Wörth – Die Uhr zeigte schon nach 1.30 Uhr, als die Guggenmusiker „Noten Chaoten“ aus Grötzingen in die Festhalle zum Abschluss der sechsstündigen Damensitzung der „Altrhein-Narren“ Wörth einmarschierten. Die Halle war mit 500 weiblichen Besuchern ausverkauft.
Und immer noch herrschte eine tolle ausgelassene Stimmung beim Publikum, das eine runde Show von gesprochenen Beiträgen, tänzerischen und musikalischen Darbietungen geboten bekommen hatte.
Mit dem inzwischen traditionellen Lied „He, wir wollen die Narren sehn“ ließ um 19.26 Uhr –mit fünfminütiger Verspätung – der bewährte und souveräne Moderator Michael Meinzer im schwarzen Anzug die Tanzgruppen der „Altrhein-Narren“ einmarschieren. Erstmals wurde er unterstützt von seiner „Co-Moderateuse“ Viola Varell (alias Andreas Wunsch), dem bekannten Transvestie-Künstler aus Heidelberg.
Vorher hatte die Durlacher „Augustinerkapelle“ die Damen aller Altersklassen im stilvoll dekorierten und beleuchteten Saal bereits auf Trab gebracht.
Die Kleinsten, die 17 „Rapfen“ (16 Mädels und ein Junge) zeigten in ihren blau-weißen Kostümen mit einem Styropor-Schneemann in der Hand zum Thema „Eiszeit“ ein ebenso flottes Tänzchen wie die 9- bis 13-jährigen fünf „Quappen“ und die acht großen rot-weißen „Rotfedern“.
Vom vielfachen Preisträger „Duo Inflagranti“ Elvis (alias Marcel Pressler) und seinem als Eisbär Willi verkleideten Partner (alias Fabian Wilhelm) vom „Herxemer Wind“ bekamen die Zuhörer unter dem Titel „Sensi von der Alm“ ein munteres 20-minütiges Zweigespräch zu hören. Der Eisbär hatte immer spontan die passenden Antworten, ob bei den Bauernregeln oder bei den Werbesprüchen.
Stehend klatschte der Saal beim synchronen Tanz des 13-köpfigen Männerballetts der „GroKa Ge“ Durlach auf bekannte Melodien unter dem Motto „Küss den Frosch“ mit 12 Fröschen und einer „männlichen Froschkönigin.
Eine Zugabe musste da genauso wie bei vielen anderen Darbietungen folgen, ehe Marion Striebich – seit 1984 als Klara Kohlbecker unterwegs – von der „GroKaGe“ Gaggenau mit ihrer urig humorvollen Rede „Klara kommt“ die Lachmuskeln des ganzen Saals arg strapazierte. Die auch von der Frankenthaler Fernsehfastnacht bekannte Akteurin schilderte, wie ihr Idealbild beim Suchen „meines eigenen Stinkerls“ aussehen sollte.
Mit entsprechenden komischen Bewegungen zum Lied „Ich will `nen Cowboy als Mann“ ,mit einem Tanz und dem Hüftschwung brachte die „Ulknudel“, die zum ersten Mal in Wörth auftrat, den Saal zum Toben, einer Zugabe und zum ersten Mal hieß es vom Moderator „Diese Nummer war Spitze“.
Eine Klasse für sich war einmal mehr das achtköpfige Männerballett „Windboys“ vom Herxemer Wind, das mit seiner Darbietung „Forever Young-Trip des Lebens“ in verschiedenen Formationen, brillanter Choreographie und akrobatischen Einlagen mit einem alten Mann sich auf die Reise zum Jungbrunnen begab. Damit versetzten die mehrmaligen pfälzischen und badisch-pfälzischen Meister den Saal in regelrechte Ekstase. „Wahnsinn“, meinte Moderator Meinzer.
Die fünf Männer des „Wasen-Trio Plus“ vom Deutsch-Französischen Karnevalsverein aus Karlsruhe – auch bekannt aus Frankenthal –sorgten mit Liedern zum Mitsingen und zum Bewegen der Arme und Hände für noch mehr Stimmung, wozu auch die erste Schunkelrunde der „Auguistinerkapelle“ ihren Beitrag leistete.
Mit einer gekonnt harmonischen Tanzeinlage überzeugten die beiden Tanzmariechen „Doppeltes Lottchen“ Katharina Geißer und Chioara Klöffer, bevor die acht „strammen Jungs“ aus dem Murgtal, die „Schäger“ aus Michelbach zusammen mit ihren drei Trainerinnen flotte Tänze unter dem Motto „National Aerobic Championships“ dem stehenden Saal präsentierten.
Die „Russegugge“ aus Auerbach unterhielten das Publikum in der Pause im Foyer und stimmten es im Saal mit bekannten Melodien und Guggenmusik ein. Die „Spesserter Eber“ entführten zum Wiener Opernball und legten gleich mit fünf Paaren und einem Dirigenten einen flotten Walzer auf das Parkett.
Die aus mehreren Fernsehauftritten bekannte „Kättl Feierdaach“ (alias Jutta Hinterberger) aus Speyer nahm ihren Mann zum Einkaufen von Geschenken für sie mit und zeigte auf der Bühne, welche Probleme sie dabei beim An- und Ausziehen einer „Slim-Fix-Stretch-Röhren-Jeans-Hose“ bekommen hat, bevor sie mit dem Lied „Du schaffst das schon“ endete.
Der „Zirkus Royal“ des TSC Royal Rülzheim begeisterte in extravaganter Aufmachung mit einem sportlich perfekten Tanz und tollen akrobatischen Einlagen und einer Pyramide am Schluss bei seiner Vorführung „12 Königstiger mit Arslan, dem weißen Löwen“.
Als die Frau vom „De Härdtschd“ trat Oliver Betzer, der Präsident des Karnevalsvereins Felsenland aus Fischbach bei Dahn eine Weltreise mit dem Traumschiff an und erzählte uff pälzisch seine besonderen Erlebnisse unter anderem beim Sex mit dem „Härdtschden“, ehe er das Publikum zum Mitsingen bei „Wir lagen vor Madagaskar“ bewegte.
Die neun Damen über 18 der Tanzgruppe „Ladylike“ der „Altrhein-Narren“ gerieten als Crew an Bord der „Altrheiner“ in Turbulenzen und zeigten dies bei flotter Musik in eleganten Tanzformationen.
„Tal Ötzi“ (Peter Lingenfelder aus Frankeneck) als Stammgast der „Altrhein-Narren heizte ab 0.35 Uhr mit seinen Liedern die Stimmung mit einer Polonaise weiter an, ehe die neun Akteure des „Altrhein-Narren- Männerballetts“ sich unter dem Motto „Ein bisschen bunt und crazy“ sportlich und sexy gaben und die Damen im Saal mit ihrem Tanz zu einer Zugabe herausforderten.
Auf Stimmenfang
Ulrike Hartmann ,Karlsruhe, die immer in Wörth zu Gast ist: „Wieder durchweg ein super gutes Programm“, Edith Schmuck, Wörth: „Der ganze lange Abend war sehr nett“, Susanne Abend , Bellheim: „Sehr gut. Besonders haben mir das Ballett der Altrhein-Narren und die Moderation gefallen“, Sabrina Schwab, Durlach: „Toller Abend“, Sandrina Beyerle und Janine Gaßmann, Kuhardt: “Das war sehr gut. Das Highlight waren die Windboys.“ (lumi)

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