Montag, 16. Juli 2018

BI Verkehrsforum Südpfalz zur Informationsveranstaltung Rheinbrückensanierung: „ÖPNV-Entlastungspaket reicht nicht“

28. Februar 2018 | noch keine Kommentare | Kategorie: Kreis Germersheim, Kreis Südliche Weinstraße, Landau, Nordbaden

Hans-Jürgen Burckhardt auf der Veranstaltung des Regierungspräsidiums Karlsruhe am 21. Februar.
Foto: Pfalz-Express

Südpfalz – Das am 21. Februar in Maximiliansau vorgestellte ÖPNV-Entlastungspaket ist nach Ansicht der Bürgerinitiative (BI) Verkehrsforum Südpfalz „bei weitem“ nicht ausreichend.

In einer Pressemitteilung schreibt der BI-Vorsitzende Hans-Jürgen Burckhardt im Wortlaut:

„Gestützt auf das am 18.09.2012 erstellte Gutachten der Professoren Friedrich (Universität Stuttgart) und Vortisch (KIT), muss durch die Reduzierung von drei auf zwei Fahrbahnen und die Einschränkung der Fahrbahnbreite mit einer  Verringerung der Aufnahmekapazität  von ca. 2200 Fahrzeugen werktags zwischen 6:15 und 8:15 Uhr in Richtung Karlsruhe gerechnet werden.

Dies würde bedeuten, dass ca. 2.600 Personen in diesen 2 Stunden durch den ÖPNV abgefangen werden müssten. Davon ist man mit den präsentierten 980 zusätzlichen Sitzplätzen in diesem Zeitraum weit entfernt.

Die Entlastungsmaßnahmen durch zusätzliche S-Bahnen der DB-Regio und AVG-Doppeltraktionen müssen vor allem in den Morgenstunden früher einsetzen. Notwendig wäre auch eine Frühverbindung einer S3 ab Germersheim zwischen 6:00 Uhr und 6:15 in Richtung Karlsruhe.

Es wurde zudem nicht bedacht, dass die Stauursache vom „Knielinger Pförtner“ sich um ca. 2 km vor den „Wörther Trog“ verlagert.  Dadurch bewegt und  erweitert sich der jetzt schon bestehende Stau in Richtung Westen, verstopft das Wörther Kreuz und wird auf den Zufahrten dorthin zu erheblichen Rückstaus führen.

Zum einen verlieren dadurch die zusätzlich geschaffenen ÖPNV-Maßnahmen ab Wörth ihren Anreiz,  zum anderen kann auch die LKW-Zufahrt zum Mercedes-Benz-Werk Wörth blockiert werden. Die reibungslose Versorgung des Werkes wäre gefährdet, da täglich  ca. 450 LKWs Material anfahren. Kostenintensive Produktionsausfälle wären vorprogrammiert und entsprechende Schäden wären auch bei den Zulieferern und Karlsruher Firmen nicht auszuschließen.

In dem vorliegenden Maßnahmenpaket bleiben auch die notwendigen großen P&R-Plätz „vor den Toren von Wörth“ unberücksichtigt. Der vom Verkehrsforum vorgeschlagene  P&R-Platz  Rheinzabern „Alte Römerstraße“ würde weiterhin nicht genutzt werden,  da er nur einmal pro Stunde und nicht von den schnellen Zügen bedient wird.

Die Ausbauzustände der  jetzt schon ausgelasteten P&R-Plätze entlang der Strecke Neustadt-Wörth, wie z.B. in Winden, wurden nicht erwähnt.

Da die Strecke Landau-Wörth keine zusätzlichen Züge mehr verkraftet, besteht die optimale Lösung nur darin, einen Halbstundentakt zwischen Germersheim und Karlsruhe  unter Einbeziehung der Rhein-Neckar-S-Bahn einzurichten, wie sie vom Kreistag Germersheim als Resolution am 11.12.2017 eingebracht wurde.

Neben einer Verdoppelung des Sitzplatzangebotes, eines höheren Fahrkomforts und umsteigefreien Fahrten, wäre die Fahrtzeit zwischen Germersheim und Karlsruhe auch bis zu 28 Minuten kürzer.

Wenn zusätzlich noch der Anschluss an die Fernbahnen gelingt, wie das mit Durchbindung der Linie S3 der Rhein-Neckar-S-Bahn von Germersheim nach Karlsruhe der Fall wäre,  würde das viele Pendler dazu bewegen, vom eigenen Auto auf die Bahn umzusteigen. Nur so ließe sich die Autobrücke nachhaltig entlasten.

Wir wissen, dass DB-Regio diesen Mehrverkehr leisten könnte und appellieren an die Verantwortlichen, diese attraktive und gut funktionierende Lösung nicht an den Kosten scheitern zu lassen.“

Hans-Jürgen Burckhardt

Sprecher BI Verkehrsforum Südpfalz

 

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