München – Führende CSU-Politiker sind dagegen, der AfD im kommenden Landtagswahlkampf in Bayern mit einer speziellen Kampagne zu begegnen.
„Von einer Anti-AfD-Strategie halte ich persönlich überhaupt nichts“, sagte Stephan Mayer, CSU-Vorstandsmitglied und innenpolitischer Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, dem „Handelsblatt“. „Eine bewusste Anti-AfD-Strategie würde die AfD nur unnötig aufwerten.“
Aus Sicht Mayers sollte es vielmehr darum gehen, „die größtenteils inhaltsleeren und absurden Vorstellungen der AfD zu entlarven“. Man müsse etwa deutlich machen, „dass der AfD angesichts der Anbiederung an Russland und ihres Wunsches, dass die Bundesregierung Verhandlungen mit dem syrischen Diktator Baschar al-Assad über ein Rückführungsabkommen führen möge, jegliche Seriosität und jegliches Verantwortungsbewusstsein fehlt“.
Der Vorsitzende der CSU-Mittelstandsunion und stellvertretende Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Hans Michelbach, gab zu bedenken, dass die CSU bei der Bundestagswahl nicht nur Stimmen an die AfD verloren habe. „Deshalb wäre es falsch, sich nur auf diese Partei und ihre Wähler zu konzentrieren“, sagte Michaelbach dem „Handelsblatt“.
„Richtig ist, dass es der AfD bei der Bundestagswahl gelungen ist, die Probleme der Flüchtlingsaufnahmen massiv in Stimmen umzusetzen. Das Thema Flüchtlingszuzug muss deshalb rasch gelöst werden.“ Das bleibe ein „wichtiges Einzelthema“.
Michelbach glaubt aber, dass die CSU nur dann „aus dem Tal der Wahl und der Umfragen“ herauskommen werde, „wenn sie sich der Sorgen der Menschen im Land annimmt und dies nicht nur in Worten, sondern auch in politischen Taten“. Dazu gehört aus seiner Sicht vor allem, „die sehr gute wirtschaftliche Entwicklung Bayerns zu sichern und nach Möglichkeit weiter auszubauen“.
Denn das sei die Grundvoraussetzung für die Finanzierung von Investitionen in Kindergärten, Schulen, Hochschulen, Krankenhäuser, Wohnungsbau, Verkehrs- und Digitalinfrastruktur. „Wichtig ist, dass die Menschen im alltägliche! n Leben spüren, dass die Staatsregierung und die CSU etwas für sie tun.“
Dazu gehöre auch, „das Ohr weiter dicht an den Menschen zu haben“, so Michelbach. Das sei immer eine Stärke der CSU gewesen. Und stark sei die CSU auch immer gewesen, wenn sie Geschlossenheit gezeigt habe. „Dieser Tugenden müssen sich alle wieder stärker erinnern. Dann wird die CSU auch wieder mehr Zustimmung erhalten.“ (dts Nachrichtenagentur)
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