
Symbolbild: dts Nachrichtenagentur
Die Initiative „Gen Z regelt das“ ruft für den 31. Oktober 2026 zu Protesten in zahlreichen deutschen Städten auf. Als Bezugspunkt dienen ihr die Proteste in Frankreich und anderen europäischen Ländern.
Von den dortigen gewalttätigen Ausschreitungen grenzen sich die Organisatoren ausdrücklich ab. Sicherheitsbehörden warnen unterdessen vor extremistischer Einflussnahme im Umfeld der Proteste.
„Unsere Haltung ist eindeutig: Gewalt gegen Menschen oder Sachen widerspricht unseren Grundsätzen“, sagte Gianni Matheja, Sprecher der Berliner Ortsgruppe, der „Rheinischen Post“. Diese Haltung werde allen vermittelt, die teilnehmen möchten.
Die Initiative will viele Ordner einsetzen und bei angespannten Situationen auf Deeskalation setzen. Eine absolute Garantie für das Verhalten jedes Einzelnen könne allerdings niemand geben, erklärte Matheja.
Frankreich als Bezugspunkt
Auf ihrer Website stellt die Initiative einen direkten Zusammenhang mit den Protesten im europäischen Ausland her: „In Frankreich, Belgien und Spanien geht die Jugend schon auf die Straße. Der Funke ist nach Deutschland übergesprungen“. Anschließend verweist sie auf erste Solidaritätsaktionen mit französischen Schülerprotesten.
Zugleich erklärt die Initiative auf derselben Website, Gewalt, Drohungen und Zerstörung abzulehnen. Auch extremistische Gruppen, verfassungsfeindliche Symbole und Provokationen gegenüber der Polizei sollen auf ihren Veranstaltungen keinen Platz haben. Der Bezug auf Frankreich ist damit Teil der Mobilisierung, ein Aufruf zur Übernahme gewaltsamer Protestformen lässt sich daraus nicht ableiten.
Sechsköpfiges Kernteam und eigenständige Ortsgruppen
Die Initiative bezeichnet sich als überparteiliches Netzwerk junger Menschen. Zum engeren Organisationsteam gehören nach Mathejas Angaben gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland sechs Personen, darunter er selbst. Im Impressum der Website wird Akram Selo als Betreiber und inhaltlich Verantwortlicher genannt. Arda Akyol ist dort als Mitorganisator aufgeführt.
Nach eigener Darstellung plant die Initiative Proteste in 21 Städten. In Berlin, Frankfurt am Main, Hamburg, München und Köln übernimmt sie die Hauptverantwortung für Inhalte und Organisation. In den übrigen Städten organisieren andere Gruppen die Veranstaltungen vor Ort. Hinter den Aufrufen unter ähnlichen Namen stehen damit nicht überall dieselben Verantwortlichen.
Inhaltlich geht es um Bildung, Gesundheit, Klimaschutz und ein bezahlbares Leben. Die Initiative wendet sich außerdem gegen die Wehrpflicht und fordert mehr politische Mitsprache für junge Menschen. Matheja erklärte, man wolle Menschen zusammenbringen, die erleben, dass über ihre Zukunft gesprochen werde, ihre eigene Stimme dabei aber zu wenig zähle.
Behörden beobachten Mobilisierung extremistischer Gruppen
Ungeachtet der Gewaltabsage beobachten Sicherheitsbehörden die Aufrufe. Nach einem Bericht des „Express“ erklärte das nordrhein-westfälische Innenministerium, dass auch Akteure aus dem linksextremistischen und auslandsbezogenen extremistischen Spektrum für die Proteste mobilisierten. Teilweise würden linksextremistische Symbole mit Gewalthandlungen verbunden und Bezüge zu den Ausschreitungen in Frankreich hergestellt.
Das Bundesinnenministerium unterscheidet laut RND zwischen friedlichen Protesten und einer gewaltbereiten extremistischen Szene, die solche Veranstaltungen möglicherweise für eigene Zwecke nutzt. Die Warnungen beziehen sich damit auf die Mobilisierung im Umfeld der Proteste.
Die Organisatoren wollen nach eigener Aussage auch nach dem 31. Oktober 2026 weitermachen. Auf ihrer Website erklären sie, die angesprochenen Probleme erforderten ein längerfristiges Engagement.
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