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Germersheim: Caritas-Altenzentrum St. Elisabeth sucht ehrenamtliche Mitarbeiter – Viele Formen des Engagements möglich

7. September 2022 | Kategorie: Kreis Germersheim

Ehrenamtliche, Mitarbeiter und Bewohner des CAZ St. Elisabeth werben für das Ehrenamt.
Foto: Caritasverband für die Diözese Speyer e.V.

Germersheim – Ehrenamtliche Mitarbeit im Caritas-Altenzentrum St. Elisabeth ermöglicht den Bewohnern noch mehr Angebote. Während der Corona-Pandemie war vieles nur eingeschränkt möglich.

Jetzt würden die Ehrenamtlichen gerne wieder voll durchstarten und sind auf der Suche nach Frauen und Männern, die mitmachen möchten, denn einige der rund 20 ehrenamtlichen Helfer hören altersbedingt auf.

Mit einem Stand auf dem Wochenmarkt auf dem Germersheimer Nardiniplatz haben die Ehrenamtlichen, Bewohner und Mitarbeiter des Altenzentrums Werbung für diese Aufgabe gemacht und von ihren Erfahrungen berichtet.

„Ganz wichtig wäre es, Mitarbeiter für die Caféteria zu finden“, sagt Ehrenamtskoordinatorin Manuela Werner. Das ist das Herzstück des Altenzentrums. Hier trafen sich bis zu Beginn der Corona-Pandemie Bewohner aus verschiedenen Wohnbereichen oder kamen mit ihren Angehörigen auf eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen oder auch mal ein Gläschen Prosecco vorbei. Wie gerne würde das Altenzentrum dieses Angebot wieder aufnehmen, doch es fehlen ehrenamtliche Mitarbeiter, die die Caféteria betreiben.

Ursula Müller ist eine der Ehrenamtlichen, die vor vier Jahren zum Cafeteria-Team gekommen ist. 2018 habe sie davon gelesen. Damals war sie frisch verwitwet in die Region gezogen und auf der Suche nach einer sinnvollen Betätigung. „Für Kinder wird so viel getan, aber nicht für Senioren“, erklärt sie. Also beschloss sie zu helfen und hat es nie bereut. „Die alten Menschen sind so dankbar und es macht mir so viel Spaß, für sie da zu sein. Das ist eine win-win-Situation“, sagt sie. Man müsse nur ein offener Mensch sein und gerne auf andere zugehen, erklärt sie.

Doch es gibt noch viel mehr Betätigungsfelder. Erika Schmitt besucht ihre Schwiegermutter regelmäßig im Altenzentrum. „So bin ich da hingekommen. Jetzt treffe ich mich auch mit anderen Bewohnern zum Reden. Dabei wird viel gelacht. Und am Ende streichle ich ihnen über die Wange“, erklärt sie. Dienstag, Donnerstag und Samstag ist sie im Haus. „Wenn ich mal nicht da bin, habe ich richtig Entzugserscheinungen“.

Auch Dr. Wolfhard Schulze-Moebius braucht den Kontakt mit den alten Menschen. Der ehemalige Zahnarzt hat vor einigen Jahren seine psychologische Zahnarzt-Praxis verkauft und ist dann in ein richtiges Loch gefallen.

„Als Rentner habe ich mich verloren gefühlt, ohne Aufgabe. Ich bin richtig depressiv geworden“, erzählt er. Seine Patienten hätten ihm gefehlt. Vor drei Jahren hat er die sinnvolle Betätigung gefunden, nach der er gesucht hat. Angefangen habe es mit therapeutischen Gesprächen mit depressiven, dementen oder einsamen Bewohnern.

Als er das erste Mal im Altenzentrum in einem Zimmer mit einem Bewohner stand, habe er vor Glück geweint, erzählt er. „Endlich fühlte ich mich wieder wie in der Praxis“. Über die Coronazeit hat er dann Rollstuhlspaziergänge mit den Bewohnern gemacht und sich mit ihnen unterhalten. Inzwischen ist er im Heimbeirat, denn er weiß ja, was die Bewohner, die mit ihm sprechen, bewegt. Und wenn es mal Probleme mit Zähnen oder dem Gebiss gibt, dann wird er auch gerne um Hilfe gebeten, allerdings nur um Ratschläge, denn die Praxis hat er ja nicht mehr.

Bernhard Antoni kommt immer dann ins Altenzentrum, wenn dort ein Gottesdienst gefeiert wird. Dann sitzt er an der Orgel und begleitet die Lieder. „Das macht mir viel Spaß“, sagt er. Er freut sich, dass das Klavier vor der Cafeteria gestimmt wurde und spielt auch dort gelegentlich zur Freude der Bewohner.

Christoph Ganz schaut immer Freitag abends vorbei, denn er hilft im Garten und rückt dem Unkraut zu Leibe. „Ich bin der Mann fürs Grobe. Frau Werner hat den grünen Daumen“, sagt er. Denn auch Manuela betätigt sich neben ihrem Job im Altenzentrum selbst noch ehrenamtlich im Garten. Dort war nach der Pandemie erst mal Aufräumen angesagt. Uwe Hartmann, auch liebevoll der „fishman“ genannt, kümmert sich um das Aquarium im Eingangsbereich, säubert es und füttert die Fische.

So kann jeder, der sich im Altenzentrum ehrenamtlich engagieren möchte, einen Bereich finden, der ihm Spaß macht. „Vielleicht können wir auch den Spielenachmittag, den uns Corona kaputt gemacht hat, wiederbeleben“, hofft Manuela Werner.

Auch Kirstin Fischer, Bereichsleitung Sozialer Dienst, hätte einen Wunsch: Ehrenamtliche, die die Pforte im Altenzentrum besetzen, denn es wäre schön, wenn Besucher dort gleich einen Ansprechpartner hätten.

Wer Lust bekommen hat auf eine sinnvolle ehrenamtliche Beschäftigung, kann sich unverbindlich bei Manuela Werner melden: manuela.werner@cbs-speyer.de  – Tel.: 07274-94710.

Manuela Werner und Kirstin Fischer freuen sich auf neue ehrenamtlich Engagierte.
Foto: Caritasverband für die Diözese Speyer e.V.

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