Kreis GER/Kreis SÜW – Die Landkreise Südliche Weinstraße und Germersheim erhalten mit den sogenannten „Großen Förderbescheiden“ vom Bund Millionenbeträge, um schnelle Internetleitungen zu bauen.
Das teilten die Bundestagsabegordneten Dr. Thomas Gebhart (CDU), Thomas Hitschler (SPD) als auch die Landräte Theresia Riedmaier (SÜW) und Dr. Fritz Brechtel (GER) mit.
Das gemeinsame Projekt von Gemeinden, Verbandsgemeinden und Landkreis sieht für 100 Prozent der Haushalte eine Erschließung von 50 MBit/s vor; wichtiger Bestandteil des Antrags ist auch der partielle Ausbau der Gewerbegebiete.
Bereits im letzten Jahr hatten die beiden Kreise jeweils 50.000 Euro für die Beratung zum Breitbandausbau vom Bund erhalten. Mit den jetzt angekündigten Fördermitteln kann der konkrete Ausbau der Infrastruktur finanziert werden. Insgesamt stellt der Bund 4 Milliarden Euro zur Verfügung, um in ganz Deutschland schnelles Internet (mindestens 50 Mbit pro Sekunde) zu ermöglichen.
Wieviel Geld die einzelnen Kreise genau erhalten, ist noch nicht bekannt.
Die südpfälzer Politiker begrüßen durchweg die Förderung des Bundes. „Ein großer Schritt für die Südpfalz hin zu einer flächendeckenden Internetversorgung“, sagte Thomas Gebhart. „Der Breitbandausbau ist eine zentrale Herausforderung für die Zukunft. Wirtschaftliche Stärke und Entwicklung hängen ganz zentral mit der Möglichkeit zusammen, schnell und aktiv in der vernetzten Welt agieren zu können.“
„Ein schneller Internetzugang ist ein für Privathaushalte wie für Unternehmen ein zunehmend wichtiger Standortfaktor“, merkt Thomas Hitschler an.
Die Zulassungsbescheide werden am 21. März in Berlin übergeben. Hitschler geht sogar noch weiter: „Wir brauchen eine mittelfristige Glasfaser-Breitband-Strategie mit dem Ziel, bis 2025 flächendeckend 100 Mbit/s als Grundversorgung bereit zu stellen.“Der Zugang zu schnellem Internet gehöre mittlerweile zur Daseinsvorsorge: „Das müssen wir rechtlich klar stellen.“
Landrätin Riedmaier: „Das wird eine sehr wichtige Marke zur Verbesserung unserer Infrastruktur sein und den Landkreis Südliche Weinstraße einen deutlichen Sprung nach vorne bringen.“
Landrat Brechtel: „Wir sind froh, dass wir jetzt die Chance haben, die Internetversorgung in den sogenannten `weißen Flecken´ zu verbessern. Ziel ist es, dass die unterversorgten Anschlüsse bis Ende 2018 mit mindestens 50 Mbit/s versorgt werden“, sagt Landrat Dr. Brechtel.
Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie, die die TÜV Rheinland Consulting GmbH im Auftrag des Kreises angefertigt hat, wurde das förderfähige Ausbaugebiet im Landkreis Germersheim ermittelt und eine kostenoptimierte Netzplanung durchgeführt. Insgesamt umfasst das Ausbaugebiet 1.846 unterversorgte Anschlüsse.
Die Investitionssumme wurde auf 4,0 Mio. Euro kalkuliert, wobei nach Abzug der Einnahmen des Netzbetreibers eine förderfähige Wirtschaftlichkeitslücke 3,2 Mio. Euro übrig bleibe, so die Kreisverwaltung.

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Und wie will die Kreisverwaltung die einzelnen Carrier zwingen, auch Randortschaften anzuschließen? Die Telekom weigert sich beharrlich, bei uns am Haardtrand eine entsprechende Leitung zu legen, weil angeblich zu teuer. Andere Firmen machen das und gewinnen sackweise Kunden.
Ich würde gerne aus persönlichen Gründen bei der Telekom bleiben, aber unter den jetzigen Voraussetzungen nicht.
Ich hab mich im Rahmen meiner Tätigkeit in der CDU Kreistagsfraktion damit auseinandergesetzt. Wir hatten ja auch einen Antrag letztes Jahr dazu eingebracht. Ich muss sagen, dass das Ergebnis derzeit richtig gut wird, wenn man sich das Projekt in Gänze anschaut. Viele Punkte unseres Antrages finden sich auch im aktuellen Projekt wieder.
Die Ausschreibung besagt, dass eine Versorgung von 100% der Haushalte mit mind. 50 Mbit/s gewährleistet werden muss. Dafür sind ja auch genau die Fördermittel da – um Anreize zum Ausbau mit schnellem Internet zu setzen. Auf die Ausschreibung kann sich nun jeder Bewerben, der den Nachweis bringt, auch entsprechend ausbauen zu können. Daher mache ich mir da wenig Gedanken, da alle Gebiete erschlossen werden sollen, auch diese am Haardtrand (jetzt ist natürlich die spannende Frage, wo genau Sie wohnen). Das ist ja Ausschreibungsgegenstand!
Löblich sind aber auch die privaten Initiativen, welche mit ihren eigenen Geschäftsmodellen etwas bieten wollen. Klar, da gehört zu aller Ehrlichkeit, dass es gewisse Gebiete gibt, die für die Telekom nicht attraktiv sind. Aber nun sind wir hier auf dem richtigen Weg.