Mittwoch, 03. Juni 2020

Bürgermeisterwahl in Verbandsgemeinde Kandel: Pfalz-Express fragt – Kandidaten antworten

22. September 2016 | noch keine Kommentare | Kategorie: Kreis Germersheim, Politik regional, Regional
Wollen beide die Verbandsgemeinde Kandel in den nächsten Jahren führen: Bürgermeister Volker Poß (li.), Herausforderer  Michael Niedermeier,

Wollen beide die Verbandsgemeinde Kandel in den nächsten Jahren führen: Bürgermeister Volker Poß (li.), Herausforderer Michael Niedermeier.

Verbandsgemeinde Kandel – Am 25. September wird in der Verbandsgemeinde der Bürgermeister für die nächsten acht Jahre gewählt. Die nächste Amtsperiode beginnt dann im April 2017.

Amtsinhaber Volker Poß (SPD, 55 Jahre, verheiratet, zwei Kinder) tritt wieder an, sein Herausforderer ist Michael Niedermeier (CDU, 29 Jahre, verheiratet).

Der Pfalz-Express hat beiden Kandidaten dieselben Fragen gestellt – hier sind die Antworten:

Volker Poß:

Warum möchten Sie Bürgermeister bleiben?

Die Arbeit mit und für die Verbandsgemeinde Kandel zum Wohle aller Bürgerinnen und Bürger berührt nahezu mein ganzes berufliches Leben. Als Diplom-Verwaltungswirt (FH) bin ich mehr als 30 Jahre in Führungsfunktionen in unserer Verwaltung tätig, seit April 2009 als Bürgermeister.

Ich bin in Kandel geboren und lebe zusammen mit meiner Familie sehr gerne hier. Ich kenne Land und Leute und weiß um die kleinen und großen Sorgen und Probleme. So will ich auch weiterhin allen Bürgerinnen und Bürgern zur Seite stehen und für eine lebenswerte Zukunft in unserer Verbandsgemeinde verantwortlich arbeiten.

Sowohl in der Stadt Kandel, aber auch in nahezu allen Ortsgemeinden steht jeweils die Vorbereitung und Erschließung neuer Baugebiete zur Bereitstellung dringend benötigter Bauplätze in meinem ganz besonderen Fokus. Ich will mit Rat und Tat und mit all meiner Erfahrung in den bauplanungsrechtlichen Verfahren mithelfen, die erforderlichen Bebauungspläne auf den Weg und zur Rechtskraft zu bringen, damit neue Baulandflächen rasch in die Umlegung und in die Erschließung kommen können.

Wichtige Stadtsanierungs- und Dorferneuerungsmaßnahmen stehen in den kommenden Monaten und Jahren an, zu deren Vorbereitung und Realisierung ich beitragen will, sei es die Erweiterung der Kindertagesstätten in Minfeld und Winden, der Seniorenhort bzw. die Seniorentagesstätte in Minfeld und anderes mehr.

Dies sind alles Maßnahmen in der Eigenverantwortlichkeit der Ortsgemeinden, die ich mit all meiner Erfahrung und meinem Wissen ganz persönlich und mit unserer Verwaltung vorantreiben will.

Meine Maxime ist, objektiv und sachlich zu beraten, letztlich aber auch die Entscheidungen auf Ortsgemeindeebene zu respektieren und die gefassten Beschlüsse in den Räten in eine guten Weise umzusetzen.

Gleichwohl will ich für eine gute Zukunft auch die eigenen Projekte der Verbandsgemeinde aus- und weiterführen, im Rahmen der Zuständigkeit der Verbandsgemeinde in Bezug auf unsere Feuerwehren, in Bezug auf die Schulträgerschaft unserer Grundschulen und hinsichtlich der Wasserversorgung und der Abwasserbeseitigung durch unsere Verbandsgemeindewerke.

U.a. stehen in den kommenden Monaten und Jahren die nachfolgend aufgelisteten Projekte an, deren Realisierung mir ganz besonders wichtig ist:

  • Neubau eines Werkstatt- und Hallengebäudes am Feuerwehrgerätehaus Kandel als Service- und Dienstleistungszentrum für die Feuerwehren im Südteil des Landkreises Germersheim.
  • Sanierung des Feuerwehrgerätehauses Kandel.
  • Bereitstellung einer Mensa für den Ganztagsschulbetrieb an der Ludwig-Riedinger-Grundschule Kandel.
  • Attraktivitätssteigerung unseres Waldschwimmbads mit Verbesserung des Kleinkinderbereiches und Erweiterung des Kiosks mit Kindertoiletten und Wickelraum.

Darüber hinaus müssen nicht zuletzt unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten zukunftsweisende Lösungen für die beiden Grundschulturnhallen in Minfeld und in Freckenfeld gefunden werden. Auch dies wird ein wichtiger Teil meiner Arbeit in den kommenden Monaten sein.

Um all die Dinge voranzubringen, will ich auch in den kommenden acht Jahren Bürgermeister unserer Verbandsgemeinde sein.

Beschreiben Sie einem Fremden die Verbandsgemeinde mit maximal drei Sätzen.

In unserer Verbandsgemeinde wohnt und lebt es sich sehr gut.

Dazu tragen nicht nur allein die klimatischen Verhältnisse in unserer Südpfalz bei; vielmehr bietet die gesamte Infrastruktur mit dem kulturellen und sportlichen Angebot, aber auch mit dem örtlichen Einzelhandel, den landwirtschaftlichen Direktvermarktern und der Gastronomie eine gute Symbiose, die das Wohnen und Leben angenehm macht.

Wenn ich als Bürgermeister bleibe, werde ich …

… auch am dem Wahlsonntag darauffolgenden Tag wie an jedem Arbeitstag um 7.30 Uhr an meinem Schreibtisch sitzen und meine Arbeit mit und für die Verbandsgemeinde mit gleichem Engagement fortsetzen.

Worin sehen Sie derzeit die größte Herausforderung?

Die größte Herausforderung wird es sein, das Klima des guten Miteinanders und des gegenseitigen Vertrauens in den politischen Entscheidungsgremien, nicht zuletzt aber unter unseren Bürgerinnen und Bürgern zum Wohle Aller und im Interesse einer guten Gemeinschaft in der Stadt und in den Orts-gemeinden auch in Zukunft zu leben und zu wahren.

Gemeinwohl und Solidarität muss auch in Zukunft die Maxime unseres Handelns sein. Dabei gilt es, Einzelinteressen ernst zu nehmen, aber immer wieder neu mit dem Gemeinwohl abzugleichen und entsprechend zu handeln.

Langfristig möchte ich für die Verbandsgemeinde erreichen …

… es lebt sich gut in unserer Verbandsgemeinde. Dies soll für alle Bürgerinnen und Bürger gelten und auch in Zukunft so bleiben. Dazu braucht es das Zusammenwirken ganz vieler Akteure aus Politik, Wirtschaft und Kultur und den gesunden Menschenverstand.

Ich will deshalb auch langfristig die Zusammenarbeit zum Wohle aller fördern und alle Kräfte bündeln.

Was sind die drei liebsten Beschäftigungen?

Ich bin in meiner wenigen Freizeit ein Familienmensch. Der Austausch mit meiner Familie ist mir wichtig.

Auch wenn es die freie Zeit nur in eingeschränktem Maße erlaubt, bin ich sehr gerne zusammen mit guten Freunden mit dem Wohnwagen unterwegs.

Und ich bin gerne auch mal gerne in unserem Haus und in unserem Garten als Heimwerker tätig, auch wenn mir als gelernter Verwaltungsfachmann oftmals das notwendige Geschick und das handwerkliche „Know-how“ fehlen.

Michael Niedermeier (CDU):

Warum möchten Sie Bürgermeister werden, was bewegt Sie zur Kandidatur?

Die Verbandsgemeinde Kandel mit allen Ortsgemeinden und der Stadt ist lebens- und liebenswert. Außerdem ist in der Verbandsgemeinde die Informationspolitik nicht immer so transparent, wie es in der heutigen Zeit der Fall sein müsste.

Da ist eines meiner großen Anliegen eine „echte“ Bürgerbeteiligung in der Verbandsgemeinde. Wer glaubt, man habe seiner Schuldigkeit genüge getan, in dem man große Projekte im Gemeinderat abstimmt und die Entscheidung im Amtsblatt im Beamtendeutsch veröffentlicht, der arbeitet und kommuniziert nicht mehr am Puls der Zeit.

Echte Bürgerbeteiligung bedeutet für mich eine frühzeitige, transparente Information der Bürger und das Einfließen lassen von deren Anregungen in den entsprechenden Planungen.

Dabei ist Kommunikation keine Einbahnstraße. Zuhören und die Bürgerinnen und Bürger sprechen lassen, das ist meine Maxime. Dazu gehören für mich regelmäßige Bürgermeistersprechstunden ebenso, wie regelmäßige Bürgerversammlungen jeweils in allen Ortsgemeinden. Niederschwellige und offene Angebote, die es bisher noch nicht gibt.

Ich habe selbst gerade eine junge Familie gegründet und weiß, wie schwer bezahlbarer Wohnraum zu finden ist. Ich werde mich dafür einsetzen, dass die städtebaulichen Möglichkeiten dargestellt und genutzt werden, um bodenpreisdämpfende Maßnahmen einzuführen. Es muss im Interesse einer Gemeinde liegen, dass die ansässigen jungen Familien vor Ort bleiben können und nicht in Umlandgemeinden „auswandern“ müssen.

Was mir auch ein Dorn im Auge ist, ist der Umgang mit der Hochwasserproblematik. Denn das ist ein Thema, das bisher noch immer nicht angegangen wurde. Was passiert, wenn man gar nichts tut, mussten wir leider in diesem Jahr unter anderem in der Kandeler Hubstraße und in Winden erfahren. Auch viele andere Bürgerinnen und Bürger in anderen Ortsgemeinden und Straßen der Stadt haben leidvolle Erfahrungen machen müssen.

Nach jahrelangen Aussitzen werde ich das Problem als Bürgermeister zur Chefsache erklären und mich persönlich darum kümmern. Dabei müssen wir in der gesamten Verbandsgemeinde sowie mit den Nachbargemeinden eng zusammenarbeiten und viele Teilaspekte ohne Vorbehalte insgesamt betrachten, miteinander diskutieren und Lösungen finden.

Innovation ist ein großes Manko in der Verbandsgemeinde. Das lässt sich am einfachsten daran ablesen, dass sich der Amtsinhaber und sein Vorgänger noch nicht mal dem Thema „schnelles Internet“ angenommen haben. Wir dümpeln da leider in den meisten Ortsgemeinden und in der Stadt Kandel vor uns hin. Sieht man keinen Bedarf? Was ist mit unseren Wirtschaftsbetrieben?

Und gerade beim Thema Wirtschaft sehe ich noch sehr großen Spielraum innovative Betriebe in die Verbandsgemeinde zu holen. Dafür muss ich aber offen sein. Dafür wiederum muss aber die Infrastruktur passen. Und die haben wir teilweise noch nicht so, dass wir mit anderen Städten und Gemeinden in der Umgebung ernsthaft konkurrieren können. Dabei muss man innovative Ideen und Ansätze zulassen, keine Denkverbote erteilen. Wir dürfen nicht anfangen uns unter Wert zu verkaufen.

Ein weiterer Punkt ist der demographische Wandel. Der wird uns in den nächsten Jahren gerade in den Dörfern massiv ereilen. Wir müssen aufpassen, dass wir unsere Ortskerne also die innerörtliche Entwicklung nicht vergessen. Ich finde, dass man in allen Orten die Altersstruktur, die Familienstruktur in den einzelnen Haushalten untersuchen muss.

Gleichzeitig muss eine solche Erhebung die Bausubstanz beinhalten. Insgesamt können daraus Erkenntnisse abgeleitet werden, was die Orte in den nächsten 10-20 Jahren erwartet und welche Aufgaben anstehen. Gleichzeitig dürfen wir die jungen Familien mit Kindern nicht vergessen. Hier ist eine optimale Kindergartenbetreuung vonnöten, die gerade in den Ortsgemeinden nicht in allen Teilaspekten gut ist.

Das waren und sind die Gedanken die ich mir gemacht habe, was in der Verbandsgemeinde besser laufen muss. Diese haben mich letztendlich dazu bewogen, für das Amt zu kandidieren. Denn viele genannte Themen sind alleine deshalb nicht in Bearbeitung, weil viele Strukturen einfach eingefahren sind. Ich bringe frischen Wind mit ins Bürgermeisteramt, verbunden mit neuen Ideen, neuer Kraft, Offenheit und Transparenz.

Beschreiben Sie einem Fremden die Verbandsgemeinde mit maximal drei Sätzen…

Die Verbandsgemeinde Kandel bestehend aus ihren sechs Ortsgemeinden und der Stadt liegt in der wunderschönen Südpfalz. Die hier lebenden Menschen sind aufgeschlossen, freundlich, gemütlich, feiern aber auch gerne und gut ihre Feste ausgelassen und fröhlich, sagen aber auch ihre Meinung ehrlich und direkt.

Alle Orte in der Verbandsgemeinde haben ihren eigenen Charme und eigene interessante Geschichte, auf die die Einwohner auch immer zu recht hinweisen und stolz sind auf ihren Ort; es lohnt sich hier zu wohnen, leben und arbeiten als auch Urlaub zu machen.

Wenn ich Bürgermeister bin, werde ich als erstes…?

… Bürgermeistersprechstunden in allen Ortsgemeinden und der Stadt terminieren und mich allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verbandsgemeindeverwaltung persönlich vorstellen.

Die nächsten drei Projekte sind…?

  • eine „echte“ Bürgerbeteiligung aufbauen.
  • schnelles Internet in die gesamte Verbandsgemeinde bringen und eine Wirtschaftsförderung einführen.
  • Hochwasserschutz in der gesamten Verbandsgemeinde anpacken.

Worin sehen Sie derzeit die größte Herausforderung?

Den Hochwasserschutz sinnvoll und mit allen Beteiligten so zu besprechen und zu diskutieren, dass alle an einem Strang ziehen und die betroffenen Bürgerinnen und Bürger eine tragbare Perspektive für die Zukunft haben.

Die nächste große Herausforderung ist, dass es bezahlbaren Wohnraum für junge einheimische Familien gibt. Die aktuelle Baugebietspolitik entspricht nicht den Vorstellungen und Lebensaktualitäten einer mittelständigen Familie mit Kindern.

Außerdem wird es eine große Herausforderung sein, dem demographischen Wandel in allen Orten der Verbandsgemeinde nicht nur als Problem zu begegnen sondern auch als Chance zu sehen. Dies bedarf aber großer Anstrengungen.

Langfristig möchte ich für die Verbandsgemeinde Kandel erreichen...

…, dass wir uns nicht unter Wert verkaufen und zeigen was wir können. Ich möchte, dass wir uns lebensqualitativ als auch wirtschaftlich mit anderen Gemeinden und Städten in der Region messen lassen können und innovative Vorzeige-Verbandsgemeinde werden. So können wir in Zukunft auch langfristig erfolgreich sein und uns behaupten.

Was sind Ihre drei liebsten Beschäftigungen?

Ich bin im TSV Kandel stellv. Abteilungsleiter der Handballer. Außerdem bin ich Jugendtrainer einer weiblichen C-Jugend. Der Handball nimmt also die Hauptzeit meiner Freizeitbeschäftigungen ein.

Daneben gehe ich gerne joggen und ich wandere unheimlich gerne. Größte Etappe war die Alpenüberquerung von Oberstdorf nach Meran. Beim Sport kann ich abschalten, die frische Luft tut gut und belebt.

Meine dritte Lieblingsfreizeitbeschäftigung ist meine Familie. Die Zeit mit meiner Frau zu verbringen ist Erholung pur. Dabei ist es von Vorteil, dass auch sie Handballerin ist und wir viel Zeit zusammen verbringen, einfach weil wir auch die gleichen Interessen haben.

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