
Die Zalaszentgróter und die Germersheimer verstehen sich blendend – inklusive der beiden Bürgermeister József Baracskai und Marcus Schaile (beide vorne liegend).
Fotos: über Stadt Germersheim
Germersheim – Jetzt, so kurz vor den Europawahlen, ist „Europa“ in aller Munde. Das letzte Wochenende hat wieder einmal gezeigt, dass Symbole zwar für nützlich erachtet werden können, um Europa voranzubringen, reale Begegnungen zwischen Bürgern der EU aber mindestens genauso wichtig, effektiv, nachhaltig und lebendig sind.
Um über das Symbolhafte hinauswachsen zu können, bedarf es eines nachdrücklichen Engagements auf beiden Seiten, d.h. Menschen, die an (europäische) Orte reisen, um dort Land und Leute kennenzulernen, und andere, die ihr Zuhause zunächst fremden Gästen öffnen, ihnen Gastfreundschaft und Interesse entgegenbringen und ihnen ihre Zeit widmen – trotz oft bestehender Sprachbarriere.
Ein idealer Zustand, der zwar selbstverständlich klingt, aber keinesfalls selbstverständlich ist. Germersheim indes kann sich einer Vielzahl von engagierten, europafreundlichen Gastgebern rühmen. Die private Unterbringung der Delegationsteilnehmer aus beiden Partnerstädten hat in der Festungsstadt bereits seit langem Tradition.
Für das Wochenende vor den Europawahlen hatte sich eine große Delegation aus der ungarischen Partnerstadt Zalaszentgrót angesagt, die das Germersheimer Stadtoberhaupt Marcus Schaile zusammen mit Dieter Hänlein, dem Vereinsvorsitzenden des Deutsch-Ungarischen Freundeskreises Germersheim-Zalaszentgrót e.V., am Freitagabend im Bürgerhaus am Stadtpark Fronte Lamotte herzlich begrüßte.
Alle fünfzig ungarischen Gäste waren auch dieses Mal wieder bei Germersheimer Gastfamilien untergebracht, um den Kontakt untereinander entweder aufzubauen oder zu vertiefen. Besonders erfreulich ist die Tatsache, dass erstmals seit Bestehen der Partnerschaft zwischen Germersheim und Zalaszentgrót ein großer Teil der ungarischen Delegation aus Jugendlichen bestand. Viele von ihnen waren zum ersten Mal nach Deutschland gereist – und wollen wiederkommen.
Damit Gastgeber und Gäste sich besser kennenlernen konnten, veranstaltete der Deutsch-Ungarische Freundeskreis zum Auftakt des Begegnungsbesuchs einen Grillabend im Bürgerhaus,bei dem sich eine ausgelassene Stimmung und freundschaftliche Atmosphäre einstellte, die das gesamte Wochenende über anhalten sollte.
Am Samstag stand ein Tagesausflug nach Heidelberg auf dem Programm. Die Stadt zählt nicht nur zu den beliebtesten Städten Europas, ihr Wahrzeichen, das Heidelberger Schloss, kann auch als früher „fortschrittlicher Europa-Ort“ gesehen werden, besiegelten doch Kurfürst Friedrich V. und Elisabeth Stuart dort mit ihrer Liebesheirat im Jahre 1613 die Allianz zwischen der Kurpfalz und England.
Nach der Schlossführung am Vormittag hatten Gastgeber und Gäste Zeit, Heidelbergs malerische Altstadt auf eigene Faust zu erkunden. Die gesamte Gruppe nahm nachmittags an einer Bootstour durch das romantische Neckartal von Heidelberg nach Neckarsteinach teil, bevor man sich zurück auf pfälzischen Boden begab, um in Edenkoben gemeinsam zu Abend zu essen. Beste Stimmung herrschte auch auf der Fahrt zurück nach Germersheim, auf der aus begeisterten Kehlen die Europa-Hymne erklang.
Die Städtepartnerschaft zwischen Germersheim und Zalaszentgrót feiert im nächsten Jahr ihr 15-jähriges Bestehen. Die Planungen für den Besuch der Germersheimer in Zalaszentgrót und den Gegenbesuch der Ungarn in der Festungsstadt sind bereits angelaufen.
Wer sich aktiv in die Städtepartnerschaft(en) einbringen und sich damit nachhaltig für Europa einsetzen möchte, kann sich an Simone Nelles, Städtepartnerschaftsbeauftragte der Stadt Germersheim (Tel: 07274-960-218, E-Mail: snelles@germersheim.eu) oder direkt an Dieter Hänlein, den Vereinsvorsitzenden des Deutsch-Ungarischen Freundeskreises Germersheim-Zalaszentgrót e.V. (Tel.: 07274-3771) wenden. (ger/red)

Auch die junge Generation hatte Spaß.

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