Kaiserslautern. Für Roland Paul war es ein bewegender Moment als Bezirkstagsvorsitzender Theo Wieder ihn jetzt verabschiedete. Nach 38 Jahren beim Bezirksverband Pfalz geht Roland Paul, langjähriger Leiter des Instituts für pfälzische Geschichte und Volkskunde, in seinen verdienten Ruhestand.
„Ohne Roland Paul wäre das Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde nicht das, was es heute ist“, sagte Bezirkstagsvorsitzender Theo Wieder bei der Verabschiedung. „Paul zeichnete sich durch seine fachliche Kompetenz, seine Loyalität und Kollegialität sowie durch sein hohes Engagement und seine Freude zur Arbeit aus“, sagte der Bezirkstagsvorsitzende.
Seit 2013 war Roland Paul Direktor des Instituts für pfälzische Geschichte und Volkskunde in Kaiserslautern und mehr als drei Jahrzehnte als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde tätig.
Roland Paul wurde 1951 in Landstuhl geboren und wuchs in Steinwenden auf. Nach dem Abitur in Kaiserslautern studierte er an der Erziehungswissenschaftlichen Hochschule Rheinland-Pfalz, Abteilung Landau, und legte 1975 die erste Staatsprüfung für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen ab; die zweite Staatsprüfung folgte drei Jahre später.
Es schloss sich ein berufsbegleitendes Studium der Geschichte und Volkskunde in Mainz an. 1978 wechselte er zum Bezirksverband Pfalz; als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institut wurde er Abteilungsleiter für Migrationsgeschichte und Volkskunde sowie Stellvertreter des damaligen Direktors Karl Scherer. Die Leitung des Instituts übernahm er 2013.
Zu Roland Pauls Forschungsgebieten zählt die weit verzweigte Wanderungsgeschichte der Pfälzer in Nord- und Südamerika sowie im Osten und Südosten Europas im 18. und 19. Jahrhundert. Die Ergebnisse seiner Arbeit stellt er immer wieder einem interessierten Publikum im In- und Ausland vor, insbesondere in den USA, wo er an der Kutztown University in Pennsylvania auch wiederholt als Gastdozent tätig war.
Zudem hat er einen Lehrauftrag am Fachbereich für Sozialwissenschaften der Technischen Universität Kaiserslautern. Die seit den 1930er Jahren aufgebaute Migrationskartei des Instituts für pfälzische Geschichte und Volkskunde mit rund 300.000 Blättern, auf denen schätzungsweise eine Million Wanderungsbewegungen registriert sind, hat er mit seinen Recherchen erweitert.
Darüber hinaus widmet er sich eingehend der Geschichte der jüdischen Bevölkerung in der Pfalz, wobei ein Schwerpunkt auf ihrer Verfolgung während der NS-Zeit liegt, außerdem der liberalen Bewegung im 19. Jahrhundert sowie der Hausforschung.
Roland Paul engagiert sich in zahlreichen Arbeitskreisen und Vereinen; unter anderem ist er Vorsitzender der Bezirksgruppe Kaiserslautern im Historischen Verein der Pfalz und seit 2003 Mitglied der Landessynode der Evangelischen Kirche der Pfalz. (red)

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