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Nürnberg – Während in der Ukraine weiterhin Krieg herrscht, ist die Zahl ukrainischer Männer im Alter zwischen 18 und 63 Jahren in Deutschland binnen eines Jahres deutlich gestiegen.
Nach Daten des Ausländerzentralregisters (AZR), die das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) der „Welt am Sonntag“ mitteilte, hielten sich zum Stichtag 9. März 2026 1.340.362 Personen in Deutschland auf, die im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine eingereist sind. Darunter befanden sich 349.520 Männer sowie 500.393 Frauen im Alter zwischen 18 und 63 Jahren. Zum 8. März 2025 waren 297.660 Männer dieser Altersgruppe registriert gewesen. Binnen eines Jahres nahm ihre Zahl damit um rund 52.000 zu. Zum Vergleich: Die Zahl der Frauen zwischen 18 und 63 Jahren erhöhte sich im selben Zeitraum um knapp 24.000.
Die Zahlen sind politisch sensibel, da für viele ukrainische Staatsbürger seit der Generalmobilmachung Einschränkungen bei der Ausreise gelten. Zunächst betraf dies Männer zwischen 18 und 60 Jahren. Im Sommer 2025 lockerte die ukrainische Regierung die Regelungen teilweise: Seither dürfen junge Männer bis 22 Jahre das Land verlassen. Auch zuletzt reisten weiter Männer ein. Nach Angaben des Bamf wurden im Februar im zentralen Registrierungssystem FREE 8.783 ukrainische Schutzsuchende von den Bundesländern erfasst, darunter 4.392 männliche Flüchtlinge einschließlich Minderjähriger.
„Wehrfähige junge Männer aus der Ukraine gehören nicht ins deutsche Sozialleistungssystem“, sagte der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Alexander Throm (CDU), der „Welt am Sonntag“. Hierzu befinde sich die Bundesregierung in Gesprächen mit der Ukraine. Mit Blick auf die Versorgung der Ukraine-Flüchtlinge sagte Throm, dass andere europäische Staaten wie Polen ihre Leistungen längst angepasst hätten. Der CDU-Politiker forderte zudem „eine gerechte Verteilung der Ukraine-Flüchtlinge innerhalb Europas“. Die AfD spricht von einer „Überleistung des deutschen Versorgungsangebots“ für Ukrainer. Diese müsse man revidieren, fordert AfD-Politiker Gottfried Curio.
Die Linke zeigte hingegen Verständnis für die Fluchtbewegungen: „Hochrechnungen gehen von Hunderttausenden getöteten Soldaten auf beiden Seiten aus. Ich habe Verständnis für jeden Menschen, der sich diesem Gemetzel durch Flucht entzieht“, sagte die Innenexpertin Clara Bünger.
Die Grünen sehen in der Aufnahme eine Investition in die Zukunft. „Wer heute hier lernt und arbeitet, kann morgen beim Wiederaufbau der Ukraine helfen. Deshalb liegt es auch in unserem europäischen Interesse, diesen Menschen Chancen zu eröffnen“, sagte der Grünen-Osteuropabeauftragte Robin Wagner. (dts Nachrichtenagentur)

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