
Leider ist das Zusammentreffen von Menschen mit den Nagern nicht immer so heimelig wie auf dem (montierten) Bild dargestellt.
Quelle: Pixabay.com
Landau. Wanderratten machen ihrem Namen auch in Zeiten der Corona-Pandemie alle Ehre: Sie wandern dorthin, wo der Tisch für sie am besten gedeckt ist.
So werden sie seit etlichen Monaten zunehmend von den Landauern gesichtet und dem EWL gemeldet. Diese Tendenz wird von einer Erhebung des Entsorgungs- und Wirtschaftsbetriebs Landau (EWL) gestützt.
„Wir haben 2020 etwa ein Drittel mehr Meldungen aus der Bevölkerung erhalten. Diese dokumentieren wir und beziehen die Daten in unsere jährliche Aktion zur Nagerbekämpfung mit ein“, erläutert Erik Eitel, technischer Mitarbeiter des EWL.
Meldungen nehmen er und Anton Zips unter der Rufnummer 06341 13-8653 bzw. 13-8651 oder per Mail unter Erik.Eitel@Landau.de und Anton.Zips@landau.de entgegen.
Im vergangenen Jahr haben sich aufmerksame Bürger fast 80 Mal gemeldet. Zusätzlich dokumentiert der EWL den Rattenbefall in der Kanalisation bei den regelmäßigen Kamera-Befahrungen der Kanäle.
Gezielte Bekämpfung und Tipps für den Alltag
Einmal im Jahr organisiert der EWL eine grundlegende Bekämpfung von Nagern im öffentlichen Abwassernetz, wohin sich insbesondere Ratten gerne zurückziehen. Zeigen sich im Jahresverlauf zusätzlich Schwerpunkte, wird der städtische Betrieb darüber hinaus auch punktuell tätig. Für Maßnahmen auf privaten Grundstücken sind grundsätzlich die Eigentümer zuständig.
Um die Population der Nager grundsätzlich in Zaum zu halten, können alle Landauer etwas beitragen.
Hier einige Tipps des EWL:
1. Küchenabfälle nicht über die Toilette entsorgen
2. Speisereste in die Biotonne geben, nicht in den Schnellkomposter
3. Deckel der Bio- und Restabfalltonne vollständig verschließen
4. gelben Sack erst am Abholtag nach draußen stellen
5. keine Tauben und Enten füttern
6. Winterfutter für Vögel oder Reste der Fütterung eigener Hühner nicht über Nacht bereitstellen
7. Schuppen und Keller auf Nistmöglichkeiten untersuchen
Hintergrund
Vorneweg: Der EWL und seine Beschäftigten haben nichts gegen die Nager.
Aber: Ratten vermehren sich schnell: Ein Muttertier wirft je nach Bedingungen bis zu fünfmal im Jahr sechs bis acht Junge, die nach rund drei Monaten geschlechtsreif werden. Die Tiere zerstören durch Nagen sogar Balken, Türen, Kunststoffe und machen auch vor elektrischen Leitungen und Isolierungen nicht halt.
Außerdem sind sie ernst zu nehmende Überträger von Infektionskrankheiten und Parasiten wie z. B. Salmonellen, Schweinetrichinen, Bandwürmer, Flöhe und Milben.
Die im Kot der Schadnager enthaltenen Bakterien und Viren werden vom Menschen bei Kontakt mit Haut, Schleimhäuten oder Atemwegen aufgenommen und führen so zur Erkrankung. Ratten sind nach § 2 Nr. 12 des Infektionsschutzgesetzes Gesundheitsschädlinge, da durch sie Krankheitserreger auf den Menschen übertragen werden können.
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