Impflingen. Gestern fand mit dem Spatenstich ein für Impflingen denkwürdiges Ereignis statt: Die Gemeinde bekommt endlich die langersehnte Umgehungsstraße. Sie wird östlich der Ortslage Impflingen verlaufen und soll die Gemeinde vom Durchgangsverkehr entlasten. Die Umgehung soll bis 2020 fertig gestellt sein.
Trotz eisiger Kälte hatten sich etliche Leute zum Start der Baumaßnahmen eingefunden, darunter Landrätin Theresia Riedmaier, der Landtagsabgeordnete Alexander Schweitzer, die Bundestagsabgeordneten Dr. Thomas Gebhart und Thomas Hitschler, VG-Land-Bürgermeister Torsten Blank und Impflingens Bürgermeister Günter Flicker.
Baudirektor Kurt Ertel vom Landesbetrieb Mobilität (LBM) Speyer erinnerte zunächst mit einer Schweigeminute an den Terroranschlag auf einem Berliner Weihnachtsmarkt am Abend zuvor.
Um dann den eigentlichen Anlass des Termins heute aufzugreifen: Es sei ein freudiges Ereignis für die Region, so Ertel und er bedanke sich für die gute Kooperation aller Beteiligten.
„Der 20. Dezember wird Auswirkungen auf uns alle haben“, sagte danach Ehrengast Norbert Barthle, Parlamentarischer Staatssekretär des Bundesministeriums für Verkehr und Digitale Infrastruktur.
Man müsse trauern aber auch mit kühlem Verstand agieren, dabei entschlossen christliche Werte verteidigen.
Und zum Anlass des Spatenstichs: „Ja, es ist ein Tag der Freude heute und es war höchste Zeit den Startschuss zu diesem Projekt zu geben“, so Barthle.
Die Umgehung habe für die gesamte Region große Bedeutung, da die B38 überregionale Verbindungsachse für Ludwigshafen, Karlsruhe, Kandel und Wörth sei.
Bis 2020 habe man mit 21000 Fahrzeugen rechnen müssen, die täglich durch Impflingen gefahren wären, deshalb sei es wichtig gewesen, etwas zu unternehmen.
Barthle sprach die derzeitigen Probleme an: so gibt es mehrere Einmündungen wie die K 45 und die L 554, es gibt schmale Gehwege, Lärm, Abgase, Rückstaus sowie ein hohes Gefährdungspotential für Fußgänger und Radfahrer.
Mit der Umgehung könne man nun eine wirksame Entlastung schaffen und 80 Prozent weniger Durchfahrverkehr generieren.
Da der Großteil der Baumaßnahmen außerhalb des fließenden Verkehrs umgesetzt werden, würden die Belastungen “ im Rahmen bleiben“, so Barthle. Welche Auswirkungen die Baumaßnahme auf den Nachbarort Insheim habe, werde der LBM sicherlich „genau beobachten“.
Barthle machte auch einen Exkurs zur Bundesverkehrspolitik, in deren Mittelpunkt ein vom Verkehrsminister Dobrindt geprägtes Wort stand: „Ohne Mobilität keine Prosperität.“
Mobilität sei Voraussetzung für Lebensqualität, Fortschritt, Sicherung der Arbeitsplätze, generell der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Deshalb habe der Bund einen Investitionshochlauf ins Leben gerufen, der große Investitionen in die Verkehrsstruktur beinhalte.
Dies beträfe Erhaltungs-, und Neubaumaßnahmen. Minister Dobrindt habe etliche neue Verkehrsfreigaben erteilt, er selbst hoffe nun auch auf die Umsetzung der zweiten Rheinbrücke, sagte Barthle unter Applaus der Zuhörer.
Alle Projekte, die Baureife erhalten, bekämen Finanzierungszusagen. RLP sei da „gut vertreten“. An Ertel gewandt: „Planen, planen, planen Sie. Je mehr Sie planen, desto mehr Maßnahmen bekommen Sie zur Baureife und wenn Sie die haben, bin ich wieder da.“

Staatssekretär Norbert Barthle stellte auch das Infrastrukturprogramm des Bundesverkehrsministeriums kurz vor.
Foto: Pfalz-Express/Ahme
„Mit dem heutigen Spatenstich kommen wir dem Ziel einen großen Schritt näher, die Verkehrssicherheit in der engen Ortsdurchfahrt zu verbessern“, betonte auch Staatssekretär Andy Becht.
Eine Projektbeschreibung fand sich auf verschiedenen Stellwänden wieder. Die rund drei Kilometer lange Umgehung im Zuge der B 38 wird östlich der Ortslage Impflingen verlaufen und insgesamt fünf Bauwerke erhalten. Die Neubaustrecke wird südlich von Impflingen unmittelbar im Anschluss an den Knotenpunkt B 38/L 544 beginnen, verläuft dann nach Osten und wird die L 554 unterqueren.
Die L 554 aus Richtung Rohrbach kommend wird hier einen höhenfreien Anschluss erhalten. Im weiteren Verlauf der Umgehung wird die K 45 aus Richtung Insheim kommend plangleich angebunden.
Im Norden von Impflingen wird ein höhenfreier Richtungsanschluss durch zwei Verbindungsrampen hergestellt, der die neue Umgehung mit dem vorhandenen Streckenverlauf der B 38 in Richtung A 65/Landau verbinden wird. Das Wirtschaftswegenetz wird ebenfalls neu geordnet. Darüber hinaus sind vier Regenrückhaltebecken vorgesehen.
Auch landespflegerische Kompensationsmaßnahmen werden durchgeführt – ein aktiver Beitrag zum Erhalt von Natur und Landschaft. Mit der Fertigstellung der Umgehungsstraße ist im Jahr 2020 zu rechnen.
„Der Neubau der Umgehungsstraße wird die Gemeinde Impflingen erheblich vom Durchgangsverkehr entlasten, die Sicherheit erhöhen und gleichzeitig die Wohnqualität der Anwohner verbessern“, sagte Becht.
Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 16,9 Millionen Euro, die der Bund als Straßenbaulastträger bereitstellt.
„Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur sind auch immer Investitionen in die wirtschaftliche Entwicklung der Region und in die Lebensqualität der Menschen“, so Staatssekretär Becht abschließend. (desa/red)

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