
Würdigungen und Dankesworte zum Projekt des KKGs sprachen neben Oberbürgermeister Weigel auch Kurt Werner für die NS-Gedenkstätte, Eberhard Dittus für die jüdische Kultusgemeinde, Dekan Andreas Rummel für den evangelischen Kirchenbezirk, Dekan Michael Paul für den katholischen Kirchenbezirk sowie Stefan Vogt, Schulleiter des KKGs.
Foto: Stadt Neustadt
Neustadt. Vor dem Käthe-Kollwitz-Gymnasium (KKG) sind fünf neue Stolpersteine verlegt worden. Sie erinnern an fünf ehemalige, jüdische Schülerinnen, die während der NS-Zeit verfolgt wurden.
Vier von ihnen gelang die Flucht in die USA, eine wurde 1943 deportiert und starb im polnischen Sobibor.
Die Gedenktafeln „Hier lernte“ erinnern an: Elizabeth Joan Weiner und Dorothea Berger, beide geborgene Wolff, Lieselotte Rosenstiel, Gusti Ackermann, geborene Mayer, und Ilse Levy, geborene Haas. Schülerinnen des KKGs stellen die Biographien und den Leidensweg aller fünf mit sehr bewegenden Worten vor.
„Vielen Dank für diese Aktion“, sagte Oberbürgermeister Marc Weigel. „Die Steine erinnern daran, dass sich mitten in unserer Stadt ein unglaubliches Verbrechen zugetragen hat. Dass unter unseren Augen Schulkameradinnen, Nachbarn und Freunde entrechtet, verletzt, entwurzelt und ermordet wurden.“ Viele hätten sicher Angst vor Repressalien gehabt, aber im Spiel sei gewiss auch eine gehörige Portion Gleichgültigkeit gewesen. „Die Lebensgeschichten machen mich sprachlos.“
Möglich wurde die Verlegung, die vom städtischen Bauhof vorbereitet und dem Künstler Holger Kratz durchgeführt wurde, durch umfangreiche Recherchearbeiten. Angestoßen hatte sie Karin Hoffmann im Schuljahr 2002/2003.
Die ehemalige Lehrerin des KKG durchforstete damals mit ihrem Grundkurs evangelische Religion das Archiv der Schule nach Namen jüdischer Schülerinnen aus den Jahren 1921 bis 1940. Dabei gelang es ihr auch, einen Kontakt mit Gusti Ackermann herzustellen, die damals in Florida lebte.
Weitere Nachforschungen begannen 2022, nachdem das Internet neue Möglichkeiten bot. Mit ins Rechercheboot stiegen die Lehrerinnen Dorothea Herzer und Heike Schnell, auch das Stadtarchiv half mit.
Herzer sagte, „das Projekt hat detektivische Instinkte geweckt. Aber je mehr wir gefunden haben, desto mehr litten wir mit“. Den beiden Pädagoginnen wiederum gelang es, die Tochter von Elizabeth Wolff, später Beth Weiner, ausfindig zu machen. Auch sie lebt in den USA und wollte eigentlich zur Stolpersteinverlegung nach Neustadt anreisen. Die Geschehnisse im Gazastreifen sowie steigende anti-jüdische Agitationen machten den Plänen einen Strich durch die Rechnung.
Der erste von mittlerweile fast 50 Stolpersteinen wurde bereits im Dezember 2002 für den Lehrer Dr. Karl Strauß vor dem Kurfürst-Ruprecht-Gymnasium verlegt.
Ideengeber des Projekts „Stolpersteine“ ist der Kölner Bildhauer Gunter Demnig. Es handelt sich um kleine Messingplatten, die in den Boden verlegt werden für Personen, die im so genannten Dritten Reich Opfer des Nationalsozialismus wurden. Die Steine sollen Passanten „zum Stolpern“ und damit zum Nachdenken bringen.
Würdigungen und Dankesworte zum Projekt des KKGs sprachen neben Oberbürgermeister Weigel auch Kurt Werner für die NS-Gedenkstätte, Eberhard Dittus für die jüdische Kultusgemeinde, Dekan Andreas Rummel für den evangelischen Kirchenbezirk, Dekan Michael Paul für den katholischen Kirchenbezirk sowie Stefan Vogt, Schulleiter des KKGs.

Die neuen Stolpersteine wurden vom Künstler Holger Kratz verlegt. Um das ausgefräste Loch hat sich der städtische Bauhof gekümmert.
Foto: Stadtverwaltung Neustadt

Diesen Artikel drucken


Neustadt. Beim Schülerwettbewerb „Ideenflug“ hat das Team „GH 4 Flugsimulator“ des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums den Sonderpreis „Präsentation/Visualisierung“ erhalten. Für die Verleihung reisten Tim Münster, ...
Landau. Am 15. Mai ist es wieder soweit: die nächsten „Stolpersteine“ werden im Ostring verlegt. Zu diesem Anlass lädt Oberbürgermeister Hans-Dieter ...
Landau. Zum Gedenken an die Reichspogromnacht erinnern der Verein für Volksbildung und Jugendpflege und die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in einer szenischen ...
Neustadt. 90 Schüler der zehnten Jahrgangsstufe des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums in Neustadt an der Weinstraße verhandelten in einem Planspiel über eine neue Richtlinie für ...
Neustadt. „Wichtig in jeder Religion sind Respekt und Liebe, damit keine unschuldigen Menschen sterben“, sagte Eredesvinda Lopez-Herreros, Beauftragten für Migration und Integration, ...
Neustadt/Weinstraße. Unbekannte Täter haben sich zwischen dem Abend des 4. Dezember und dem Morgen des 7. Dezember unberechtigt Zugang zum Käthe-Kollwitz-Gymnasium verschafft. ...
Landau. „75 Jahre und zehn Tage ist es her, seitdem sowjetische Truppen das Konzentrationslager Auschwitz befreit haben. Den Soldaten bot sich ein ...
Germersheim – Unter dem Motto „Nie wieder ist jetzt! – Mahnwache für die Demokratie“ haben am 27. Januar 2024, dem Holocaust-Gedenktag, die ...
Kandel. Für die in der früheren Rheinstraße 16 lebenden Mitglieder der jüdischen Familie Haas waren 2012, anlässlich der 75-Jahr Feier der Stadt, ...
Neustadt. Mit einer ergreifenden Gedenkveranstaltung am Jahrestag der Auschwitz-Befreiung hat auch Neustadt wieder den unzähligen Opfern des Nationalsozialismus gedacht. In diesem Jahr ...
Landau. Gegen das Vergessen! Mit der Verlegung am Vormittag des 9. März befinden sich nun bereits 205 Stolpersteine im Landauer Boden. Der ...
Landau. „Ein Mensch ist erst dann vergessen, wenn sein Name vergessen ist“: Um die Erinnerung an die rund 600 Landauer Juden, die ...













