Sonntag, 22. Mai 2022

Bayer übernimmt US-Saatguthersteller Monsanto

14. September 2016 | Kategorie: Nachrichten, Wirtschaft
Foto: dts Nachrichtenagentur

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Leverkusen  – Der Chemiekonzern Bayer übernimmt den US-Saatguthersteller Monsanto.

Am Mittwoch sei eine bindende Fusionsvereinbarung unterzeichnet worden, die die Übernahme von Monsanto für 128 US-Dollar je Aktie in bar ermögliche, teilte Bayer mit.

Zuvor hatte Monsanto mehrere Angebote von Bayer abgelehnt.

Die EU-Kommission hat bereits angekündigt, die Übernahme genau zu prüfen. Untersucht werden sollen laut EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager „Bedenken wegen der Auswirkungen der Bayer/Monsanto-Fusion auf die Preise, die Vielfalt der verfügbaren Saatgutprodukte sowie auf Forschung und Innovation“.

Bayer-Chef verteidigt Monsanto-Kaufpreis

Bayer-Chef Werner Baumann verspricht indes den Aktionären messbare Vorteile durch die Monsanto-Übernahme und verteidigt den Kaufpreis von rund 66 Milliarden Dollar .

„Die Zeit wird zeigen, dass wir eine hochattraktive und wertschaffende Verbindung eingehen. Unser Aufsichtsrat hat genau diese Frage der Wertschaffung eindeutig mit Ja beantwortet.“, sagte er dem „Handelsblatt“.

Der Zusammenschluss bringe kurzfristige Ergebnisse und folge einer langfristigen Vision. „Die Fortschritte auf diesem Weg wird jeder genau verfolgen können“, sagte Baumann.

Bayer hat Synergien in Höhe von 1,5 Milliarden Dollar durch die Übernahme in Aussicht gestellt. Rund 80 Prozent davon entfallen nach Angaben Baumanns auf Kostensenkungen, der Rest soll durch neue Umsätze eingefahren werden.

Die vier Monate dauernden Gesprächen mit Monsanto sind aus Sicht des Bayer-Chefs von Vernunft und Respekt geprägt worden.

Monsanto-Chef Hugh Grant sieht das kombinierte Unternehmen als Innovationstreiber in der Agrochemie: „Unsere Chance liegt darin, gemeinsam neue Produkte zu entwickeln.“

Er sei darüber hoch erfreut, unterstrich aber zugleich, dass er in den vergangenen Monaten auch andere strategschen Optionen als den Verkauf an Bayer geprüft habe.

Auf die Frage, ob er nach Abschluss der Fusion eine Managementposition im neuen Unternehmen einnehmen werde, sagte Grant: „Darüber haben wir noch gar nicht gesprochen. Mein Team und ich werden uns nun um unsere Kunden kümmern, denn fernab von Frankfurt und New York geht das Geschäft der Landwirte ja schließlich weiter. Und wir werden mit Werner und seinem Team zusammen daran arbeiten, dass der Zusammenschluss erfolgreich wird.“

(dts Nachrichtenagentur/red)

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