
Microsoft-Gründer Bill Gates ist häufig Ziel von Verschwörungstheorien.
Foto: dts Nachrichtenagentur
Immer mehr Menschen in Deutschland werden mit Verschwörungstheorien konfrontiert.
Das ist das Ergebnis einer Umfrage des IT-Branchenverbands Bitkom, die am Dienstag veröffentlicht wurde. Demnach kamen im vergangenen Jahr 86 Prozent der Bundesbürger mit Verschwörungstheorien in Kontakt, 38 Prozent sogar häufig. Im Jahr 2020 hatten 79 Prozent davon berichtet – sieben Prozentpunkte weniger.
Absurde Vorstellungen
Neben 9/11, der Mondlandung, Chemtrails oder bluttrinkenden Politikern (QAnon) ist das jüngste Beispiel die Corona-Pandemie. Da heiß es beispielsweise, das Virus werde über 5G verbreitet, Corona sei ein Vorwand, die Bevölkerung zu kontrollieren. Oder Bill Gates sei verantwortlich für die Pandemie, wolle alle Menschen zwangsimpfen, Chips einpflanzen und Macht über bekommen bis hin zu „Corona gibt es gar nicht.“
Besonders häufig sind den Betroffenen Verschwörungstheorien in sozialen Netzwerken (52 Prozent) sowie im Gespräch mit Bekannten, Nachbarn oder im Kollegenkreis (51 Prozent) begegnet. Im Jahr 2020 lag die Betroffenheit im persönlichen Umfeld noch bei 41 Prozent.
Knapp ein Viertel der Befragten (24 Prozent), denen Verschwörungstheorien begegnet sind, stieß in Online-Blogs oder Foren auf entsprechende Inhalte, 13 Prozent wurden damit in Messengerdiensten konfrontiert.
Vielen Menschen fällt es laut Umfrage schwer, Verschwörungstheorien zu erkennen. 26 Prozent aller Befragten geben zu, bereits entsprechenden Theorien aufgesessen zu sein und diese unbedacht geglaubt zu haben. 43 Prozent aller Deutschen fällt es nach eigenem Bekunden zumindest hin und wieder schwer, Verschwörungstheorien von seriösen Informationen zu unterscheiden. Zudem haben mit 61 Prozent immer mehr Menschen den Eindruck, dass Verschwörungstheorien geglaubt wird.
88 Prozent erachten Verschwörungstheorien zudem als eine Gefahr für die Demokratie.
Einigkeit gibt es beim Umgang mit Verschwörungstheorien: 87 Prozent sind der Meinung, solche Theorien sollten mit sachlichen Argumenten widerlegt werden. 81 Prozent wollen Verschwörungstheorien ignorieren. Im Kampf gegen die zunehmende Verbreitung wünschen sich acht von zehn Personen (80 Prozent), dass Behörden im digitalen Raum stärker gegen Verschwörungstheorien vorgehen und dass die Verbreitung von Verschwörungstheorien in schweren Fällen unter Strafe gestellt wird (79 Prozent).
70 Prozent fordern private Unternehmen wie die Betreiber sozialer Netzwerke auf, stärker gegen Verschwörungstheorien vorzugehen.
Für die Erhebung befragte Bitkom Research im November 2021 telefonisch 1.143 Personen in Deutschland ab 16 Jahren. (dts Nachrichtenagentur/red)
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