Mittwoch 14.Oktober 2026

Erster Schüleraustausch nach 21 Jahren Städtepartnerschaft Germersheim – Zalaszentgrót

26. Juni 2026 | Kategorie: Kreis Germersheim

Foto: SNelles / Stadt Germersheim

Germersheim – Ein Schüleraustausch ist immer etwas Besonderes. In Germersheim und der ungarischen Partnerstadt Zalaszentgrót war er sogar ein kleines Stück Stadtgeschichte. Fast 21 Jahre nach der Besiegelung der Städtepartnerschaft haben sich erstmals Schülerinnen des Goethe-Gymnasiums und der Sekundarschule „Deák Ferenc“ gegenseitig besucht.

Nach dem Aufenthalt der Germersheimer Schülerinnen Ende Januar in Ungarn stand vom 31. Mai bis 5. Juni 2026 der Gegenbesuch in der Festungsstadt auf dem Programm.

Auf die fünf Schülerinnen aus Ungarn warteten ereignisreiche Tage. Sie lernten das Goethe-Gymnasium und Germersheim kennen, besuchten das Heidelberger Schloss, unternahmen eine Nachenfahrt auf dem Altrhein, kochten gemeinsam mit ihren Gastgeberinnen und verbrachten viel Zeit in den Gastfamilien. Geschichte und Kulinarik bildeten dabei den roten Faden des Austauschs.

Foto: SNelles / Stadt Germersheim

Eiswagen sorgt für gelungenen Auftakt

Noch bevor das eigentliche Programm begann, wartete die erste Überraschung auf die Gäste. Imeraj Binak kam mit seinem Eiswagen vorbei und spendierte allen Teilnehmern zwei Kugeln Elio-Eis. Bei sommerlichen Temperaturen war das ein gelungener Start in die gemeinsame Woche.

Am Montag lernten die ungarischen Schülerinnen zunächst das Goethe-Gymnasium kennen. Vor allem die Größe und die Struktur der Schule beeindruckten sie. Anschließend fuhr die Gruppe mit dem Zug nach Heidelberg. Im Schloss nahmen die Schülerinnen an einer Sonderführung zum Thema „Alltagskost und Festmahl“ teil und erfuhren, welche Speisen früher auf den Tischen der einfachen Bevölkerung und des Adels standen.

Bürgermeister begrüßt Austauschgruppe

Am Dienstag empfing Bürgermeister Marcus Schaile die deutsch-ungarische Gruppe im Bürgersaal des Stadthauses. Er machte deutlich, welche Bedeutung der erste Schüleraustausch für die Zukunft der Städtepartnerschaft habe.

Foto: SNelles / Stadt Germersheim

„Seit fast 21 Jahren verbindet unsere beiden Städte eine lebendige Partnerschaft. Dass nun erstmals junge Menschen aus beiden Ländern im Rahmen eines Schüleraustauschs zusammenkommen, ist ein bedeutender Schritt für die Zukunft unserer Freundschaft. Ihr seid die Botschafterinnen Europas von morgen.“

Nach einem Imbiss im Stadthaus ging es auf eine Stadt- und Festungsführung durch Germersheim. Beim anschließenden Picknick im Stadtpark Lamotte blieb Zeit für Gespräche, bevor die Gruppe den Tag mit einer zweistündigen Nachenfahrt ausklingen ließ. Vor allem die Fahrt auf dem Altrhein begeisterte die Gäste aus Ungarn.

Gemeinsames Kochen stärkt neue Freundschaften

Einer der Höhepunkte folgte am Mittwochabend. Die deutschen und ungarischen Schülerinnen planten und kochten gemeinsam ein Abendessen für ihre Gastfamilien in der Mensa des Goethe-Gymnasiums. Mit viel Kreativität, Organisationstalent und Liebe zum Detail bereiteten sie die Speisen selbst zu. Das gemeinsame Essen bot anschließend die Gelegenheit, sich auszutauschen und die in wenigen Tagen entstandenen Freundschaften weiter zu vertiefen.

Am Feiertag Fronleichnam übernahmen die Gastfamilien das Programm. Sie zeigten ihren Austauschschülerinnen Speyer und weitere Ziele in der Region.

Dank an Schulen und Organisatoren

Zum gemeinsamen Abschluss lud der Deutsch-Ungarische Freundeskreis Germersheim-Zalaszentgrót am Donnerstagabend ins Stadtgarten-Restaurant ein. Mit dabei waren unter anderem Schulleiter Martin Stein sowie der eigens aus Stuttgart angereiste ungarische Generalkonsul Dr. András Izsák.

Dieter Hänlein, langjähriger Vorsitzender des Deutsch-Ungarischen Freundeskreises Germersheim-Zalaszentgrót, würdigte vor allem den Einsatz der Schulen und Lehrkräfte: „Solche Projekte entstehen nicht von allein. Mein besonderer Dank gilt dem Schulleiter des Goethe-Gymnasiums, Martin Stein, der es sich im Januar 2026 nicht nehmen ließ, die deutsche Schülerinnengruppe mit dem Goethe-on-Tour-Bus nach Zalaszentgrót zu fahren und sie zusammen mit seiner Englisch-Kollegin Lena Lochbühler dort die ganze Woche über zu begleiten, sowie Philipp Steul, Erasmus+-Koordinator am GGG. Sie haben mit großem Einsatz, viel Herzblut und organisatorischem Geschick diesen ersten Austausch ermöglicht und damit einen wichtigen Beitrag geleistet, die Städtepartnerschaft mit neuem Leben zu erfüllen und für die junge Generation erfahrbar zu machen.“

Foto: SNelles / Stadt Germersheim

Martin Stein bedankte sich im Gegenzug beim ungarischen Organisationsteam. Besonders hob er Mária Vári hervor, Englischlehrerin an der Sekundarschule in Zalaszentgrót und zugleich stellvertretende Bürgermeisterin der Partnerstadt. Sie habe den ersten Schüleraustausch auf ungarischer Seite maßgeblich angestoßen. Sein Dank galt außerdem Dr. Gyöngyi Tihanyi, Vorsitzende des Deutsch-Ungarischen Freundeskreises in Zalaszentgrót, die sich seit Beginn der Städtepartnerschaft mit großem Engagement für deren Weiterentwicklung einsetzt.

Auch Bürgermeister Marcus Schaile zog eine positive Bilanz: „Freundschaften, die in jungen Jahren über Ländergrenzen hinweg entstehen, sind oft besonders beständig. Die vielen strahlenden Gesichter und die herzliche Atmosphäre während der gesamten Woche haben bewiesen, wie wichtig solche Begegnungen sind. Städtepartnerschaften leben von den Menschen und ganz besonders von den jungen Menschen.“

Zaubershow als Abschluss

Zum Ausklang der Austauschwoche sorgte der 14-jährige Nachwuchszauberer Hendrik Doser für staunende Gesichter. Der deutsche Vizemeister der Jugend-Zauberer des Jahres 2024 begeisterte die deutsch-ungarische Gruppe mit seinen Tricks und erhielt dafür viel Applaus.

Am Freitagmorgen fiel der Abschied schwer. Aus den Begegnungen der vergangenen Tage waren Freundschaften entstanden, die nach dem Wunsch der Schülerinnen nicht mit der Heimreise enden sollen. Sie wollen in Kontakt bleiben und sich möglichst bald wiedersehen.

Der erste Schüleraustausch zwischen Germersheim und Zalaszentgrót hat der seit fast 21 Jahren bestehenden Städtepartnerschaft neue Impulse gegeben. Die Begegnungen haben gezeigt, wie wichtig der persönliche Austausch gerade für junge Menschen ist. Nach der gelungenen Premiere hoffen beide Städte nun auf viele weitere gemeinsame Projekte.

Foto: SNelles / Stadt Germersheim

 

Foto: SNelles / Stadt Germersheim

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