Donnerstag 15.Oktober 2026

Hatzenbühl: Der große Auftritt fiel aus – Kiebitze disponieren um

1. April 2026 | Kategorie: Kreis Germersheim

KI-Foto: Pfalz-Express

Hatzenbühl –  Große Erwartungen rund um den neu angelegten Kiebitzweiher im Norden von Hatzenbühl: Der frisch gegründete Verein „Kiebitzfreunde Hatzenbühl“ hatte für den 1. April zur ersten Beringung junger Kiebitze in das sogenannte Kiebitzerwartungsgebiet eingeladen.

Die Ankündigung klang vielversprechend: Die seltenen Flugkünstler hätten das Gelände bereits mehrfach inspiziert und großes Interesse am neu geschaffenen Feuchtbiotop gezeigt. Fachkundige Stimmen sprachen sogar von einem „ornithologischen Meilenstein mit Strahlkraft weit über die Gemarkungsgrenze hinaus“. 

Zum Hintergrund: Da der Bau von Windkraftanlagen einen Eingriff in die Natur darstellt (z. B. durch Flächenversiegelung und Lärm), müssen Betreiber laut Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) für einen Ausgleich sorgen. In Hatzenbühl wurde dafür der Kiebitzweiher auf ehemaligen Ackerflächen angelegt, um neuen Lebensraum für Vögel und Amphibien zu schaffen – speziell natürlich für die beliebten Kibitze. 

Zum Beringungs- und Beobachtungstag wurden freiwillige Helfer wurden gesucht und zwar mit besonderen Anforderungen: absolute Bewegungsarmut bei Sichtkontakt, Geduld und optional die Fähigkeit, Vogelrufe nachzuahmen. Für die passende Ausstattung sollte gesorgt sein: Stuhl, Thermosflasche und Naturgeräusche inklusive.

Hauptakteure bleiben weg

Doch am Morgen des angekündigten Großereignisses dann die Wende: Die Kiebitze erschienen nicht.

Wie die Kiebitzfreunde mitteilten, hätten die Vögel kurzfristig „umdisponiert“ und befänden sich derzeit „im Luftraum zwischen ‚Vielleicht‘ und ‚April, April!‘“. Die Beteiligten nahmen es mit Humor. Gelobt wurde insbesondere die Disziplin der freiwilligen Beobachter, allen voran ein Teilnehmer, der ganze 47 Minuten regungslos Richtung Horizont blickte.

Die bereitgestellten Stühle wurde inzwischen wieder eingelagert, die Thermosflaschen fachgerecht geleert. Die Kiebitzfreunde bedanken sich bei allen Frühaufstehern und verweisen augenzwinkernd auf die nächste „ornithologische Sensation“, möglicherweise an einem Datum mit geringerer Scherzanfälligkeit.

 

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