
Foto: dts Nachrichtenagentur
Berlin – Der Cousin des saudischen Kronprinzen Mohammed Bin Salman hat den Thronfolger gegen den Vorwurf verteidigt, den Mord an dem Journalisten Jamal Khashoggi befohlen zu haben.
„Das ist nicht die Art, auf die er Dinge regelt. Er hat gesagt, er hat nichts damit zu tun. Und ich habe keinen Grund, daran zu zweifeln“, sagte Prinz Khalid Bin Bandar, der Saudi-Arabiens Botschafter in Berlin ist, der „Welt am Sonntag“.
„Er ist ein sehr reflektierter Mensch. Mir ist völlig unverständlich, wie man gerade so jemandem eine solche Entscheidung unterstellen kann.
Aber viele Menschen wünschen sich nichts sehnlicher, als ihn scheitern zu sehen. Weil er ehrgeizig ist“, so Prinz Khalid weiter, der ein Urenkel des ersten Königs Abdelaziz Ibn Saud ist, mit Blick auf den Thronfolger.
Der Mord an Khashoggi widerspreche allem, wofür Saudi-Arabien stehe. „All das ist eine Tragödie. Für seine Familie, aber auch für unser Land“, sagte Prinz Khalid über den Mord an Khashoggi. „Ich bin sehr traurig, zu sehen, wie viel von unserer Arbeit dadurch zerstört worden ist. Wir werden sicherstellen, dass die Verantwortlichen bestraft werden.“
In Saudi-Arabien stehe niemand über dem Gesetz, auch Mitglieder der Königsfamilie nicht. Prinz Khalid war 2017 als Botschafter nach Berlin entsandt, aber kurz danach wieder abgezogen worden, nachdem der damalige Bundesaußenminister Sigmar Gabriel dem Land „Abenteurertum“ vorgeworfen und angedeutet hatte, Saudi-Arabien habe den libanesischen Premierminister Saad Hariri entführt.
Nun ist der Großneffe von König Salman wieder in Berlin und möchte einen Neustart in den Beziehungen beider Länder. „Wir haben seit meiner Rückkehr mit Vertretern der Bundesregierung sehr gute Gespräche geführt. Es ist einfach so klar, dass wir Partner sein müssen“, sagte er.
Mit Blick auf die Wirtschaftsreformen von Kronprinz Mohammed Bin Salman fügte der Botschafter hinzu: „Saudi-Arabien verändert sich derzeit sehr schnell. Und Deutschland kann davon enorm profitieren. Deutsche und Saudis sollen gemeinsam investieren, gemeinsam Firmen gründen – in beiden Ländern.“ (dts Nachrichtenagentur)

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