Boom bei Rente ab 63 – 251.000 Anträge in 2018

26. Januar 2019 | Kategorie: Nachrichten, Politik

Symbolbild: dts Nachrichtenagentur

Berlin  – Die hohe Nachfrage nach der Rente ab dem 63. Lebensjahr ist auch im vergangenen Jahr ungebrochen gewesen.

2018 seien rund 251.000 Anträge gestellt worden, berichtet das „Handelsblatt“ unter Berufung auf die Deutsche Rentenversicherung. Das seien etwas weniger als im Rekordjahr 2017, als knapp 254.000 Anträge eingegangen seien. Seit Inkrafttreten der Neuregelung im Juli 2014 verzeichnete Rentenversicherung nach eigenen Angaben fast 1,2 Millionen Anträge.

Die Große Koalition hatte in der vergangenen Legislaturperiode die Möglichkeit für Arbeitnehmer geschaffen, nach 45 Versicherungsjahren vorzeitig ab dem 63. Lebensjahr in Rente zu gehen. Phasen der Arbeitslosigkeit werden angerechnet, ebenso wie Zeiten der Kindererziehung und der Pflege von Angehörigen.

Die Altersgrenze für die Rente ab 63 steigt bis 2029 schrittweise auf 65 Jahre. Die Wirtschaft kritisiert, dass dem Arbeitsmarkt durch die Regelung dringend benötigte Facharbeiter entzogen werden. “

Es ist eine der Irrationalitäten der derzeitigen Politik: Wir müssen ausländische Fachkräfte anwerben um dem demografischen Wandel zu begegnen und gleichzeitig frühverrenten wir inländische Fachkräfte abschlagsfrei“, sagte Steffen Kampeter, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände (BDA). Die Rente ab 63 entwickele sich zunehmend zur „Wachstumsbremse“. (dts Nachrichtenagentur)

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2 Kommentare auf "Boom bei Rente ab 63 – 251.000 Anträge in 2018"

  1. Giftzwockel sagt:

    Haben Sie sich schon einmal überlegt, wie das gehen soll, ein Menschenleben bei den Ansprüchen der Arbeitgeber an die Ausbildung mit im Durchschnitt 80000 potentiell möglichen Arbeitsstunden zu finanzieren? Die, die heute nach Fachkräften jammern, haben seit Jahren nicht ausgebildet und ihre qualifizierten Mitarbeiter mit 57 Jahren zum Arbeitsamt entlassen! Ganz zu schweigen von den 21 Millionen Arbeitnehmern, die in prekären Arbeitsverhältnissen schuften müssen und so ganz um ihre Altersversorgung betrogen werden. Wenn der BDA schon jammert, dann bitte über seine eigene missratene Politik! Wer das Glück hatte, 45 Jahre arbeiten zu können, kann mit Fug und Recht früher in Rente gehen! Wer Fachkräfte haben will, wird sie wohl künftig angemessen bezahlen und sorgsam mit ihnen umgehen müssen!

  2. KlausMichael sagt:

    Wer kann wirklich ohne Einschränkung länger als 45 Jahre arbeiten?
    Sehr wenige.
    Welcher Arbeitgeber besetzt ein freiwerdenden Arbeitsplatz mit Menschen über 50?
    Sehr wenige.
    Warum werden Menschen über 58 nach einem Jahr nicht mehr in den Arbeitslosenstatistiken erfasst?

    Das Rentenalter wird nicht aufgrund des Mangels an Arbeitskräften hochgesetzt.
    Das Rentenalter wird nicht aufgrund der Mehrkosten bei früherem Rentenbeginn hochgesetzt (Geld ist ja wohl für einige andere Zwecke vorhanden)
    Das Rentenalter wird hochgesetzt, damit alle die vorher in Rente gehen wollen/müssen für ihr gesamtes restliches Leben mit hohen Abschlägen auskommen müssen.

    Wenn ich mit 49 Arbeitsjahren und durchgehender Zahlung in Rente gehen „darf“ ist das kein Geschenk.

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