Köln – Die Hinterbliebenen der Germanwings-Katastrophe fordern von der Lufthansa eine Entschädigungssumme in Höhe von 200.000 Euro für jedes Opfer.
Das sagte Anwalt Elmar Giemulla, der 33 Opferfamilien vertritt, „Bild am Sonntag“. Das bisherige Angebot der Airline weisen die Angehörigen zurück.
Giemulla: „25.000 Euro pro Opfer und 10.000 Euro für nahe Verwandte sind nach ihrer Auffassung keine angemessene Anerkennung des Leids, das ihnen zugefügt wurde. Sie fordern eine Entschädigung von 200.000 Euro.“
In dem Schriftsatz, mit dem das Lufthansa-Angebot abgelehnt wird, beschreibt Giemulla die minutenlange Todesangst der Passagiere, bevor Co-Pilot Andreas Lubitz den Airbus absichtlich in den Alpen abstürzen ließ.
„Spätestens mit den ersten erfolglosen Zutrittsversuchen des Kapitäns ins Cockpit in Verbindung mit dem beständigen überdeutlichen Sinkflug muss allen Passagieren klargeworden sein, dass sie sich in einer ausweglosen Situation befanden, die sie S ekunde für Sekunde ihrem unausweichlichen Tod näher brachte – und dies mindestens lange sechseinhalb Minuten.“
Die Frage, wie eine derart lange und verzweifelte Todesangst angemessen zu entschädigen sei, ließe sich nicht leicht beantworten, so Giemulla. „Eine Antwort kann jedoch sicher gegeben werden: Nicht mit 25.000 Euro.“
Besonders unsensibel sei es, dass Geschwister und Großeltern nur dann einen Anspruch hätten, wenn sie sich ärztlich bescheinigen lassen, dass sie leiden.
Der Opferanwalt: „Vor dem Hintergrund der Trauerfeier in der kommenden Woche ist es nicht nachvollziehbar, warum Lufthansa die Atmosphäre hier so vergiftet.“ Für die Angehörigen wird es nächsten Freitag eine zentrale Trauerfeier geben. Die Präfektin des Departements Alpes-de-Haute-Provence lädt zur Gedenkfeier ein. (dts Nachrichtenagentur)

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