
Foto: Sabine van Erp / Pixabay
SÜW – Die meisten pflegebedürftigen Menschen im Landkreis Südliche Weinstraße werden weiterhin zuhause und ohne professionelle Unterstützung betreut. Das geht aus dem kommunalen Datenreport Pflege 2025 hervor, der im Kreistag vorgestellt wurde.
Die Leiterin des Referats Demografie der Kreisverwaltung, Heike Neumann, präsentierte die Ergebnisse bei der jüngsten Sitzung in St. Martin. Dabei machte sie deutlich, dass Prävention und Information künftig eine immer größere Rolle spielen werden, um Pflegebedürftigkeit möglichst lange hinauszuzögern.
Landrat Dietmar Seefeldt zog im Anschluss ein grundsätzlich positives Fazit, mahnte jedoch zugleich zur weiteren Beschäftigung mit dem Thema: „Derzeit sind wir bei der Pflege im Landkreis Südliche Weinstraße noch vergleichsweise gut aufgestellt“, sagte er. „Ausruhen dürfen wir uns jedoch nicht. Pflege ist ein Thema, das in jedem Gremium auf die politische Agenda gehört.“
Zugleich rief er die Ortsgemeinden dazu auf, sich stärker mit Pflegeangeboten vor Ort zu befassen. „Das Demografie-Referat der Kreisverwaltung unterstützt Ortsgemeinden, die entsprechende Projekte gemäß den örtlichen Gegebenheiten auf den Weg bringen wollen.“
Fachkräftemangel bleibt große Herausforderung
Ein zentrales Thema des Berichts ist der steigende Bedarf an Pflegekräften. Nach Darstellung Neumanns wird die Zahl der Pflegebedürftigen bis zum Jahr 2040 voraussichtlich um knapp 24 Prozent zunehmen. Gleichzeitig werde ein großer Teil der heutigen Beschäftigten dann selbst ein Alter erreichen, in dem Pflegebedürftigkeit eine Rolle spielen könne.
Daraus ergibt sich ein erheblicher Personalbedarf: Bis 2040 müssten rechnerisch rund 90 Prozent des heutigen Beschäftigtenstandes ersetzt oder zusätzlich aufgebaut werden.
Bevölkerung älter – aber weniger Pflegebedürftige
Der Anteil hochaltriger Menschen im Landkreis liegt leicht über dem Landesdurchschnitt. Zum Stichtag waren 7,3 Prozent der Bevölkerung 80 Jahre oder älter, landesweit lag der Anteil bei 7,1 Prozent.
Gleichzeitig gibt es im Landkreis jedoch weniger Pflegebedürftige als im Durchschnitt anderer Kreise: Auf 1.000 Einwohner kommen statistisch 64,9 Pflegebedürftige, während der Durchschnitt der Landkreise bei 66,5 liegt.
Pflege findet meist zuhause statt
Auffällig ist vor allem die Form der Versorgung: Im Landkreis Südliche Weinstraße leben 92,8 Prozent der Pflegebedürftigen in den eigenen vier Wänden. Im Vergleich dazu liegt der Durchschnitt der Landkreise bei 86,7 Prozent.
Ambulante Pflegedienste werden seltener genutzt als anderswo. Nur 16,6 Prozent der Pflegebedürftigen nehmen entsprechende Angebote in Anspruch. Besonders häufig erfolgt die Pflege ausschließlich durch Angehörige: 4.770 Menschen – das entspricht 65,1 Prozent der Pflegebedürftigen – werden im Landkreis ohne professionelle Unterstützung betreut.
Ausbau ambulanter Angebote
Trotz der vergleichsweise geringeren Nutzung ist der Bereich der ambulanten Pflege in den vergangenen Jahren gewachsen. Zwischen 2019 und 2023 kamen rund 50 Vollzeitstellen hinzu. Auch die Tagespflege entwickelt sich zunehmend zu einem wichtigen Baustein der Versorgung.
Unterstützung für pflegende Angehörige im Fokus
Zum Abschluss ihres Berichts betonte Neumann, dass die Stärkung und Entlastung pflegender Angehöriger weiterhin eine zentrale Aufgabe bleibe. Bereits bestehende Angebote in den Bereichen Prävention und Beratung sollen weiterentwickelt werden.
Zur Sicherung der pflegerischen Infrastruktur arbeite die Kreisverwaltung gemeinsam mit Einrichtungen und Diensten an Lösungsansätzen, unter anderem im Rahmen von Gremien und Arbeitsgruppen wie der Regionalen Pflegekonferenz.
Hintergrund zum Datenreport
Der kommunale Datenreport Pflege analysiert regelmäßig die Pflegelandschaft im Landkreis Südliche Weinstraße. Grundlage sind Befragungen von Pflegeanbietern sowie amtliche Pflegestatistiken. Die aktuellen Daten beziehen sich auf den Stichtag 15. beziehungsweise 31. Dezember 2023.
Der Datenreport ist online abrufbar unter www.suedliche-weinstrasse.de/datenreport2025.
Viele Informationen rund ums selbstbestimmte Leben im Alter stellt das Referat Demografie der Kreisverwaltung unter www.suedliche-weinstrasse.de/aelterwerden zur Verfügung.

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