
Foto: Landesforsten Rheinland-Pfalz / Forstamt Haardt
Südpfalz – In den Wäldern rund um Landau herrscht derzeit Waldbrandstufe 4. Das teilte das Forstamt Haardt mit.
Das Forstamt Haardt betreut ein etwa 60 000 Hektar großes Gebiet in der Südpfalz. Es reicht von den Ausläufern der Haardt bei Neustadt an der Weinstraße im Norden bis zu den Kastanienwäldern bei Eschbach im Süden, und von den Plateaus um den Taubensuhl (Landauer Stadtwald) im Westen bis zu den Queichwaldungen bei Offenbach und Herxheim.
Nach einem ungewöhnlich trockenen und sonnigen Frühjahr 2025 leiden die Wälder schon wieder unter Wassermangel. Dazu kommt ein hoher Anteil an abgestorbenem, trockenem Holz, den Stürme und Borkenkäferbefall in den vergangenen Monaten hinterlassen haben. Trockene Blätter und Nadeln sind ein gefundenes Fressen für jedes Feuer. Kein Wunder also, dass die Feuerwehr in den umliegenden Forstämtern in diesem Jahr bereits mehrfach zu Waldbränden ausrücken musste.
Forstamtsleiter Phillip Hannemann betont, wie wichtig dabei die Aufmerksamkeit aller ist. Jede noch so kleine Rauchentwicklung außerhalb von Ortschaften sollte sofort über den Notruf 112 gemeldet werden. Besonders hilfreich sind dabei die sogenannten Rettungspunkte, die im Wald auf grünen Schildern mit weißem Kreuz und Nummer ausgewiesen sind. Sie stehen oft an Wegekreuzungen oder markanten Stellen und ermöglichen der Feuerwehr eine schnelle Ortung.
Natürlicher Schutz durch Mischwälder
Besonders gefährdet sind die reinen Kiefernwälder am Haardtrand mit ihrem trockenen Unterholz. Doch Rheinland-Pfalz setzt seit Jahrzehnten auf naturnahe Waldbewirtschaftung. Ziel ist es, durch einen hohen Laubbaumanteil das Risiko von Waldbränden zu senken. Denn Laubbäume enthalten weniger Harz und brennen daher deutlich schlechter als Nadelbäume. Großflächige Feuer wie in Südeuropa oder Schweden im Jahr 2024 seien hier nicht zu erwarten, so Hannemann.
Stattdessen setzt das Forstamt auf strukturreiche, artenreiche Mischwälder. Junge Esskastanien oder Winterlinden wachsen oft schon unter Douglasien- und Kiefernbeständen heran. Gepflanzt wird bewusst in kleinen Gruppen statt großflächig, die Bewirtschaftung erfolgt in ungleichmäßigen, vielfältigen Einheiten. Das alles soll langfristig für stabile, widerstandsfähige Wälder sorgen – eine Aufgabe, die sich nur über Generationen hinweg umsetzen lässt.
Schilder warnen vor der Brandgefahr
Um auf die Gefahr aufmerksam zu machen, wurden in den letzten Jahren an Waldparkplätzen, Hütten, Kreuzungen und Sitzgruppen neue Waldbrandschilder aufgehängt. Sie sollen sensibilisieren und daran erinnern, wie leicht ein Feuer im Wald entstehen kann.
Verhalten im Wald: Vorsicht ist oberstes Gebot
Wälder mit vielen Besuchern wie in der Südpfalz sind besonders gefährdet. Rund 90 Prozent aller Wald- und Flurbrände entstehen durch Unachtsamkeit, oft durch offenes Feuer oder achtlos weggeworfene Zigaretten. Deshalb appellieren Forstamt und Feuerwehr an alle Naturfreunde, ein paar einfache Regeln zu beachten:
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Rauchen ist im Wald streng verboten. Wer andere darauf hinweist, leistet aktiven Brandschutz.
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Grillen und offenes Feuer sind im Wald und in Waldesnähe tabu. Offizielle Grillplätze sind die Ausnahme, auch dort ist wegen Funkenflug größte Vorsicht geboten. Besonders riskant sind Einweggrills.
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Autos sollten nur auf ausgewiesenen Parkplätzen abgestellt werden. Auf trockenen Wiesen können heiße Katalysatoren Brände auslösen.
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Zufahrten und Wege müssen für Einsatzfahrzeuge jederzeit frei bleiben.
Die sommerlichen Temperaturen laden geradezu zu einem Ausflug in die Wälder der Südpfalz ein. Dort lässt sich die Hitze wunderbar im Schatten genießen. Und mit etwas Rücksicht und Umsicht bleibt der Wald dabei sicher.

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