Freitag, 25. September 2020

Jubiläum: 40 Jahre Wirtschaftsförderung im Landkreis Südliche Weinstraße

16. September 2020 | noch keine Kommentare | Kategorie: Kreis Südliche Weinstraße, Wirtschaft in der Region

Die damalige Landrätin Theresia Riedmaier würdigte MBB Geschäftsführer Klaus Müller (links im Bild) für seine Verdienste und stellte seinen Nachfolger Uwe König (rechts) vor.
Archivfoto 2014: Pfalz-Express/Ahme

SÜW. Die Mittelstandsberatungs- und Betreuungsgesellschaft Südliche Weinstraße (MBB) besteht seit nunmehr 40 Jahren.

Eine Studie war 1978/79 zu dem Ergebnis gekommen, dass die Beratung und Betreuung der im Landkreis ansässigen mittelständischen Betriebe einer vorrangigen Bedeutung zukommen müsse. Dies war die Geburtsstunde der MBB SÜW mbH.

„Die Entwicklung der MBB in den zurückliegenden 40 Jahren zeigt die sich stetig ändernden Anforderungen an die Arbeit der Wirtschaftsförderung. Diesen Herausforderungen wird sich die Geschäftsführung in den immer schnellebigeren Zeiten künftig noch stärker stellen müssen“, betonte Geschäftsführer Uwe König in seinem Bericht in der vergangenen Kreistagssitzung.

Landrat Dietmar Seefeldt erinnerte an die Kreistagssitzung 1979 in Hochstadt unter Leitung von Landrat Gerhard Schwetje, in der die Gründung der Mittelstandsberatungs- und -betreuungsgesellschaft Südliche Weinstraße in der Rechtsform einer GmbH beschlossen wurde. „Die MBB war aus der Taufe gehoben und es zeigt sich bis heute wie richtig und wichtig dieser Schritt damals war. Die Erfolge und Zahlen sprechen für sich“, stellte Seefeldt fest.

Aufgaben und Tätigkeiten

Hauptaufgabe, als die Gesellschaft 1980 unter der Geschäftsführung von Günther Bludovsky ihre Arbeit aufnahmen, war zunächst die Verhandlung mit der Bezirksregierung Neustadt und den Ministerien in Mainz, um Fördermittel und Zuschüsse für Betriebe und Infrastrukturmaßnahmen im Landkreis SÜW zu erhalten.

Am 1. Januar 1993 gab es einen Wechsel in der Geschäftsführung. Sparkassenbetriebswirt Klaus Müller wurde durch die Gesellschafterversammlung zum neuen Geschäftsführer bestellt. Durch den Wegfall der Zuschüsse und Zulagen für den Landkreis, begann die MBB neue Tätigkeitsgebiete zu erarbeiten.

„Der Bedarf war schnell ausgemacht. Die Beratung von Existenzgründern wurde intensiviert und dies als kostenlose ‚Dienstleistung‘ des Landkreises Südliche Weinstraße“, erläuterte König. „Seit Aufnahme der Beratungen für Existenzgründer und ratsuchende Unternehmen gab es rund 6.200 Beratungen, was knapp 250 Beratungen im Jahr entspricht“, zeigte sich der Geschäftsführer stolz.

Bei der Beratung der Existenzgründer unterstützte über viele Jahre Angélique Fahrnschon, die in diesem Frühjahr in ihren wohlverdienten Ruhestand eingetreten ist.

Im Zuge der Finanzierung von Existenzgründungsvorhaben gab es eine intensive Zusammenarbeit mit der DTA (Deutsche Ausgleichsbank) und der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau).

Ein weiteres neues Aufgabengebiet fand die MBB in der Beteiligung an privatrechtlichen Erschließungen von Gewerbe – und Mischgebieten im Rahmen der Bestandspflege von kleinen und mittleren Betrieben der Region.

„Beispielhaft genannt seien hier die Gewerbegebiete in Gossersweiler-Stein, Kirrweiler, Ilbesheim, Bad Bergzabern und Schweigen-Rechtenbach. Auch an der Vermarktung der Industriegebiete in Offenbach mit dem ‚Interpark Rheinpfalz‘ und in Edenkoben mit dem ‚Gewerbepark Edenkoben-Venningen‘ war die MBB beteiligt“, so König.

Kooperationen und Mitgliedschaften

1998 wurde gemeinsam mit der Stadt Landau, dem Landkreis Germersheim, der IHK und der HWK die sogenannte „Arbeitsgemeinschaft Wirtschaftsförderung Südpfalz“ gegründet. „Zweck der ‚ARGE Wifö Südpfalz‘ war und ist die Stärkung des Wirtschaftsstandortes durch Förderung des Bekanntheitsgrades der Südpfalz, Förderung der Identifikation der Unternehmen mit ihrer Region, Unterstützung der Unternehmen bei allen wirtschaftlichen Fragen, Initiierung und Durchführung von Maßnahmen zur Verbesserung der Wirtschaftsstruktur mit dem Ziel, vorhandene Arbeitsplätze zu sichern und neue Arbeitsplätze zu schaffen“, erläuterte der Geschäftsführer.

Auch grenzüberschreitende Aktivitäten gehören zu den Aufgabenfeldern der MBB SÜW mbH: Seit 1998 arbeiten die Wirtschaftsförderer des PAMINA-Raums als Club der Wirtschaftsförderer eng zusammen. 2017 änderte sich der Name in „PAMINA-Business-Club“ und verschiedene deutsch-französische Arbeitsgruppen kooperieren.

Im Rahmen der grenzüberschreitenden Aktivitäten ging König auch auf die Trinationale Metropolregion Oberrhein ein, die vor 40 Jahren gegründet wurde und eine fruchtbare grenzüberschreitende Zusammenarbeit des deutsch-französisch-schweizerischen Oberrheingebiets mit dem Elsass, der Nordwest-Schweiz, der Südpfalz und Baden darstellt.

Seit 1997 ist die mbH Mitglied in der Metropolregion Rhein-Neckar. Für die MBB besteht hierüber reger Kontakt zu den Wirtschaftsförderungen der weiteren Kommunen in der MRN. Auch bei verschiedenen gemeinsamen Projekten hat die MBB mitgewirkt, beispielhaft erwähnte König die gemeinsame Präsenz bei der jährlich stattfindenden EXPO REAL (Europas wichtigster Immobilien-Branchentreff).

Durch die Mitgliedschaft in der Technologie Region Karlsruhe besteht seit Jahren auch Kontakt und Austausch zu der südlich angrenzenden Wirtschaftsregion.
„Gute Zusammenarbeit besteht auch mit der ISB (Investitions- und Strukturbank), insbesondere bei der Nutzung der gewerblichen Grundstücks-Plattform“, sagte König. Und weiter: „Mit Gründung der Projektgesellschaft Herxheim mbH gemeinsam mit der Ortsgemeinde Herxheim und dem Bau des Gewerbe- und Handwerkerhofs im Gewerbegebiet West in Herxheim wurde Anfang der 2000er Jahre ein weiterer innovativer Schritt in der Wirtschaftsförderung gemacht“.

Breitband-Versorgung

Das Thema Breitband im Landkreis begleitet die Arbeit der MBB schon seit vielen Jahren in unterschiedlichen Ausprägungen. Aktuell liegt der Themenschwerpunkt in der zukunftsweisenden (gigabitfähigen) Anbindung der Industrie- und Gewerbegebiete.

Zur Person

Nachdem Klaus Müller im Frühjahr 2014 altersbedingt als Geschäftsführer bei der MBB ausschied, wurde Uwe König mit Wirkung zum 1. Mai 2014 als Nachfolger bestellt. Er ist seither verantwortlich für die Geschäftsführung der MBB SÜW mbH.

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