
Symboldbild: dts Nachrichtenagentur
Kreis Germersheim – Die Schulsozialarbeit muss an allen Schulen vom Land unterstützt werden – auch an Grundschulen und Gymnasien, sagt der Landtagsabgeordnete Martin Brandl (CDU).
Eine Große Anfrage der CDU-Landtagsfraktion zeige nun, dass nur rund 500 Vollzeit-Äquivalente an Schulsozialarbeitern für mehr als 500.000 Schüler in ganz Rheinland-Pfalz eingesetzt sind. Auch vor Ort im Kreis Germersheim sei die Ausstattung für die Schulsozialarbeit nicht ausreichend.
Brandl: „Das bedeutet, dass sich in Rheinland-Pfalz ein Sozialarbeiter an den Schulen um mehr als 1000 Schülerinnen und Schülern kümmern muss. Das ist zu wenig. Das Land muss sein finanzielles Engagement hochfahren und ausreichende Schulsozialarbeit ermöglichen. Solange Kommunen insgesamt finanziell nicht die notwendige Ausstattung erhalten, wird ein Stellenzuwachs schwierig. Die Zahl der Schulsozialarbeiterinnen und -arbeiter muss sich von aktuell 500 Stellen auf rund 1000 Stellen verdoppeln.“
Im Landkreis Germersheim sind es aktuell in Vollzeitäquivalenten 15,65 Schulsozialarbeiter, die insgesamt 13.960 Schüler betreuen. „Auch hier bei uns herrscht also dringender Handlungsbedarf, die Zahl an Sozialarbeitern deutlich zu erhöhen.“ Der zuständige Beigeordnete Christoph Buttweiler habe einen entsprechenden Aufwuchs der Stellen angekündigt. Brandl wirft der Landesregierung vor, die Schulsozialarbeit jahrzehntelang vernachlässigt zuhaben.
Das Land fördere die Schulsozialarbeit in Rheinland-Pfalz systematisch nicht. Die bereitgestellten Mittel für die Schulsozialarbeit in Rheinland-Pfalz reichten nicht aus, um den Bedarf zu decken. Dabei steige der Bedarf an Schulsozialarbeit an. „Faktisch beteiligt sich das Land nur zu einem Drittel an der Schulsozialarbeit. Das Land verweist stets auf die Zuständigkeit der Kommunen. Die Kommunen im Land sind allerdings oftmals verschuldet, weil das Land sie nicht ausreichend finanziell ausstattet. Ihnen fehlt das Geld für die Schulsozialarbeit. Kindesentwicklung wird zur sozialen Frage und hängt von der Liquidität einer Kommune ab.“
Im Landkreis Germersheim zahle das Land nur insgesamt 27 Prozent der Gesamtkosten für die Schulsozialarbeit. Die Kommunen vor Ort als Träger der Jugendhilfe zahlen 53 Prozent und weitere Beteiligte 20 Prozent. „Die Initiativen der Verwaltungen auf Ausweitung der Schulsozialarbeit im Kreis Germersheim sehe ich sehr positiv. Elternbeiräte, vertreten durch den Landeselternbeirat, leisten hier eine sehr gute Arbeit zum Wohl der Kinder.“
Gute Schulsozialarbeit schaffe mehr Chancengerechtigkeit und begründe das Fundament für ein selbstbestimmtes Leben. „Besonders in Corona-Zeiten ist Schulsozialarbeit notwendig, um die Kinder und Jugendlichen, die aus Elternhäusern kommen, die sich von sich aus nicht intensiv um Zugang und Versorgung im Unterricht kümmern können“, so Brandl.

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