Dienstag, 28. Mai 2024

Dialog in Kandel: Ministerpräsidentin Dreyer und SPD-Landratskandidat Yüksel setzen auf Bürgernähe

24. April 2024 | Kategorie: Kreis Germersheim, Politik regional, Regional

Ministerpräsidentin Malu Dreyer und SPD-Landratskandidat Ziya Yüksel in Kandel.
Fotos: Pfalz-Express/Licht – Fotostrecke am Textende

Kandel – Am Dienstagabend (23. April 2024) besuchte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) die Stadt, um sich bei ihrer Tour „Triff Malu Dreyer“ mit Bürgern und lokalen SPD-Kandidaten auszutauschen.

Die Veranstaltung – locker auf dem „Plätzel“ bei Bratwurst und Weinschorle – diente nicht nur dem Dialog, sondern auch der Vorstellung des SPD-Landratskandidaten Ziya Yüksel, der bei der bevorstehenden Landratswahl im Kreis Germersheim am 9. Juni 2024 auf die Unterstützung der Ministerpräsidentin zählen kann.

Die Einwohner Kandels waren eingeladen, die Gelegenheit zu nutzen, um ihre Anliegen vorzubringen und die politische Diskussion mitzugestalten. Unter den Teilnehmern waren naturgemäß viele SPDler aus der Verbandsgemeinde und der näheren Umgebung. Mit dabei auch die SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Katrin Rehak-Nitsche, Bürgermeister Volker Poß, Mike Schönlaub, SPD-Kandidat für das Amt des Verbandsbürgermeisters, SPD-Urgestein Clemens Nagel oder die Co-Vorsitzende der SPD Südpfalz, Jennifer Braun. Minister Alexander Schweitzer eröffnete den Abend mit einer kämpferischen Begrüßung.

„SPD im Blut“

Der Abend begann mit einem Gespräch zwischen Ziya Yüksel und Eventmoderatorin Daniela Bublitz aus Mainz. Yüksel kennt die Herausforderungen des Ankommens in Deutschland aus eigener Erfahrung.

„Ich musste mich in den ersten Jahren hier durchkämpfen,” erzählte er, aber er habe dann erfahren:  “Deutschland bietet tolle Chancen.“ Seine Motivation für das Amt des Landrats ist klar: “Als Landrat kann man viel für die Menschen tun.“

Beispielsweise dürften die Arbeitnehmer nicht unter die Räder kommen. Als Gewerkschafter, der nach eigenen Worten „die SPD im Blut“ hat, will er auch die rund 40.000 Menschen mit Einwanderungsbiografie im Kreis viel mehr einbinden. Gerade beim heutigen Fachkräftemangel sei bei diesen Menschen viel Potenzial und für den Kreis eine deutliche Wertschöpfung vorhanden.

Yüksel kritisierte in diesem Zusammenhang die Ausländerbehörde („die wurde in den letzten Jahren völlig an die Wand gefahren“) und skizzierte seine Vision eines Migrationsfachzentrums, das ausländische Abschlüsse schneller anerkennt und Zuwanderer schneller in Lohn und Brot bringt.

Zudem sprach er sich unter anderem für eine Senkung der Kreisumlage aus, um die finanzielle Last der Kommunen zu verringern. „Der Kreis knöpft den Kommunen zu viel Geld ab“, so Yüksel. 

Schreiben für Dreyer

Als dann kurz darauf die Ministerpräsidentin eintraf, erwartete sie auf dem Weg zur Bühne der Erste Beigeordnete der Stadt Kandel, Michael Gaudier (CDU). Er überreichte Dreyer einen Brief, der die prekäre Finanzlage der Stadt darlegt. Mehr dazu demnächst. 

Plädoyer für Demokratie

Dreyer unterstrich in ihrer nachfolgenden Ansprache die Bedeutung des demokratischen Engagements. “Viele Menschen gehen für Demokratie auf die Straße, die Bewegung ist in der breiten Mitte angekommen,” sagte Dreyer. Das sei gut und bewundernswert, zeige jedoch andererseits, dass die Demokratie tatsächlich in Gefahr sei. 

Sie sprach über die Gefahren des Rechtsextremismus und die Notwendigkeit, unentschlossene, gefrustete Bürger zu erreichen, die damit liebäugelten, die AfD zu wählen. “In Firmen, am Stammtisch, überall müssen wir die Menschen ansprechen und überzeugen, eine demokratische Partei zu wählen,” so die Ministerpräsidentin. “Die AfD ist schlecht für unser Land. Sie wollen den Dexit, sind gegen den Mindestlohn und gegen Gewerkschaften.” 

Bürger hatten Fragen

Im Anschluss an die Reden hatten die Bürger die Möglichkeit, ihre Fragen an Yüksel und Dreyer zu richten. Eine ehrenamtlich tätige Frau erkundigte sich nach dem Status ukrainischer Flüchtlinge zum Beispiel in Bezug auf Arbeitsgenehmigungen, worauf Dreyer antwortete, dass man bei der Bundesregierung vorstellig sei und eine Entscheidung noch vor der Europawahl wünschenswert sei.

Eine andere Bürgerin forderte mehr Aufmerksamkeit für die Erfolge der Ampelkoalition, was Dreyer mit einer Aufzählung von Errungenschaften wie Wohngeld,, Mindestlohn, Kindergeld und Kinderzuschlag beantwortete.

Ein Jungwähler zur EU-Wahl äußerte seine Sorgen über den Klimawandel und wollte wissen, wie die SPD dagegen unternehme, und ein Lehrer schilderte die aggressive Stimmung unter seinen Schülern bei den Themen Migration und Klima.

Der neue Kandeler Pfarrer Martin Groß hatte Fragen zum Kita-Zukunftsgesetz und ein SPD-Mitglied aus einer Nachbargemeinde wünschte sich an Gymnasien mehr Hinweise auf Handwerksberufe. Ziya Yüksel äußerte sich ebenfalls zu sämtlichen Fragen und zeigte seine Lösungsansätze auf. 

Musikalischer Ausklang und Fotoshooting

Der Abend klang aus mit Musik von Sascha Kleinophorst. Wer wollte, konnte ein Erinnerungsfoto mit der Ministerpräsidentin machen, was gerne und zahlreich in Anspruch genommen wurde. Natürlich gab es auch ein Abschlussfoto mit dem SPD-Ortsverein. (cli)

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