Montag, 23. September 2019

Euros für den Wochenmarkt, Libra für das Online-Shoppen

Wird die Facebook-Währung unser zukünftiges zweites Zahlungsmittel?

8. August 2019 | noch keine Kommentare | Kategorie: Computer & Internet, Finanzen, Ratgeber, Wirtschaft

Foto: dts Nachrichtenagentur

Die Welt verändert sich. Und manchmal mit einem Paukenschlag. Es ist erst einige Jahre her, da sorgte eine neu entwickelte Digitale Währung für Aufsehen: Der Bitcoin,

Natürlich gab es ihn schon weitaus länger, aber durch plötzliche positive Kursentwicklungen gewann er plötzlich so an Wert, dass er zu einem bedeutenden Handels- und Spekulations-Objekt wurde. Im Lauf der Jahre schaffte der Bitcoin es dann auch immer mehr, sich als offizielles Zahlungsmittel im Internet zu präsentieren Geschäfte, Onlineshops und Dienstleister bieten immer öfter auch die Möglichkeit, mit einer der mittlerweile mehreren hundert verschiedenen, sogenannten Kryptowährungen, zu bezahlen.

Die bedeutendsten und Bekanntesten unter ihnen sind:

  • Der Bitcoin
  • Ethereum
  • Ripples

Doch auch wenn es mittlerweile viele verschiedene Digitale Währungen gibt, die von Banken Firmen und Staaten herausgegeben wurden, richtig in der Mitte der Gesellschaft sind angekommen sind Kryptowährungen noch nicht. Doch das könnte sich jetzt auf einen Schlag ändern den Facebook, einer der größten Online-Konzerne weltweit, ist dabei, eine eigene Währung zu erschaffen. Und die könnte tatsächlich alles verändern.

Facebook will den Libra einführen

Die Idee, die dahinter steckt, folgt dabei eigentlich einer konsequenten Logik. Millionen von Menschen sind über Facebook weltweit miteinander vernetzt. Sie reden miteinander und tauschen Bilder und Informationen aus.

Aber immer stärker finden sich hier auch Tauschplätze und Handelsplätze und mit dem Facebook-Marktplatz können jetzt seit einigen Jahren auch Waren und Dienstleistungen problemlos An- und Verkauft werden. Um das zu erleichtern, ist die Einführung einer eigenen Facebook-Währung somit eigentlich nur ein weiterer logischer Schritt.  Um dafür finanzkräftige Investoren zu bekommen, hat Facebook deshalb schon seit einiger Zeit mit einem Libra Investment um potentielle Investoren und Teilhaber geworben. Wie es aussieht, erfolgreich.

Der Libra als hochgelobte Alternativwährung?

Nachdem Facebook seine Pläne bekannt gab, eine eigene digitale Währung aufzubauen und zu etablieren, zeigte sich viele bedeutende Unternehmen von dieser Idee begeistert und beteiligten sich an den Plänen des Online-Konzerns mit bedeutenden finanziellen Mitteln. Einige der wichtigsten Hauptinvestoren sind zum Beispiel:

  • Paypal
  • Vodafone
  • Mastercard
  • Visacard
  • Ebay
  • Uber

Die Investoren sehen im Libra vor allem eine digitale Währung, die es im Gegensatz zu Bitcoin, Ethereum und Co. weitaus schneller schafft, sich als wirkliche Zeitwährung zu etablieren und gegebenenfalls dauerhaft den Weg in die privaten Haushalte der Facebook-Nutzer findet. Was das für den normalen Verbraucher heißen würde, ist klar.

Foto: Pixabay/geralt

Neben dem normalen Geld, was er im Portmonnaie oder auf dem Konto hat, würde dann immer auch eine gewisse Menge an Libra vorhanden sein. Denn die Möglichkeiten zur Nutzung des Libra sind vielfältig. Sei es um sich das eine oder andere Schnäppchen zu sichern, einem Freund im Ausland Geld zu schicken oder einfach als finanzielle Rücklage.

Sollte der Libra allerdings wirklich so ein durchschlagender Erfolg werden wie von Analysten vorausgesehen, ist es durch aus denkbar, dass sich der Libra auch außerhalb von Facebook durchsetzt. Dann könnte man z.B. seine Telefonrechnung oder auch den Uber-Service in Libra bezahlen. Diese Möglichkeiten würden dazu führen, dass noch mehr Menschen sich ein eigenes Libra-Depot zusätzlich zu ihrem regulären Konto einrichten.

Bedroht der Libra die realen Währungen?

Kritiker werfen dem Libra vor, dass er in Zukunft womöglich Währungen wie den Dollar oder den Euro in Gefahr bringen können, da z.B. durch eine starke Libra-Nutzung das Inflationsrisiko deutlich erhöht sei. Allerdings sehen viele Fachleute hier weniger die wirklichen Probleme, da sich die Facebookwährung durchaus an einem realwirtschaftlichen Warenkorb orientieren soll und somit dem Libra durchaus echte Sachwerte gegenüberstehen.

Einen weitaus schwereren Stand dürften allerdings dann demnächst Banken und Institute wie Westernunion haben, die den Transfer von Geldern spezialisiert sind. Denn auch wenn der Erwerb von Libras nur mit einem realen Konto möglich sein soll – Gebühren werden für Geldtransfer und Handelstransaktionen voraussichtlich nicht erhoben. Sollte das tatsächlich der Fall sein wird sich der Geldtransfer über Facebook wohl schnell großer Beliebtheit erfreuen und Kreditinstituten und Banken herbe Verluste bescheren.

Die große Frage bleibt dabei natürlich, inwieweit der Libra einen Einfluss auf schwächere Währungen hat. Gut möglich, dass die Menschen aus Staaten mit einer kriselnden Wirtschaft und hoher Inflation auf die Facebook-Libra zurückgreifen, anstatt die jeweils eigene Währung zu nutzen.

Letztendlich kann man wohl davon ausgehen, dass mit Einführung des Libra die digitalen Währungen den Einzug in die Privathaushalte geschafft haben. Das ist eine Entwicklung mit der sich auch die Bundesregierung wird in naher Zukunft beschäftigen müssen. Erste Ansätze gibt es schon. Vor kurzem forderte die CDU als Antwort auf den Libra die Einführung eines “digitalen Euro”

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