
Knesset
Foto: dts Nachrichtenagentur
Die israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) ziehen sich vorerst nur teilweise aus dem Libanon zurück. Das kündigte der israelische Verteidigungsminister Israel Katz am Dienstag an. An fünf strategischen Punkten entlang der Grenze sollen israelische Soldaten weiterhin im Südlibanon bleiben.
Im November war im Waffenstillstands-Abkommen noch ein vollständiger Truppenabzug vereinbart worden. Im Gegenzug sollte die libanesische Armee alle Hisbollah-Stellungen im Südlibanon einnehmen und die Hisbollah entwaffnen. Auf israelischer Seite zeigt man sich nun allerdings unzufrieden mit den Fortschritten der libanesischen Armee.
Eine Sprecherin des libanesischen Präsidenten kritisierte den Schritt der israelischen Regierung scharf und kündigte an, dass verbleibendes israelisches Militär als Besatzung angesehen werden soll. Kritik kam auch von den Vereinten Nationen. „Der Rückzug der israelischen Verteidigungskräfte aus dem libanesischen Hoheitsgebiet und der gleichzeitige Einsatz der libanesischen Streitkräfte im gesamten Südlibanon innerhalb des vereinbarten Zeitrahmens ist jetzt von entscheidender Bedeutung“, sagte UN-Generalsekretär António Guterres. Die Souveränität und die territoriale Integrität des Libanon müsse geachtet werden.
Guterres zeigte sich überzeugt, dass sich die israelischen Truppen vollständig zurückziehen werden. „Ich bin fest davon überzeugt, dass die gesamte internationale Gemeinschaft eine Verletzung dieses Abkommens nicht verzeihen wird. Alle wollen Frieden im Libanon, und niemand würde akzeptieren, dass der Krieg im Libanon wieder beginnt.“
Die UN-Sonderkoordinatorin für den Libanon, Jeanine Hennis-Plasschaert, und der Leiter der UN-Beobachter-Mission Unifil, Generalleutnant Aroldo Lázaro, warnten vor weiteren Verzögerungen. „Wir appellieren an beide Parteien, ihren Verpflichtungen nachzukommen“, schrieben sie in einer gemeinsamen Stellungnahme. „Ein Gefühl der Sicherheit für die Bevölkerung im Südlibanon, die mit der weitreichenden Zerstörung ihrer Dörfer und Städte zu kämpfen hat, sowie für die Bewohner Nordisraels, die ihre Häuser verlassen mussten, wird nicht über Nacht entstehen und kann nicht durch eine Fortsetzung der militärischen Operationen erreicht werden. Vielmehr ist ein nachhaltiges politisches Engagement der einzige Weg nach vorn.“ (dts Nachrichtenagentur)
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