Montag 17.August 2026

Gewalt-Texte und Grüße an „Hammerbande“: Rapper Danger Dan fühlt sich wegen Ausladung durch ZDF-Spitze zensiert

17. Juli 2026 | Kategorie: Nachrichten, Panorama

Foto: dts Nachrichtenagentur

Nach seiner Ausladung aus der ZDF-Kabarettsendung „Die Anstalt“ hat der Rapper und politische Liedermacher Danger Dan scharfe Kritik an der ZDF-Geschäftsleitung geübt. Dass der Intendant des Senders anfange, antifaschistische Lieder zu zensieren, sei ein furchtbares Zeichen, sagte der Sänger dem „Spiegel“.

Hintergrund ist der Wirbel um Danger Dans neue Single „Keine Angst“, die am Freitag offiziell veröffentlicht wurde. Der Musiker wollte das Lied gemeinsam mit dem Pianisten Igor Levit in der ZDF-Show „Die Anstalt“ aufführen, wurde jedoch kurzfristig und offenbar auf Betreiben der Geschäftsleitung des Senders wieder ausgeladen.

Teile des Songtexts würden zur Gewalt aufrufen, das widerspreche den Programmrichtlinien des ZDF, teilte eine Sprecherin dem Magazin mit. Die Macher der Sendung „Die Anstalt“ distanzierten sich von der Entscheidung des ZDF.

In „Keine Angst“ richtet Danger Dan unter anderem Grüße an Mitglieder der häufig als „Hammerbande“ bezeichneten Gruppierung um Lina E., die vom Oberlandesgericht Dresden unter anderem wegen mehrfachen gefährlichen Körperverletzungen zu Freiheitsstrafen von knapp zweieinhalb Jahren bis über fünf Jahren verurteilt wurden.

Der Song solle aber nicht zu Straftaten oder Radikalisierung aufrufen, sagte der Musiker. Er rufe niemanden dazu auf, in den kriminellen Untergrund zu gehen, sagte er und beteuerte, Gewalt zu verabscheuen. Weshalb er sie dann aber besingt, bleibt offen. 

Brutale Schläge mit dem Hammer

„Hammerbande“ ist die Bezeichnung für eine linksextremistische Gruppe, die vor allem in Sachsen und Thüringen aktiv war. Der Name stammt daher, dass bei mehreren Überfällen Hämmer, Schlagstöcke und andere Schlagwerkzeuge eingesetzt wurden. Ziel der Angriffe waren überwiegend tatsächliche oder vermeintliche Rechtsextremisten. Mehrere Opfer wurden schwer verletzt. Die Gerichte werteten die Taten als politische Selbstjustiz.

Das Problem sei vielmehr die Gewalt, die von Neonazis und Rechtsextremen ausgehe, findet der Rapper indes. Vielleicht zeige das Lied, dass man nicht komplett ohnmächtig sei, so Danger Dan. Er freue sich, wenn sich neue Antifa-Strukturen gründeten, er verstehe aber auch, wenn viele Leute sich nicht auf diese Weise engagieren wollten. Das sei „voll in Ordnung“.

Er selbst sei auch in erster Linie Musiker. „Vielleicht reicht es aber ja auch, und vielleicht macht es erst mal Mut, auf der Arbeit mal dem Kollegen, der rechte Scheiße erzählt, ins Wort zu fallen“, sagte das Mitglied des Rap-Trios Antilopen Gang.

Seit er 2021 mit dem Album „Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt“ erstmals als provokanter Polit-Liedermacher auftrat und damit auch über die Deutschrap-Szene hinaus bekannt wurde, werde er von Neonazis bedroht. An bestimmten Orten in Deutschland werde es immer schwieriger, ein Konzert von ihm stattfinden zu lassen. Aber gleichzeitig sage er auch, dass man vor Nazis keine Angst zu haben brauche, das wäre komplett falsch. (dts Nachrichtenagentur / red) 

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