
Symbolbild dts Nachrichtenagentur
Berlin – Die zentrale deutschlandweite Impf-Hotline 116 117 ist der hohen Zahl der Anrufer nicht gewachsen. Das berichtet die „Bild“ unter Berufung auf eine interne Statistik des Bundesgesundheitsministeriums.
Demnach riefen zwischen 1. und 20. Januar 6,8 Millionen Anrufer für den Bereich Corona-Schutzimpfungen auf der Hotline an. Aber nur 4,9 Millionen Bürger wurden in die zuständigen Länder weitergeleitet – und auf Landesebene wurden schließlich nur 1,6 Millionen Telefonate (34 Prozent) angenommen.
Der größte Tages-Ansturm (1,2 Millionen Anrufe) war der Statistik zufolge am 12. Januar verzeichnet worden. An diesem Tag waren in Schleswig-Holstein neue Termine freigeschaltet worden, und in Hessen startete die Termin-Vergabe.
Die gesamte Statistik, aus der die „Bild“ zitiert, beruht auf Daten der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Der Vorsitzende der Senioren-Union, Otto Wulff, sagte der Zeitung: „Dieses Chaos darf sich bei der nächsten Impfgruppe nicht wiederholen.“
Außerdem forderte er, „die Möglichkeit der Terminvergabe per Brief auf dem Postweg zu prüfen“. Was die Impf-Hotlines angehe, müssten die Kapazitäten „wesentlich erhöht“ werden.
„Nur wenn es gelingt, hier Vertrauen zurückzugewinnen, werden die verantwortlichen Politiker den Bundestagswahlen hoffnungsvoller entgegensehen können.“ Auch der 80 Jahre alte Adolf Bauer, Präsident des Sozialverbands, kritisierte die Termin-Vergabe. „Ich habe sowohl per Telefon als auch per E-Mail erfolglos versucht, einen Termin zu erhalten.
Beim Telefon besetzt, im Internet der Hinweis, alle freien Termine wären vergeben und ich möchte es später erneut versuchen“, sagte Bauer der „Bild“. Die Terminvergabe müsse einfacher und schneller werden. „Insbesondere ältere und behinderte Menschen benötigen ein nutzerfreundliches Angebot.“
Eugen Brysch, Vorstand der Stiftung Patientenschutz, sagte der Zeitung: „Wann endlich hört die Politik auf, die Würde der Hochbetagten zu verletzen?“ Brysch forderte: „Vernunft und Praxis müssen endlich die Entscheidungen in der Corona-Pandemie bestimmen.“ (dts Nachrichtenagentur)
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