befürchte, dass tatsächlich sehr viel weniger Fälle aufgedeckt würden“, warnte Mundt. (dts Nachrichtenagentur)

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