Sonntag 15.Februar 2026

Früher Frost zaubert Eiswein: DWI lobt erfolgreiche Lese in der Pfalz

24. Januar 2026 | Kategorie: Rheinland-Pfalz, Wirtschaft in der Region

Quelle: Heymanns

Mainz/Bodenheim – Ein unerwarteter Kälteeinbruch im November 2025 hat Winzern in der Pfalz ideale Bedingungen für eine seltene Spezialität beschert: den Eiswein.

Das Deutsche Weininstitut (DWI) berichtet von einer frühen und qualitativ hochwertigen Ernte, die den Jahrgang 2025 zu einem Highlight machen könnte. Besonders in der Pfalz, wo die Trauben unter klirrendem Frost geerntet wurden, erwartet man edelsüße Weine mit beeindruckender Konzentration und Frische.

Der Frost setzte ein, als die Temperaturen in der Nacht zum 22. November 2025 auf bis zu -8 °C sanken – genau die gesetzlich vorgeschriebenen Mindestwerte von -7 °C für eine echte Eisweinlese.

In der Pfalz nutzten Winzer diese Gelegenheit, um gefrorene Trauben zu ernten, die das Wasser als Eis zurücklassen und so hochkonzentrierte Moste ergeben. Ein prominentes Beispiel ist das Weinhaus Heymanns in der Lage Edenkobener Kirchberg: Hier wurde Spätburgunder bei -8 °C gelesen, mit einem Mostgewicht von 131 °Oechsle. Solche Werte versprechen Weine mit über 100 Gramm Restzucker pro Liter, einem Alkoholgehalt von etwa 7 Volumenprozent und einer frischen Säurestruktur.

„Die hervorragende Qualität und die beeindruckenden Mostgewichte lassen auf einen exzellenten Eiswein des Jahrgangs 2025 schließen, der Kenner und Liebhaber edelsüßer Weine gleichermaßen begeistern wird“, erklärt das DWI in einer jüngsten Bewertung.

Ernst Büscher, Pressesprecher des Instituts, betont die Bedeutung gesunder Trauben: „Für Eiswein müssen die Trauben möglichst gesund sein.“ In der Pfalz und anderen Regionen Rheinland-Pfalz‘ wie Rheinhessen und Mosel kamen robuste Sorten wie Silvaner (57 Prozent der angemeldeten Flächen), Souvignier Gris (20 Prozent) und Riesling (17 Prozent) zum Einsatz. Souvignier Gris, mit seiner dicken Beerenschale, eignet sich besonders gut, da sie lange gesund bleibt.

Insgesamt waren in Rheinland-Pfalz nur 16,6 Hektar für Eiswein angemeldet – der niedrigste Wert der letzten zehn Jahre. Dennoch ernteten 29 Betriebe rund 35.000 Liter in den drei beteiligten Anbaugebieten Pfalz, Rheinhessen und Mosel. Der frühe Frost ermöglichte eine Lese, die sonst oft erst im Januar oder Februar stattfindet, und verhinderte Schäden durch Fäulnis oder Wildfraß. „Der Risikofaktor ist hoch, aber die Belohnung umso süßer“, fasst Büscher zusammen.

Die Eisweine des Jahrgangs 2025 werden voraussichtlich im Herbst 2026 auf den Markt kommen und international gefragt sein. 

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