Mittwoch, 18. Juli 2018

Echo für Kollegah und Farid Bang am Holocaust-Gedenktag – ARD-Unterhaltungskoordinator: „Beschämend und schamlos“

15. April 2018 | 1 Kommentare | Kategorie: Nachrichten, Panorama

Foto: dts

Berlin – ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber hat scharfe Kritik an der Echo-Verleihung geübt und indirekt die Einstellung des Musikpreises gefordert.

Kollegah und Farid Bang waren am Donnerstagabend für ihr Album „Jung, Brutal, Gutaussehend 3“ in der Kategorie Hip-Hop/Urban National ausgezeichnet worden. In dem Album findet sich etwa die Textzeile „Mache wieder mal `nen Holocaust, komm` an mit dem Molotow“. Die Echo-Verleihung an die Rapper war daraufhin auf viel Kritik gestoßen.

„Die Musikindustrie steckt den Kopf in den Sand, hofft, das Ungemach zieht vorüber, und lernt nichts“, schreibt Schreiber in einem Gastbeitrag für die „Welt“. „Dabei gibt es nur eine sinnvolle Reaktion: eine Entschuldigung und die Erkenntnis, dass dieser Echo keine Berechtigung mehr hat: weder inhaltlich noch moralisch.“

Es sei beschämend und schamlos, dass sich die deutsche Musikindustrie in einer Live-Übertragung im deutschen Fernsehen am Gedenktag der Opfer des Holocaust auf diese Weise feiere.

Es habe gleich ein dreifaches Versagen beim Echo Pop 2018 gegeben, die Nominierung der Rapper Kollegah und Farid Bang, „der sinn- und geschmacksfreie Auftritt dieser beiden am Ende der Show, die Sprachlosigkeit der Verantwortlichen“.

Außer dem Sänger Campino habe niemand in der Sendung etwas zum Echo für Kollegah und Farid Bang sowie zu deren Auftritt gesagt. Auch die Vorstände des Bundesverbands Musikindustrie hätten sich nicht zu Wort zu gemeldet, kritisierte Schreiber.

Aus deren Schweigen schließt er: „Sie finden Nominierung, Preisverleihung und Auftritt scheinbar richtig.“

(dts Nachrichtenagentur) 

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Ein Kommentar auf "Echo für Kollegah und Farid Bang am Holocaust-Gedenktag – ARD-Unterhaltungskoordinator: „Beschämend und schamlos“"

  1. Danny G. sagt:

    Deutschland im Jahre 2018 …. offen, tolerant, bunt !
    Da sind nicht mehr die alte Spießigkeit und Engstirnigkeit wie in den Nachkriegsjahren.. nein hier in Deutschland im Jahr 2018 begegnen wir Andersdenkenden und Andersgläubigen offen und tolerant.
    Eventuell sollten sich Campino und die ganzen Unterhaltungskoordinatoren einmal beim gemütlichen Nachmittagskaffee einfach besser kennen lernen. Das baut Vorurteile ab !

    Egal wie schlecht ich diese Ghettomusik finde: Aus den Textzeilen die ich bisher gehört habe, kann ich nichts antisemitisches hören, sondern hier werden nur, sicherlich fragwürdige, geschmacklose Vergleiche angestellt.
    Aber anstatt nachzudenken, bekommen die Gutmenschen gleich Schnappatmung und wollen sofort alles verbieten und die Künstler an den Pranger stellen.

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